Wie man als Neuling die gröbsten Fehler bei der Kaffeezubereitung vermeidet und guten Espresso macht

Diskutiere Wie man als Neuling die gröbsten Fehler bei der Kaffeezubereitung vermeidet und guten Espresso macht im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Ich trinke zwar schon lange begeistert Kaffee, habe aber erst vor 3.5 Jahren mich entschieden mir eine amtliche Siebträgermaschine und Mühle zu...

  1. #1 CoffeeNow!, 18.01.2019
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    Ich trinke zwar schon lange begeistert Kaffee, habe aber erst vor 3.5 Jahren mich entschieden mir eine amtliche Siebträgermaschine und Mühle zu kaufen in der Absicht meinen Kaffeegenuss nocheinmal deutlich zu steigern.

    Das Gegenteil trat ein und ich war dann lange Zeit eher enttäuscht, da ich mir mehr erwartet hatte. Ich musste dann über 2 Jahre probieren und nachlesen, um meine zahlreichen Irrtümer und Fehler bei der Zubereitung zu erkennen und zu beheben, sowie festzustellen, dass mir lange ein grosses Hindernis gar nicht erlaubte guten Kaffee zu machen.

    Ich wäre damals sehr, sehr froh gewesen eine Sammlung an Regeln zu haben, bei deren Befolgung auch guter Kaffee herauskommt. Gerade am Anfang stellt man sich alles einfach vor, liest dann im Forum nach und hat dann schnell den Eindruck das absolute Gegenteil wäre der Fall und alles wäre sehr kompliziert...

    Dabei behaupte ich nicht ein Kaffeepapst unendlicher Weisheit zu sein - ich wäre froh wenn das so wäre, ich hätte mir viel Frust erspart - sondern musste mir meine Erfahrungen mühsam erarbeiten. Daher habe ich mir die Zeit genommen, das Wichtigste zusammenzuschreiben in der Hoffnung es möge möglichst vielen viel Frust ersparen.

    In diesem Sinne möchte ich nur Neulingen helfen bzw. eine solide Startrichtung vorgeben und nicht den hier vertretenden sehr erfahrenden Mitgliedern auf den Schlips treten, die sicherlich sehr viele Dinge im Detail wohl anders sehen...

    Für Neulinge entsteht beim Surfen im Netz auch verzerrte der Eindruck, nur die Maschine macht den Kaffee und alle Fehler müssten beim Gerät liegen. Dem ist nicht so. Es ist meine eigene Erfahrung, dass die entscheidenden Fehler gerade bei der Zubereitung gemacht werden und nicht von der Technik verursacht werden. Man kann auch mit günstigen Maschinen guten Kaffee machen. Dass immer nur die Maschinen im Fokus stehen, liegt meiner Meinung daran, dass hier das grösste Interesse vorherrscht und jeder seine eigene Lieblingsmaschine hat. Ich will aber nicht bestreiten, dass das Ganze schon auch einen Preis hat, wirklich billig ist es nicht. Ab ca. 1000 Euro in Summe für Maschine und Mühle+Waage geht es - meiner Erfahrung nach - ausreichend gut ausgestattet los - teurer geht natürlich immer.

    Wobei man auch umgekehrt sagen kann: teure Maschine und Mühle garantieren noch längst keine gelungenen Espressi!

    Gerade als Neuling will man aber oft nur einfach sehr guten Kaffee machen, ohne viel Drumherum. Ich bin überzeugt davon, dass man bei Beachtung nachfolgender Erfahrungen schon sehr viel richtig macht und der Kaffee sehr gut werden wird. Das Ganze muss keine Wissenschaft sein.


    1. DIE MÜHLE MACHT DEN KAFFEE!!
    Wie ich vor ca. 3.5 Jahren vor dem Maschinenkauf stand, habe ich natürlich alles über Einkreiser, Zweikreiser, Dualboiler, PID und verschiedene Brühgruppentechnologien, Kesselgrössen und Pumpentypen gelesen. Mühle musste natürlich auch eine her, aber das Thema war für mich gleich erledigt als ich die zahlreichen Empfehlungen für die Eureka Mignon als billigste empfehlenswerte Mühle gelesen habe. "Über 300Euro nur für die Mühle" habe ich gedacht! Da wusste ich noch nicht, dass gerade die Mühle das allerwichtigste Element für guten Kaffee ist. Der Profi-Barista, Röster und sehr erfolgreiche Cafebetreiber Scott Rao empfiehlt in seinem Buch die teuerste Mühle zu kaufen die man sich noch leisten kann - auch wenn das heisst, dass man bei der Espressomaschine sparen muss. Meine Erfahrungen bestätigen das, denn man muss für gute Kaffeezubereitung immer präzise Mengen Kaffee mahlen und Mahlgradängerungen müssen sich gleich und reproduzierbar auswirken. Das ist viel wichtiger als man sich als Neuling vorstellen kann.

