Wie röstet ihr denn so mit dem Gene?

Diskutiere Wie röstet ihr denn so mit dem Gene? im Vom Rohkaffee zum Selbströster Forum im Bereich Rund um die Bohne; OK, dann hast du natürlich extremen Häutchenflug und sicher auch über den Rand schwebende Bohnen. Ich hatte mir damals bei meiner Eimerlösung...

  1. 'Ingo

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    OK, dann hast du natürlich extremen Häutchenflug und sicher auch über den Rand schwebende Bohnen. Ich hatte mir damals bei meiner Eimerlösung durch Drehrichtungsänderung mal einen Vorgeschmack davon geholt und in der gesamten Küche das Konfetti verteilt :D
     
  2. #942 DonPhilippe, 17.04.2019
    DonPhilippe

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    Der Häutchenflug war nicht wirklich extrem, obwohl von den drei Varietäten heute eine natural und der Mandheling auch voller Silberhäute waren. Der Chaff Collector im Gene war voll, beim Kühlen flogen nur noch vereinzelt Häutchen weg.
    Der Luftstrom war witzigerweise gerade so stark, dass die Bohnen, wenn sie in nur einer Schicht im Sieb lagen, ein paar wenige Milimeter abhoben, aber gleich wieder fielen.
    Wie schon bemerkt - definitiv keine Langzeitlösung, und auch nur draussen oder als Single mit gutem Staubsauger anwendbar. Ich fand es nur witzig, als ich heute im Zimmer stand, den Gene aus dem Schrank nahm und mein Blick bei diesem Ventilator hängenblieb :)
     
  3. Acero

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    Nach Jahrelangem ausprobieren, mitlesen, vielen gelungenen und einigen ungewollt spanischen Röstungen möchte ich gerne meine aktuelle Best Practice mit dem Gene vorstellen und mit euch diskutieren.

    Ich röste für meine Xenia Espresso und V60 Filter. Grundsätzlich gerne noch mit Bohnencharakter-Geschmack (fruchtig/leichte säure/süß/leichte Noten Schokolade und Karamell/…). Daher meist nur kurz über FC, d.h. für Espressoröstungen FullCity und für Filter City. Bis zum SC gehe ich fast nie.

    Meistens gehe ich den Weg der zweistufigen/doppelten Röstung nach Claus Fricke, mit leichten Anpassungen meinerseits:

    6 min Vorheizen bei 200 °C - 8 min Rösten bei 160°C - Bohne raus und ca. 20 min abkühlen lassen - Bohnen rein für 5 min bei 200 °C - 240°C bis FC - Sobald ich das erste deutliche Knacken höre halte ich die Temperatur noch 1 min - Dann runter auf 210 °C und halten für 1-3 min

    Hierbei gefallen mir zwei Sachen, zum einen kann ich die meiste Zeit den Röster einfach laufen lassen und setzte mich nur die letzten Minuten nach Hochstellen der Temp. auf 240 °C vor dem FC aktiv vor den Röster. Zum anderen habe ich den Röstprozess so gefühlt viel besser unter Kontrolle. Nach dem letzten Temperaturwechsel nach FC auf 210 °C variiere ich von Röstung zu Röstung gerne einfach die Zeit (1-3 Minuten), schon ganz leichte Änderungen, bsp. 2:00 min zu 2:15 min, merke ich danach in der Tasse. Diese Übertragbarkeit gelingt mir nicht wenn ich einfach eine Zieltemperatur einstelle, hochheize bis FC und noch ein paar Minuten warte bis Abbruch. Objektiv kann ich den FC mit dem zweistufigen Verfahren auch viel deutlicher hören.
    Auf der anderen Seite kann ich den zweistufigen Prozess, für sehr dunkle Röstungen bis SC und darüber hinaus, nicht empfehlen. Vielleicht müsste man den Prozess anpassen, da ich aber wie gesagt fast nie soweit röste hatte ich bis jetzt noch keinen Bedarf dafür.

    Ansonsten ein paar grundsätzliche Punkte:

    -Ich stoppe nie die Gesamtzeit der Röstung, sondern immer nur ab FC bis Ende. Bessere Übertragbarkeit m.M.
    -Einsatzgewicht immer 200 g
    -Kühlung extern: Großer, schwerer Topf in mit kaltem Wasser gefüllte Spüle. Bohnen nach Röstende sofort rein. Etwas Umrühren mit Metalllöffel.
    -Abluft über Aluflex Schlauch nach draußen. Sehr zu empfehlen. Früher habe ich oft nur vor offenem Fenster geröstet, dabei hatte ich regelmäßig Kopfschmerzen.

