(Weiterer) Einfluss der Bloomdauer

Diskutiere (Weiterer) Einfluss der Bloomdauer im Brühkaffee Forum im Bereich Maschinen und Technik; Ich hab lange mit mir gerungen, ob es einen Thread dafür braucht... Wahrscheinlich nicht...doch hier ist er :-) Mit Steep and release Brewern ala...

  1. #1 DaBougi, 02.02.2020
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    Ich hab lange mit mir gerungen, ob es einen Thread dafür braucht...
    Wahrscheinlich nicht...doch hier ist er :)

    Mit Steep and release Brewern ala Clever Dripper, Hario Switch etc taucht ein Paramter auf, den es in der Form bei pour over sonst nicht gibt:
    "Immersion Bloom (IB)" mit beliebiger Dauer (in Vergleich zum üblichen "Perkolation Bloom (PB)")

    Beim Espresso wirkt sich steuerbare PI ja sehr auf möglichen Mahlgrad, Flow etc aus, wie genau mal aussen vor.

    Es ist also anzunehmen, dass ein Brew anders "läuft", wenn man mit verschieden langen Immersion Bloom arbeitet. Meine ersten Versuche damit belegen das, allerdings kann ich noch nichts Grundlegendes daraus ableiten.
    Mein Eindruck bis jetzt: der Brew der beim konventionellen v60 in 2 bis 2:30 Minuten durch ist und ein normal körniges Bett hinterlässt, dauert mit IB 4 bis 5 Minuten, eine kleine Pfütze mag fast gar nicht durch, das Bett ist Schlamm/Mousse au chocolat.
    Man könnte also sagen, mit IB kann man gröberes Mahlgut nutzen ohne dass der Durchlauf zu schnell wird?
    Hat damit schon jemand experimentiert?
    Gibt es dazu Gedanken?
     
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  2. #2 whereiscrumble, 03.02.2020
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    Der Bloom ist grundsätzlich ein spannendes und kompliziertes Thema. Bei deiner aktuellen Sachfrage hätte man diese vielleicht besser in den Thread hier integriert: Austausch Immersion Dripper
    <--kann aber natürlich auch souverän stehen. @Oldenborough könnte dazu sicherlich etwas sagen. Er hat ja viel Erfahrung mit CD, Switch und CoKG.

    Auch wenn der nachfolgende Link nicht 100%ig passt, so gibt er dennoch etwas Aufschluss:
    Why do Percolation and Immersion Coffee Taste so Different ?

    In meinen Augen also ein wichtiges Thema, da der Bloom grundsätzlich die weitere Gießtechnik beeinflusst, um eine gleichmäßige Extraktion zu erhalten. Und da soll jetzt keine Methode oder ein Verfahren hervorgehoben werden. Unterschiedliche Methoden funktionieren halt auch/meist, weil sie die Bloomphase unterschiedlich angehen.

    [Theoretisch kann Kaffeebrühen so einfach sein..gutes Wasser und eine gute Bohne vorausgesetzt..Mittlerweile wird es aber alles sehr wissenschaftlich und kleinlichst begutachtet und analysiert (@DaBougi das meine ich grundsätzlich; nicht deinen Post! Nur nicht, dass es Missverständnisse gibt). Für mich ist Kaffeekochen weiterhin weniger Wissenschaft; persönlich empfinde ich es als eine Art Kunst, für die es ein gewisses Verständnis bedarf. Zu wissenschaftlich möchte ich es nicht sehen, weil es alles verkompliziert und der Spaß -bei mir- in den Hintergrund gerät. Ich vergleiche das Prozedere gerne mit Schach:
    -Bloom -> Eröffnung
    -komplettes Aufgießen -> Mittelspiel
    -Drain -> Endspiel]

    Aber grundsätzlich ein tolles Thema und ich werde es gerne weiter verfolgen!
     