    Auch muss das Kaffeemehl frei von Klumpen sein, da die zu einem inhomogenen Kaffeepuck führen (nein, das bringt auch das Tampern nicht weg), somit Channeling fast nicht zu vermeiden ist und keine gleichmässige Extraktion erreicht werden kann. Bei Channeling rinnt das Brühwasser viel zu schnell durch Hohlräume, der Kaffee wird nicht richtig extrahiert. Channeling lässt sich eigentlich nur mit bodenlosem Siebträger erkennen und führt dann zu wilden Spritzern.

    Generell sind Mühlen, die direkt in den Siebträger mahlen (können), empfehlenswert, Dosierer sind für die Gastronomie und deren hohen Kaffeedurchsatz gedacht.

    2. Ohne Waage wird das nix

    Als Neuling habe ich eine Präzisionswaage um die Kaffeemehlmenge abzuwiegen für ein Luxusproblem und damit für völlig unnötig und zu aufwendig gehalten. Leider ist gerade das Gegenteil bei Neulingen der Fall. Gerade mit klumpenden Mühlen wie der Eureka ist es für Neulinge praktisch unmöglich genaue Kaffeemehlmengen in den Siebträger zu bekommen. 1gr Unterschied macht gerade bei 7gr Espressos enorm viel im Geschmack aus, das Kaffeemehl sollte auf ca. 0.5gr oder genauer gemahlen werden - das geht nur mit einer Waage. Wieder Scott Rao: er empfiehlt auch Profibaristas täglich einzelne Mahlmengen mit der Waage nachzuwiegen, um sicherzugehen dass die korrekte Mehlmenge verwendet wird.

    Alternativ für Faule (also Leute wie mich): die Baratza Sette 270W mit integrierter Waage kaufen. Ja die Mühle die in diesem Forum einen sehr schlechten Ruf hat. Mittlerweile ist die Mühle aber sehr weit gereift (mein Modell ist die letzte Revision vor der Einführung der 270Wi) und nahezu perfekt, meiner Meinung nach. Ich kann sie sehr empfehlen und ich würde sie sofort wieder kaufen, nicht nur wegen der Waage und dem Spitzenmahlwerk mit reproduzierbaren Einstellgraden, sondern auch wegen dem minimalen Totraum von ca 3gr, der Kaffeewechsel extrem schnell und einfach macht.

    3. der richtige Kaffeepuck und das Tampen
    Der Punkt wird im Forum fast nie besprochen, obwohl man hier viel falsch machen kann.

    Es geht darum, den Kaffeepuck so vorzubereiten, dass er gleichmässig vom Brühwasser extrahiert werden kann. Dazu muss der Puck homogen sein und den Rand zum Sieb hin gut abdichten.

    Vor Beginn sollte das Sieb trocken und frei von Kaffeeresten sein (evtl. mit einem Tuch auswischen). Man sollte auch zügig arbeiten, damit das Sieb und der Siebträger möglichst wenig abkühlt.

    Man mahlt also in den Siebtäger (bzw. löffelt die korrekte Menge Kaffeemehl hinein) und bekommt einen Kaffeehügel. Dieser muss gleichmässig mit den Fingern bis an die Ränder verstrichen und dort komprimiert werden. Fehler beim Verstreichen kann auch der Tamper nicht mehr ausgleichen. Es gibt dafür mehrere Methoden (NSEW-Methode, Schomer Methode, Stockfleths move) und die sind in Worten schlecht zu beschreiben. Ich empfehle daher, sich die Methoden auf Youtube einfach mal anzusehen! Wichtig ist, dass man eine der Methoden versucht möglichst gut anzuwenden, welche man dann nimmt ist wieder Ansichtssache.

    Richtiges Tampen des Kaffeepucks verdichtet das Kaffeemehl, schafft eine glatte Oberfläche und sorgt für eine gute Abdichtung am Rand zum Sieb. Es ist völlig ausreichend einmal zu tampen. Meiner Erfahrung nach sollte man NICHT in mehreren Stufen tampen, also Kaffeemehl einfüllen, tampen, wieder Mehl einfüllen und tampen usf - Da das den Kaffeepuck wieder inhomogen macht. Also nur einmal zum Schluss tampen.

