Wie verändere ich die Ratio bei Sage Barista Express?

Diskutiere Wie verändere ich die Ratio bei Sage Barista Express? im Espresso- und Kaffeemaschinen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Liebe Wissende, ersteinmal vielen Dank für die vielen hilfreichen Beiträge, die mir bisher als Neuling viel geholfen haben. Nun habe ich mich...

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  1. #1 CaffeLungo, 04.08.2020
    CaffeLungo

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    Liebe Wissende,

    ersteinmal vielen Dank für die vielen hilfreichen Beiträge, die mir bisher als Neuling viel geholfen haben.
    Nun habe ich mich angemeldet, da ich mit einer Sache bei meiner Sage Barista Express nicht weiter komme. Sicher könnt Ihr mir helfen.
    Die Maschine habe ich seit rund einem halben Jahr und bin recht zufrieden. Durch die Beiträge hier wusste ich vor dem Kauf, dass ich kein High-End erwarten kann. Sie steht im Büro und reicht dort völlig aus. Ich habe eine Feinwage und messe vor jedem Mahlvorgang genau ab, heize vor, spüle etc. wie hier schon oft empfohlen. Das Tampen habe ich auf der Wage geübt, etc. Zudem führe ich ein Kaffeelogbuch mit den Einstellungen zum Mahlgrad, Bezugsdauer ....
    Kaffeebohnen kommen je nach Laune von lokalen Röstern oder Espressobars (z.B. Malabar, Galestro, Roko). Hauptsächlich trinke ich Cappucino (nutze externen Schäumer) oder den Espresso doppelt direkt oder manchmal nachmittags auch als Americano. Ich nutze das einwandige Sieb für einen doppelten Espresso.
    Das Ergebnis ist zwar keine Weltklasse, aber besser als in manchen Kaffeebars/bei einigen der Röster.
    Bei den meisten Shots lande ich bei einer Bezugsdauer von etwa 25-30 Sekunden bei Druck im oberen optimalen Bereich bei einer Ratio von recht konstant etwa 1:2,7. Bei mittlerem Druck steigt die Säure merklich an. Je nach Bohne kommen 15-17,5 Gramm in die Mühle. Ich mahle in zwei Mahlgängen bis das Mahlwerk leer ist. Eine Ratio von 1:2,0 ist mir bislang nur vereinzelt und zufällig durch Überextration gelungen. Bei diesen Shots war aber auch erkennbar der Süßpunkt erreicht. Ich würde gerne diesen Punkt erreichen, bevor die Überextration/Bitterkeit einsetzt. Ich hoffe das sind die richtigen Begriffe.
    Bislang dachte ich, dass ich die Ratio durch Erhöhung der Kaffeemenge erhöhen kann, aber die Ratio jedenfalls bleibt weitgehend gleich. Zudem befinden wir uns hier auch im Bereich von Zehntelgramm, ich denke da ist die Grenze der Maschine eh erreicht.
    Jetzt nach Rückkehr aus dem Home-Office waren meine Bohnen merklich gealtert und der Espresso schmeckte bei gleichen Einstellungen nach eingeschlafenen Füßen. Bevor ich die alten Bohnen durch neue ersetzt habe, habe ich nochmals mit den Einstellungen gespielt. Laut Log fehlten mir bei der letzten Bohne noch eine geringere Kaffeemenge und ein feinerer Mahlgrad, also habe ich die Menge und den Mahlgrad verringert und siehe da eine Ratio von 2,0 erhalten. Zufall? Der Kaffee war zwar immer noch muffig, aber hatte durch die geänderte Ratio ein ganz anderes Aroma/Süße. Es war aber auch viel Platz im Sieb -Tamper ging fast bis zum Anschlag rein- scheint also auch nicht richtig gewesen zu sein.
    Soweit zur Einleitung, nun zur Frage.
    Mir ist jetzt klar, dass ich die Funktionsweise der Maschine nach wie vor nicht verstehe. Wie kann ich also die Ratio in Richtung 1:2,0 anpassen, ohne zu überextrahieren? Vergeblich versucht habe ich bereits:
    feinerer Mahlgrad -> führt zu Überextraktion, mehr Pulver (wir befinden uns im Gramm bis Zehntelgrammbereich) bewirkt fast nichts, Anpassung der Wassermenge in den Grundeinstellungen habe ich auch ein Mal versucht, es war ein ganz großer Fehler: Stopp mal den Wasserfluss per Knopf bei exakt 32 - 35 Gramm. Jetzt sind es wieder die Werkseinstellungen.
    Habt ihr eine Idee, was ich noch versuchen kann? (und nein, eine neue Maschine kaufe ich (noch) nicht ;-))

    VG
    Knut
     
  2. #2 domimü, 04.08.2020
    domimü

    domimü Mitglied

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    Das ist genauso hohler Werbekram wie vom Hersteller.
    Wenn es nur um die ratio geht, programmier halt die Wassermenge neu. Das ist ausführlich in der Bedienungsanleitung beschrieben.
    Und ich wette, gleich kommt wieder jemand, der das lustige Video zum Kalibrieren des Mahlgrads postet.
     