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  3. #3 oldsbastel, 03.02.2020
    Zuletzt bearbeitet: 03.02.2020
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    Wobei ich als (Ingenieur)Wissenschaftler festhalten möchte, das experimentieren Spaß macht. :)
     
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  4. #4 DaBougi, 03.02.2020
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    Ich brühe viel schlampiger und "alltäglicher" als viele hier, und finde manche Diskussion auch zu Tode theoretisiert.
    Anderseits bin ich wissenschaftsaffin, und gehe den Prinzipien gern auf den Grund, selbst wenn es nicht zwingend auf sofortige Verbesserung des Geschmacks abzielt.
    Ich wollte es nicht im Immersiondripforum rein stopfen, weil es doch sehr ausholt...und die "normale" Benutzung der Immersiondripper ist ja sowieso eine 4 minütige Bloomphase mit der ca 16fachen Wassermenge ;-)
    Jetzt erst wieder ist mir ein Chemexvideo unter gekommen, wo auch 1,5 Minuten gebloomt wird.
    Und es drängt sich die Frage auf, wie das ganze abseits des Degassings in den Prozess eingeht-->
    Erster Ansatz bzw erste Beobachtung ist eben, dass der Flow um einiges langsamer wird.
    Womöglich tritt dieser Effekt auch bei langen Blooms in normalen v60 auf, ich werde mal testen.
     
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  5. #5 Oldenborough, 03.02.2020
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    Kann ich insoweit bestätigen, dass ich fast nur noch 30 Sec bloome. Bei 40 bis 50 Sec hatte ich auch bei der ein oder anderen Bohne die Probleme (Dauer, Verschlammung). Finde das Thema auch super spannend und werde beizeiten etwas herumspielen.
     
  6. #6 DaBougi, 04.02.2020
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    Bei "normaler" Nutzung der Immersion Dripper, bloomst du auch? Ich fand das nie sinnvoll, aber es gibt auch abweichende Meinungen ;-)
     
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  7. #7 whereiscrumble, 04.02.2020
    Zuletzt bearbeitet: 04.02.2020
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    @DaBougi ich glaube, dass @Oldenborough den normalen Brew mit dem V60/Switch meint. Soweit ich weiß, nutzt er bei FI keine "Bloomphase".

    wieso findest du es nicht sinnvoll?

    Die Meinung von Rao sollte ja bekannt sein!? "..I believe prewetting an immersion brew may be pointless, or perhaps even counterproductive. Let me explain. Let’s say we are to make two french presses with a 17:1 brew ratio and 95℃ water, one with a 45-second, 2:1 prewet, one without. Both brews will have a total contact time of 4:30. During prewetting some grounds will be wetted by fresh, clean, very turbulent, low-TDS water falling directly from the kettle. Other grounds will be wetted more passively by liquid already packed with coffee solids. The grounds wetted by the clean, turbulent water will get an insurmountable head start in extraction, ensuring some unevenness. Many years ago I had the realization that if one pours all of the water over the grounds at once during an immersion brew, all of the grounds will be wetted by clean, turbulent water at a known, precise temperature. Pouring 17 parts of water per part grounds allows all of the grounds access to low-TDS water; but when prewetting at a 2:1 ratio, there’s just not enough clean water to go around. Prewetting also ensures the initial extraction will happen at a much lower temperature than would be the case with no prewet, as the large relative mass of room-temperature grounds acts as a significant heat sink. For example, if the brewing system has two prewet inputs--grounds (20g at 25℃) and water (40g at 95℃)--ts average will be approximately 72℃..."

    Aber grundsätzlich dürfte sein Beitrag "Prewetting: When to do it, when not to" interessant sein. Im "normalen Bloom Thread" wurde er mE auch schon verlinkt.
    here it is: Prewetting: When to do it, when not to — Scott Rao

    @Denis what is your opinion on the "bloom phase"? You're a little more modern in theory than my Person.

    Edit hier noch der Link zum "normalen Bloom Thread", der ein wenig in Vergessenheit geraten ist..Coffee Bloom -wer macht es wie?
     
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  8. #8 Oldenborough, 04.02.2020
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    Korrekt, ich meinte den Bloom beim Pour Over.
     
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  9. Denis

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    Ich stelle mir das Kaffeebett immer als zerrissene Schwammteile vor, die in Öl getränkt wurden.