    Weniger wichtig ist, ob der Tamper konvex oder übergross ist; das ist Ansichtssache. Wichtig ist, dass ein solider Metalltamper verwendet wird und nicht ein evtl. an der Maschine angebrachter Plastiktamper. Mit dem lässt sich nicht vernünftig tampen. Wichtig ist ein gerades Tampen, mit nicht zu viel Druck und evtl. einer kleinen Drehung am Ende, um die Mehloberfläche zu polieren. Allgemein neigt man eher dazu zu viel Druck beim Tampen aufzubringen, obwohl meiner Erfahrung nach die Bedeutung des genauen Drucks überschätzt wird (was auch Scott Rao in seinem Buch bestätigt).

    Nach dem Extrahieren sollte der Kaffeepuck mit einem leichten Schlag sich aus dem Sieb klopfen lassen und in einem Stück herausfallen.
     
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  2. #2 CoffeeNow!, 18.01.2019
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    4. die Kaffeemehlmenge
    Mit zunehmender Erfahrung hat jeder seine eigenen Präferenzen (auch abhängig vom jeweiligen Kaffee). Die Standardmengen zum Anfangen sind 7gr für 1 und 14gr für 2 Espressi. Damit sollte mit so ziemlich jedem Kaffee (Exoten ausgenommen) ein gutes Ergebnis machbar sein. Scott Rao gibt die weltweit gebräuchliche Bandbreite an Kaffeemehlmenge für 1 Espresso mit 6.5-20gr an für 21-42ml Espresso; man sieht also dass weltweit sehr unterschiedliche Mengen verwendet werden, wobei die 7gr für 25ml "Norm" aus Italien kommt und dort auch sehr populär ist.

    Anders gesagt, die 7gr pro Espresso sind nicht in Stein gemeisselt und man kann die Kaffeemehlmenge prinzipiell je nach Präferenz auch verändern. Das ist aber mit einem 7gr und einem 14gr Sieb nur begrenzt möglich, daher sind zusätzliche Siebe prinzipiell sinnvoll.

    Man muss aber unbedingt darauf achten, dass das Kaffeemehl KEINESFALLS schon beim Einspannen des Siebträgers die Dusche berührt. In dem Fall passieren gleich 3 üble Dinge: (1) es verbrennt der Kaffee, was dazu führt dass alle Kaffees sehr ähnlich schmecken mit einem kräftigen verbrannten Nachgeschmack. Im extrahierten Kaffeepuck sollte also kein Muster von der Dusche eingdrückt zu sehen sein. (2) Bei Überfüllung brennt auch Kaffee in der Dusche ein und zusätzlich entsteht ein Kaffeerestering bei der Dichtung, was den wöchentlichen Reinigungsaufwand weiter erhöht. (3) Wenn schon beim Einspannen des Siebträgers die Dusche den Kaffeepuck berührt, dann zerstört dieser Kontakt die mühsam getampte Oberfläche vom Kaffeemehl, was wieder Channeling stark fördert.

    Ich habe jahrelang überfüllt und war völlig ratlos und gefrustet warum der Kaffee einfach nicht besser wird und immer deutlich verbrannt schmeckt. Die Erleichterung wie ich das endlich verstanden habe und mit der neuen Mühle komplett vermeiden konnte kann ich gar nicht so recht beschreiben.

    Übrigens: das Überfüllen habe ich mir als Neuling von einem Kleinröster mit langer Gastronomieerfahrung abgeschaut und habs auch lange so praktiziert, weil ich naiverweise dachte ein Kleinröster mit eigenem Onlineshop der weiss doch am besten wie's geht...also auch bei Profis können Fehler vorkommen. Der Kleinröster hat übrigens sehr dunkle, schwarz glänzende Barmischungen verkauft, die waren so intensiv würzig im Geschmack, dass der Fehler nicht offensichtlich aufgefallen ist - oder es hat ihm einfach so geschmeckt? Dafür ist das bei den von mir bevorzugten mittleren Röstungen umso stärker aufgefallen.

    Überfüllen ist leider ein extrem weitverbreiteter Fehler, ich beobachte leider auch oft in Cafes wie der Siebträger mit Gewalt in die Maschine gezwungen wird.