    Prinzipiell bin ich sehr zufrieden mit meinen Ergebnissen, ich kaufe nur noch selten geröstete Bohnen. Und falls doch schmecken mir meine Kreationen in der Regel deutlich besser. Ein Problem habe ich allerdings schon lange. Bei einem Einsatzgewicht von 200 g (fast max) bekommt ich ca. 175 g getrösten Kaffee. Ich würde mich als schnellen Espresso „Einmahler“ bezeichnen, d.h. in Regel habe ich nach 4-5 Shots einen annähernd perfekten Mahlgrad gefunden. Allerdings sind 4-5 Shots bei einer elektrischen Mühle gefühlt schon 100 g. Viel bleibt dann nicht mehr zum Genießen. Für Espresso bin in daher mittlerweile auf eine Handmühle und das LM 1er Sieb umgestiegen. Dann reichen mir auch die 175g. Wie handelt ihr das Einarbeiten mit so einer geringen Menge an selbst gerötetem Kaffee?

    Am Rande: Rohbohnen beziehe ich über rohkaffeebohnen.com und roestrebels.com. Beide in meinen Augen sehr gute Shops. Das Angebot von Claus Fricke ist extrem vielseitig, Kaffees auf höchster Qualität. Ich persönlich fühle mich aber manchmal, wie vor einem riesen Weinregal, leicht überfordert. Die Detailinfos zu den Bohnen sind sehr zu begrüßen, aber oft fehlen mir Hinweise welches Tassenprofil zu erwarten ist. Roastrebells im Vergleich dazu sehr übersichtlich, einfach, verständlich gehalten. Auswahl aber bei weitem nicht so ausgedehnt wie bei Rohkaffeebohnen.
     
    Jonas P. und wurzelwaerk gefällt das.
  4. #944 wurzelwaerk, 26.04.2019
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    Diesen zweistufigen Ansatz finde ich gut - das werde ich mal probieren.
     
  5. 'Ingo

    'Ingo Mitglied

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    240°C um dem 1crk Anschub zu geben verstehe ich, dann gezielt auf 210° runter auch, ich meine es kann da aber nur einen förderlichen Weg für die Umbildung der Säuren geben. Deshalb schmeckst du das evtl. auch so krass in der Tasse, also den Unterschied, oder schmecken dir dann alle so gerösteten Varianten eines Kaffees?
    Ich hätte jetzt eher die Erwartung, dass du den Temperaturabfall nach dem 1. Crk halt durch Energieerhöhung mehr oder weniger zufällig kompensiert und mit der Rücknahme auf 210°, den exotherm bedingten Anstieg abmilderst. (S.Rao hatte ja so eine Theorie dazu https://www.cropster.com/news-detail/the-flick/)

    Aber ich finde deine Beobachtungen schon sehr interessant, da ich bisher beim Gene nie diese Weg gegangen bin, der eigentlich logisch ist....insbesondere, wenn man die Bohnentemperatur nicht kennt.
     
  6. #946 noke999, 15.01.2020
    Zuletzt bearbeitet: 16.01.2020
    noke999

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    Hallo Gene-Röster,
    ich habe seit kurzem auch einen Gene und die ersten Röstversuche mit einem Brasilien Yellow Bourbon waren schon sehr vielversprechend.
    Röstprofil dazu habe ich mir in diesem Thread gesucht.
    Ich habe nun Bohnen bestellt bei Rohkaffeebohnen.de und dabei auch nach Vorgaben für den Gene für diese Bohnen gefragt.
    Die Antwort (diese ist Bohnenunabhängig) hat mich verwundert, da ich sie hier im Forum noch nie gelesen habe, und ich habe schon viel gelesen...

    Ein wunderbares Standardprofil für ca.160g und mehr Rohkaffeebohnen ist folgende Stufenröstung:

    1.Schritt: leere Röstkanne auf 200°C vorheizen.

    2.Schritt: befüllen der Röstkanne mit den abgewogenen Bohnen: Zeit auf 18min, Temperatur auf 180° einstellen und Start .
    Die Rösttemperaturen bei 16min auf 190°C, bei 14min auf 200°C, 12min auf 210°C, 10,5min auf 215°C, bei 9min auf 220°C,
    bei 7.5min auf 225°C, bei 6.0 auf 230°C, bei 4.5 min auf 235°C, bei 1.5min auf 245°C erhöhen.
    Je nach den persönlichen Geschmacksvorlieben können Sie die automatische Kühlung
    des Rösters bereits bei 4.5 +/- starten (lange den roten Knopf drücken) oder aber bis auf
    0 min rösten lassen; die Rösterkühlung wird dann automatisch gestartet.