    Wenn man einen Schwamm nimmt und ihn zur Hälfte in Wasser einweicht und zur Hälfte trocken ist, dann gibt es einen großen Unterschied in der Wasseraufnahme des Schwamms, deshalb finde ich es wichtig, das Kaffeebett in der Blütephase so gut wie möglich einzutränken. Am Ende des Brühvorgangs nimmt das Bett x2 seines Gewichts an Wasser auf, daher sollte eine Mindestmenge für die Blüte das 2,5- oder sogar 3-fache des Kaffeegewichts betragen.

    Der Kaffee bildet beim Röstvorgang Öl in der Bohne. Öl und Wasser vermischen sich nicht, und mit Öl imprägnierte Teile sind hydrophob, deshalb brühe ich mit wirklich heißem Wasser. Heißes Wasser macht das Öl weniger zähflüssig, so dass es beim Gießen migrieren kann. Dadurch werden mehr Poren/Oberfläche für das Wasser zum Waschen geöffnet, was zu einem gleichmäßigeren/höhreren EY-Sud führt.

    Bei der Espresso-Brühung mit 93 C (gleiche Dosis-Kaffeezubereitung - Mahlgrad) betrug der EY-Wert 29%.
    Die Maschine wurde in den Eco-Modus (75C) versetzt und bei gleichen Parametern betrug der EY 24,4%.

    Die Temperatur hat einen enormen Einfluss auf den Durchfluss, also auch wenn Sie nicht mit heißem Wasser brühen möchten, versuchen Sie eine Blüte mit heißem Wasser.


    Eng:
    I always imagine the coffee bed as ripped sponge parts, that has been soaked in oils.

    If you take a sponge and soak half in water and half is dry, when you pour water on it there will be a big difference in how much water the sponge will accept, this is why I find it important to soak the coffee bed in the blooming phase as good as possible. By the end of the brew, the bed takes over x2 its weight in water, so a minimum quantity for blooming should be 2.5 or even 3 times the coffee weight.

    Coffee in the roasting process forms oil inside the bean. Oil and water dont mix, and parts impregnated with oil are hydrophobic, this is why I brew with really hot water. Hot water makes the oil less viscous, allowing it to migrate during the pour. This will open more pores/surface for the water to wash resulting in a more even/higher EY brew.

    In espresso brewing with 93 C (same dose-coffee-preparation- grinding degree) had an EY of 29%.
    The machine was put in Eco mode (75C) and with the same parameters the EY was 24.4%.

    Temperature has a huge impact on flow, so even if you dont like to brew with hot water, try a bloom with hot water.
     
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  10. #10 DaBougi, 04.02.2020
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    Sind wir uns ja einig, der Scott und ich ;-)
     
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  11. #11 Ferreri, 03.03.2020
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    Hallo zusammen, da ich bis jetzt nirgends eine Antwort auf meine Frage finden konnte, stelle ich sie einfach hier:
    Welchen Einfluss auf den Geschmack hat eine unterschiedliche Wassermenge beim blooming?
    Mein Beispiel 20g Kaffee auf 300ml Wasser im v60. 30-40s langes blooming und dann langsam das komplette Wasser aufgiessen.
    Da man jetzt weiss dass man bei der 4:6 Variante sehr viel geschmacklich beeinflussen kann, sollte es doch auch bei der ''normalen Variante mit normalem Aufgiessen'' einen Unterschied machen ob man das blooming mit 40g, 50g oder 60g Wasser macht??
     
  12. #12 whereiscrumble, 03.03.2020
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    m.E. hat @brewno hier schon Auswertung/Erfahrungen bzgl der Bloomdauer gemacht. Vielleicht wird er hier berichten?!

    Zu deiner Frage solltest du ggf im Tetsu Thread eine Antwort finden. Hier ist der entsprechende Thread: 4:6 Brühmethode von Tetsu Kasuya
    Dies ist ja eine spezielle Methode, die bzgl der Bloomphase schon Unterschiede aufweist. Mit 50-70 stärkst du die Süße, mit 70-50 die Säure..
     
  13. #13 Ferreri, 03.03.2020
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    Die Methode von Tetsu kenne ich und wie man die Süsse/Säue beeinflusst. Meine Frage bezieht sich nur auf das blooming beim normalem Aufgiessen.
     
Thema:

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