    5. der Mahlgrad

    Kaffeemehlmenge, Mahlgrad und Extraktionszeit sind 3 zusammengehörende Faktoren, die man später mit mehr Erfahrung je nach Geschmack an den individuelle Kaffee anpassen kann. Neulinge sollten mit 7gr für einen Espresso starten und den Mahlgrad so einstellen, dass 25ml Espresso in ca 25-30s aus der Maschine kommen. Gezählt wird ab dem ersten Tropfen, der aus dem Siebträger kommt.

    6. Leerbezug vor dem eigentlichen Kaffeebezug

    Die Maschine sollte ja ohnehin schon etwas länger laufen und betriebswarm sein (mind. 15min eingeschalten, man kann ja zB eine Zeitschaltuhr verwenden, damit die Maschine morgens schon an ist).

    Es ist i.a. sinnvoll vor dem eigentlichen Kaffeebezug einen Leerbezug (also mit leerem Siebträger Bezug starten) zu machen, um (a) evtl. Kaffeemehlreste von der Dusche zu schwemmen und (b) die Brühgruppe auf Bezugstemperatur zu bringen. Das warme Wasser kann ja schon zum Tassenaufwärmen verwendet werden.

    7. SAUBERKEIT
    Da ich nicht der geborene Putzteufel bin und auch nicht dem aktuellen "Putzen ist das neue Yoga"-Trend angehöre, habe ich anfangs die Maschine gar nicht gereinigt und hatte nach 3 Monaten einen sehr strengen Geschmack im Kaffee. Das erste Rückspülen mit Kaffeefettlöser hat eine Flüssigkeit aus der Maschine gespült, die wie starker Filterkaffee (mit Schaum) ausgesehen hat...und das war mein Brühwasser!!

    Eine wöchentliche Reinigung/Rückspülung mit Kaffeefettlöser ist Pflicht!

    Man kann sich selbst davon überzeugen, in dem man einen Espresso vor und nach der Reinigung probiert - der Unterschied ist deutlich! Zur Info - Meine Maschine macht weniger als 30 Lungos in der Woche, ist also nicht viel in Betrieb. Scott Rao empfiehlt Profibaristas in Caffees die tägliche Reinigung und das Einlegen der Siebe in Fettlöser über jede Nacht.

    Auch der Bohnenbehälter der Mühle sollte regelmässig vom Kaffeefett der Bohnen gereinigt werden.

    Auch das Sieb und der Siebträger muss gereinigt werden, was v.a. bei den Ausläufen schwierig bzw. mühselig ist. (Bodenlose Siebträger verursachen nur minimalen Reinigungsaufwand.)

    Wenn man - wie oben beschrieben - das Sieb nicht überfüllt, dann bleibt auch die Dusche sehr sauber und muss nicht wöchentlich ausgebaut werden.

    8. die Espressomaschine
    Wir alle interessieren uns am meisten für die Espressomaschine und daher steht die auch fast immer im Zentrum der Diskussion.

    Interessierte können sich ja das Youtube-Video von SeattleCoffeeGear anschauen, wo man zum Spass im Blindtest den Espresso von einer 300$ Maschine mit dem Espresso aus einer 3000$ Maschine verkostet (gleiche Kaffeebohnen und Mühle) - und sie ehrlich zugeben, dass es sogar im direkten Vergleich sehr schwierig ist Unterschiede festzustellen:


    Das soll hier niemandem die Freude nehmen sich sein Maschinenschätzchen der Wahl zu kaufen (hab ich ja auch gemacht), sondern soll nur die sehr grossen Unterschiede (preislich wie technisch) zwischen den Maschinen im Bezug auf die Geschmacksunterschiede zu relativieren.

    Oder anders gesagt, man kann auch mit günstigen Maschinen sehr guten Kaffee machen. Günstige Maschinen haben tendenziell mehr Einschränkungen (oft wenig geeignet für etwas anderes als Espresso oder haben wenig Dampfdruck oder oder), aber das muss ja nicht immer stören.

    9. Siebe / bodenloser Siebträger


    Empfehlen würde ich, bei der Auswahl der Maschine darauf zu achten, dass man auch Siebe mit unterschiedlichen Grössen nachkaufen kann. Die Standardsiebe mit 7/14gr sind wenig flexibel für Änderungen der Kaffeemehlmenge und man möchte in ein paar Jahren evtl. mehrere Grössen je nach Kaffee verwenden können.

    Hier sind Maschinen mit der E61 Brühgruppe natürlich ideal, weil es für die wirklich alles überall gibt.