    3. Die gerösteten Bohnen mindestens drei Tage ausgasen lassen.

    Was haltet ihr davon und hat das schon mal jemand probiert?

    Grüße aus Augsburg
    Norbert
     
  7. #947 'Ingo, 15.01.2020
    Zuletzt bearbeitet: 15.01.2020
    'Ingo

    'Ingo Mitglied

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    Hallo Norbert,

    schön dass du unter der Heimröster gegangen bist, Glückwunsch zu Gene.

    Würde man das "Profil" ohne Eingriff der Regelung so anfahren können, dann kann es Sinn machen.
    Ich habe das so nie gemacht, mein Gene hat die Dimmermodifizierung und ich setze auf permanente Dauerleistung geregelt stufenlos zwischen 0-1200W

    Dafür habe ich mich entschieden, weil der Gene ansonsten bei erreichen der Solwerttemperatur sein Heizung abschaltet und kühlere Luft durchbläst, bis die Regelung die Heizung wieder einschaltet. Diese thermische Auf und Ab ist sicher nicht optimal, mit separaten feinem Fühler gemessen, sind das Temperatursprüngen um die 20-30K

    Ich habe die CF Vorgaben mal in Excel grafisch dargestellt....nur weil rückwärts denken der Ablaufzeiten so umständlich ist....

    [​IMG]


    An sich ist die Kurve nichts besonderes, wenn aber die eingestellten Temperaturen an jeder Stufe die Regelung "bremsen", also Heizung in ON/OFF Betrieb schalten, dann ist das meiner Meinung nach Murks.

    Wenn die Regelung nicht eingreift, dann könnte der Verlauf bei 235° fest eingestellt evtl. ziemlich ähnlich verlaufen, nur schaltet sich nichts an und ab.
    Ich probiere das mal bei Zeiten aus, dann bekommst du ein besseres Feedback, so ist das auch von mir nur mutmaßen.


    edit:
    Hier mal eine Röstung mit Gene, 200° vorgeheizt und dann Trommel mit 230g befüllt, 235° eingestellt und Start.

    [​IMG]
    Kurve gelb = ANZEIGE GENE ISTTEMPERATUR (geglättet)
    Kurve blau= träges Thermoelement 4mm an Position des Originalfühlers (Ausgangskanal)
    Kurve magenta = Schwingen der Regelung, man sieht schön wie die Heizung ab erreichen der 235° in den ON/OFF Betrieb geht.



    [​IMG]
    Nun mal beide Kurven übereinander gelegt, da sieht man was Fricke damit abfangen möchte, er will die Bohnen damit wohl sanfter temperieren und die Röstung so um 3-5min strecken.
    Schau dir den Verlauf der gelben Linie im Vergleich zu den Fricke Stufen an, da steigt die Temperatur fast linear.

    Wie gesagt, ich probiere es mal aus, einmal so und einmal wie ich es kenne.



    Ingo (und ich mache jetzt kein Selbstgespräch) hat auf seiner Seite auch Gene Profile
    Standard, Stufen......
    Rösten mit Gene Café CBR-101

    Das muss jeder für sich ausprobieren, Stufenröstungen mit Guatemalteken warnen im direkten Vergleich zur Standardröstung schlecht entwickelt, flach....und schmeckten aus so :D
     
  8. noke999

    noke999 Mitglied

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    Hallo Ingo,

    danke für die ausführliche Antwort!
    Ich werde es auf jeden Fall auch ausprobieren mit meinem "Standard-Gene", der Einbau des Dimmers reizt mich allerdings auch...
    Was mich beim "Standardprofil" von CF wundert, ist, dass z.B. der First Crack nicht erwähnt wird, wo doch die Röstzeit/Entwicklungszeit davon abhängt.

    Deine Ergebnisse mit diesem Profil würden mich aber auf jeden Fall interessieren, auch wenn sie vermutlich "dimmerbeeinflusst" sein werden.

    edit: beim "anderen" Ingo habe ich meinen Röster gekauft und seine Profile kenne ich, damit habe ich gestartet :)

    Grüße
    Norbert
     
  9. 'Ingo

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    Nein, ich würde den Dimmer ja wegdrehen, dann ist der Gene wieder wie deiner.
     
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