Wie berechnet man die Extraktionsrate?

Diskutiere Wie berechnet man die Extraktionsrate? im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo zusammen, ich habe ein Refraktometer gekauft und möchte die Extraktionsrate meiner Espressi ermitteln. Meiner Recherche nach geht man so...

  1. pouni

    pouni Mitglied

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    Hallo zusammen,

    ich habe ein Refraktometer gekauft und möchte die Extraktionsrate meiner Espressi ermitteln. Meiner Recherche nach geht man so vor:
    • Man wiegt das Gewicht des verwendeten Kaffeemehls
    • Man wiegt das Gewicht des gebrühten Espressos
    • Man misst mit dem Refraktometer die TDS des gebrühten Espressos
    • Man rechnet: Extraktion = TDS*Espressogewicht/Kaffeemehlgewicht
    bei dieser Rechnung frage ich mich, ob man nicht auch das Gewicht des im Kaffeepuck verbleibenden Wassers berücksichtigen sollte... Was meint ihr?

    Grüße

    Bojan
     
  2. #2 Max1411, 16.01.2019
    Max1411

    Max1411 Mitglied

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    Hmm, warum sollte man das, bzw. inwiefern siehst du da einen Faktor für die Extraktion.

    Diese will ja einfach nur sagen, wieviel Masse ist aus dem Puck ins Getränk übergegangen, was sich mittels TDS mit der oben genannten Formel errechnen lässt.

    Alternativ kannst du auch den Puck vor der Extraktion und danach (völlig getrocknet) wiegen.
     
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  3. #3 Adjacent, 16.01.2019
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    Das wird in der Praxis leider daran scheitern, dass ein völlig getrockneter Puck nach der Extraktion nicht das Ziel sein kann, denn damit würden einem zu hohe Extraktionswerte vorgegaukelt. Die Kaffeebohnen enthalten auch nach dem Rösten eine Restfeuchte. Wenn ich den Puck nach der Extraktion in einen Exsikkator stecke, dann werde ich ihn dabei trockener machen, als er vor der Extraktion war. Man würde also als Massenverlust sowohl die tatsächlich herausgelösten Stoffe messen (was ich wirklich will), als auch den Verlust an Feuchte (was ich nicht will).

    Eine mögliche Lösung wäre, vor der Extraktion zwei gleichartige Pucks vorzubereiten. Einen würde man direkt in einen Exsikkator stecken, den anderen erst nach der Extraktion. Aus der Massendifferenz der beiden Pucks könnte man dann ganz einfach die Extraktion errechnen.
     
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  4. -Dune-

    -Dune- Mitglied

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    Das Gewicht des Wassers außerhalb der Tasse ist unerheblich.
    Wasser ist nur das Lösungsmittel.
    Viel wichtiger ist dass du das Refraktometer korrekt bedienst und richtig misst.
     
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  5. pouni

    pouni Mitglied

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    Ich versuche mal meine Unsicherheit darzulegen, deswegen erst mal mein Verständnis des Vorgehens an einem konkreten Beispiel:
    • Zubereitung eines Espressos aus 18g Kaffeemehl, der Espresso in der Tasse wiegt 36g
    • Ich messe die TDS in der Tasse mit 10%. Hierausschließt man, dass 10% der 36g in der Tasse aus dem Kaffeemehl extrahiert wurden, also haben wir hier ermittelt, dass aus den 18g Kaffeepulver 3,6g extrahiert wurden.
    • Nun berechnet man die Extraktionsrate, indem man 3,6g durch 18g teilt und 20% als Ergebnis erhält.
    Bei dieser Berechnung wird aus meiner Sicht vernachlässigt, dass auch im Kaffeepuck Wasser zurückbleibt, das ebenfalls bereits Stoffe aus dem Kaffeemehl extrahiert hat, oder? Müsste man diese Extrahierten Stoffe nicht auch in die Extraktionsrate einrechnen?

    Versteht mich nicht falsch, ich möchte hier nicht klugscheißen. Wenn ihr mir sagt: "Vergiss diesen Gedankengang, es wird schon immer so gemacht und es hat sich bewährt.", dann ist das für mich auch OK. Ich will nur nicht wegen einem Denkfehler mit völlig falschen Ergebnissen arbeiten...

    Grüße

    Bojan
     
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  6. #6 domimü, 16.01.2019
    Zuletzt bearbeitet: 16.01.2019
    domimü

    domimü Mitglied

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    Wenn du die Extraktion aus der Tasse bestimmst, also über TDS, wie sollten da die bereits gelösten, aber noch nicht ausgeschwemmten Teilchen einfließen?
    Anders formuliert: Es kommt darauf an. Wenn du eher am Puck interessiert bist, ist deine Betrachtung korrekt.
    Edit: Nein, ist nicht korrekt. Die Stoffe haben zwar die Mahlgutpartikel verlassen , aber nicht den Puck.

    Wenn du aber am Getränk interessiert bist, vernachlässige das Wasser und die Stoffe, die nicht in der Tasse gelandet sind.
    Das Ziel ist ja nicht eine möglichst hohe Extraktion, sondern, eine Extraktion zu finden, wo der Geschmack noch nicht überextrahiert ist (Holz, Kohle, …) - je nach Mühle (genauer, Fines-Anteil im Mahlgut) liegt da der Wert bei selber Bohne bei unter 10% bis über 20%.
     
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  7. pouni

    pouni Mitglied

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    Alles klaro, danke!
     
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