    Ich verwende selbst VST und IMS Siebe - nicht weil ich der Meinung wäre, dass sie magisch den Kaffee verbessern, sondern weil sie eine etwas gleichmässigere und konsistentere Extraktion unterstützen. Das kann man mit bodenlosen Siebträgern gut beobachten, da hier die VST/IMS Siebe noch etwas weniger spritzen, wenn dann doch einmal geringfügiges Channeling auftritt.

    Auch bodenlose Siebträger verbessern nicht prinzipiell den Geschmack, sondern machen die Extraktion (indirekt) beobachtbar, was mir sehr geholfen hat. Bei Standardsiebträgern mit Ausläufen weiss man halt gar nicht was da passiert.

    Evtl. grösster Vorteil von bodenlosen Siebträgern ist natürlich, dass man sie nur minimalen reinigen muss. Dafür wird Channeling gnadenlos mit Spritzern bestraft.

    Bekommt man konsistent Bezüge im bodenlosen Siebträger sauber hin, dann hat man's weit gebracht!

    10. Weiterbildung

    Wie bei Hobbys allgemein üblich ist, will man nur den spassigen Teil möglichst oft machen - und Weiterbildung gehört da meistens nicht dazu. Trotzdem hat mir gerade das Buch von Scott Rao "The Professional Barista's Handbook: An Expert's Guide to Preparing Espresso, Coffee, and Tea" sehr viel gebracht und ich empfehle jedem sich ein fortgeschrittenes Espressobuch zumindest einmal anzuschauen. Da steht enorm viel drin, was sich nicht im Forum finden lässt.

    Alternativ ist sicher auch ein Barista-Kurs sehr interessant, allerdings sind die populären Homebarista-Kurse dafür wohl eher ungeeignet, da die meinem Eindruck nach sich an komplett Unerfahrene richten, die Kaffee nur aus der Kapselmaschine kennen. Profibaristakurse sind da leider schon utopisch teuer (400 bis 1600 Euro) und wohl nur für die wenigsten Espressoliebhaber eine realistische Option.



    Mit all diesen Tipps kann man schon sehr guten Kaffee machen. Mir gelingen damit ca. 9 von 10 einwandfreie Bezüge und auch schwierige third wave Kaffees werden damit sehr gut.

    Ich glaube für weitere Steigerungen muss man dann an die zahllosen möglichen Parameter ran, wie genaue Brühtemperatur, -druck, genaue Abstimmung des TDS für jeden einzelnen Kaffee...also die Themen gehen - wenn man es will - nicht so schnell aus.

    In diesem Sinne hoffe ich, dass mit meinen Erfahrungen möglichst viele Fehler und Frust vermeiden könnt und wünsche auch viel Spass und Genuss mit euren Kaffees!

    Hannes​
     
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  3. #3 ergojuer, 18.01.2019
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    Mit dem Tipp führt man eher in die Irre. 7gr halte ich bestenfalls für die kleinste gerade noch mögliche Menge. Da braucht es dann aber auch schon ein entsprechend kleines Sieb. Die meisten Standard-1er-Siebe benötigen mehr.
     
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  4. cbr-ps

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    Nein, die Mühle ist wichtig, keine Frage, aber den Kaffee macht der Mensch vor der Maschine, nicht die Technik.
     
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  5. #5 infusione, 18.01.2019
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    Ein ganz wichtiger Punkt fehlt mir und widerspricht deinen Einlassungen teilweise: Nicht irre machen lassen von zu vielen Informationen und Regeln. Soo kompliziert ist Kaffeekochen auch nicht, manchmal kommen die Schwierigkeiten von deren Existenz man vorher garnichts ahnte erst durch übermäßiges Theoretisieren.
     
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  7. #7 Ajescha, 18.01.2019
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    Vielen Dank für die Zusammenfassung :)

    Weiterbildung oder überhaupt erst mal zu lernen finde ich auch sehr wichtig.

    Bei mir ist es so, dass ich hier sehr viel aus dem Forum mitgenommen habe und wirklich viel oder auch in verschiedenen Bereichen, vom Wissen und den Erfahrungen der User profitieren konnte. Bücher hatte ich auch gelesen, doch hier habe ich noch verschiedene Ansichten, Vorschläge die dann vielleicht mehr zu "meiner" Art der Kaffeezubereitung passen, auch wenn diese noch lange nicht am Optimum ist. :)

    Aber so eine grobe Richtung lese ich immer gerne und wie wichtig eine Mühle ist, musste ich auch erst lernen ;)

    Geil am Forum finde ich auch, dass halt immer Leute da sind um mir helfen, auch wenn meine Frage noch so unbeholfen ist. Meist findet sich doch ein netter Kaffeefreund der die Zeit und die Geduld mitbringt um mir ein paar Zeilen zu schreiben. :) Für mich ist das ein Vorteil zum Buch, denn Bücher antworten selten auf meine komischen Fragen.
     
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  8. joost

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    Manchmal gibts Bohnen, die brauchen das. In Ausnahmefällen.
     
  9. #9 DochDieBohne, 18.01.2019
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    ... die sollte man als Anfänger vielleicht meiden ;)
     
  10. joost

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    Das ist richtig, es steht halt nicht auf der Packung drauf :p
     
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  11. rgsty

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    mMn ist die Bohne das allerwichtigste Element.
     
  12. Oseki

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    . . . und der Röster.
     
  13. #13 Cappu_Tom, 18.01.2019
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    . . . und der Bauer. :rolleyes:
     
  14. #14 Stratocaster, 18.01.2019
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    ...und der Spediteur. :D
     
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  15. #15 Flugmensch, 18.01.2019
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    Halte ich für zu viel des Guten.

    7/14g sind relativ wenig bzw die 7g im Einersieb utopisch.

    Espresso output in ml zu messen ist ebenfalls "überholt".

    Und ich würde noch hinzufügen dass Bohnen extrem wichtig sind. Das beste Equipment bringt nichts, wenn man es mit alten Bohnen füttert.
    Aber auch hochgelobte Bohnen schmecken nicht jedem.
     
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  16. #16 The Rolling Stone, 18.01.2019
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    Na endlich erklärts mal einer^^
     
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  17. #17 Aeropress, 18.01.2019
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    Ist gut für Leute die daran verdienen, stimmt so aber eindeutig nicht. Richtig ist ein gewisser Mindesteinsatz ist nötig, das fängt an ab 250 EUR für eine BB005 Spass zu machen, nach oben keine Grenzen, aber nur weil man 1000 EUR ausgeben könnte erhält man nicht automatisch besseren Kaffee wenn man das auch tut. Sogar das Gegenteil ist möglich wenn man nicht selten sieht wie sich Anfänger für ihre 2-3 Espresso am Tag einen renomierten Gastro Bomber hinstellen der allein schon 10g Totraum hat (ein Thema das bei dir fehlt), genau weil sie solche unreflektierten Tips befolgt haben. ;) Mühlen machen keinen Kaffee sie mahlen ihn. :) Einer von vielen Faktoren die Anteil haben, den Kaffee machst aber vor allem Du und die Bohne. Das wichtigste ist nicht die teuerste Mühle zu nehmen sondern die besten Bohnen und rauszufinden was einem persönlich schmeckt.

    Die angeblichen Standardmengen, die Praxis sieht meist anders aus
    Weshalb du mit deinen widerholten 7gr dem Anfänger eher in Probleme führst, da selten umsetzbar. Und warum empfiehlst Du oben dringend ne Waage um hier auf ml zu wechseln? Paste and Copy? ;)

    Das ist sinnvoll bei einem Zweikreiser der zum überhitzen neigt, ansonsten bestenfalls ne Gewohnheit vieler Leute die überflüssig ist. Sauber sollte die Maschiene auch schon vorher sein (außer vielleicht in der hektischen Gastronomie). man macht als eher einen Spülflush NACH dem Bezug und reibt die Dusche ab als vorher.

    Wer hier fleißig mitliest braucht Scotty nicht. Hätte ich dir auch empfohlen, dann hätte dein Guide noch besser werden können. Ansonsten gut gemeint.
     
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  18. #18 furkist, 18.01.2019
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    Danke, @CoffeeNow! , für diese Zusammenfassung. Ich werde deinen"Buchtip" befolgen und mir das Buch besorgen - da ich ansonsten auch recht gerne Bücher lese. Das hab ich auch bei anderen Hobbies (Modellbau, Motorradschrauben..) so gemacht, mir macht das Lesen Spaß, das kann man in Ruhe in den Hobby-Pausen machen.

    PS: sollte jemand das Buch verkaufen wollen, bitte PN
     
  19. #19 chrisspeed, 18.01.2019
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    Ja, so sehe ich das auch. Ich habe vor 1,5 Jahren angefangen und mache amtlichen Espresso und Milchschaum ohne groß nachzudenken. Nur Latte Art will einfach nicht :)

    Zu viele Informationen bringen einen schnell vom Weg ab, obwohl es ja jeder gut meint.
     
  20. #20 S.Bresseau, 18.01.2019
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