  3. #3 Brewbie, 04.08.2020
    Brewbie

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    Entweder feiner mahlen, dass weniger rauskommt in gleicher Zeit, oder mehr Kaffeemehl hinein und gleiche Zeit, oder gleiche Menge wie bisher und den Bezug eher stoppen
     
  4. joost

    joost Mitglied

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    Es gibt einige, die übereinstimmend berichten, dass ihre S*ge deutlich bessere Ergebnisse liefert, wenn sie auf eine ordentliche externe Mühle umstellen. Vielleicht ginge es ja da lang...
    Oder vielleicht erstmal eine ordentliche Handmühle zum Experimentieren? Haben hier auch die meisten.
     
  5. #5 Warmhalteplatte, 04.08.2020
    Warmhalteplatte

    Warmhalteplatte Mitglied

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    Wie meinst du das? Kommt das gemahlene Pulver nochmal in die Mühle, oder schmeißt du zweimal Bohnen in den Behälter oben rein? In beiden Fällen: Warum?
     
    Brewbie gefällt das.
  6. snippy

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    Ich würde dir raten einfach manuell zu beziehen. Mache ich bei der Maschine genau so und dann passt das auch. Die Malgradeinstellungen sind dann zumindest so fein, dass man die Shotdauer bei gleicher Bezugsmenge in ~3-Sekunden-Inkrementen variiert bekommt. Lass dich nur nicht von der Druckskala irritieren. Bei anständiger Extraktion in >20s bei 18g Pulver und am Ende 40g in der Tasse steht der Druck am Ende der Skala und bereits außerhalb der "Espresso-Range". Da würde ich nichts drauf geben.

    Beste Grüße
    Finn
     
  7. Menne

    Menne Mitglied

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    Warum solltest du in die überextraktion kommen wenn du feiner mahlst? Wenn du gleich lange beziehst, bei gleicher Menge und eine 1:2 Ratio erreichst, hast du doch was du wolltest?

    Ansonsten kann ich dominü nur zustimmen. So würde doch niemand jemals seinen Kaffee beschreiben, ausser fürs Marketing.
    Wenn man hier vorher schon mitgelesen hat kann ich mir kein Szenario erklären warum man sich diese Maschine gekauft hätte.
     
  8. #8 CaffeLungo, 04.08.2020
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    Whow, vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich wollte mit dem „hohlem Werbekram“ eigentlich keine Werbung machen. Sollte aussagen, dass es beim Profi viel bessere Kaffees (Weltklasse) gibt, aber ich leider auch beim Röster und in vielen Restaurants schon schlechtere getrunken habe. Ist aber nur meine persönliche Meinung. Über Geschmack lässt sich anscheined doch streiten. Ich bitte um milde Bestrafung ;-).
    Mit zwei mal mahlen meinte ich, dass ich die volle Menge nur ein Mal einfülle, aber 2 Mal den Mahlknopf drücke, bis wirklich alles aus dem Mahlwerk raus ist, um hier mögliche Variationen bei der Mahlmenge zu vermeiden. Das war auch ein Tipp hier aus dem Forum oder einem der Links, die hier geposted wurden.
    Aus euren aktuellen Tipps höre ich raus, dass es doch die Wassermenge ist und ich tatsächlich die Einstellungen nochmals ändern, oder manuell stoppen muss.Außerdem werde ich mal versuchen, die Skala weiter zu verlassen.

    Ich probier das am Freitag gleich mal aus.
    Vielen Dank!

    Euch einen schönen Abend

    knut
     
  9. snippy

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    Oder einfach gleich komplett manuell. Dazu den Einer- oder Zweiterknopf (egal welcher) gedrückt halten (anstatt zu tippen) solange du Pre-Infusion willst, dann loslassen, und nach der gewünschten Menge nochmal drücken. Dann kommt auch keine Mengenabschaltung vorher.
    Ich hatte oft den Eindruck dass die Menge bei Nutzung der Presets gerade bei langer Bezugszeit nicht mehr passt, sondern der Bezug vorher gestoppt wird, auch wenn die programmierte Menge noch nicht durchgelaufen ist. Das kommt bei komplett manuellem Handling nicht mehr vor - und als Bonus kann man etwas mit der Pre-Infusion spielen.

    Bezüglich deiner Mahl-Technik, klingt es, als wenn du Single-Dosing machst? Wenn ja, wiegst du die Bohnen oder das Mahlgut? Als ich Ersteres gemacht habe, hatte ich irre Schwankungen in der Mahlgutmenge bei der integrierten Mühle - daher falls du es nicht eh schon machst lieber das Mahlgut wiegen. Dann bist du auf der sicheren Seite und hast keine unvorhersehbaren Schwankungen.

    Beste Grüße
    Finn
     
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  10. #10 CaffeLungo, 07.08.2020
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    @ snippy Dein Tipp war genau der richtige. Mit dem manuellen Bezug klappt das wunderbar.

    Ich habe eine Zeit lang sowohl vorher als auch nachher gemessen und das Ergebnis lag ziemlich konstant im Bereich der Wiegeungenauigkeit von 0,05 Gramm. Hier kamen allerdings nach dem ersten Mal der Betätigung des Mahlwerks z. B. 15,70 Gramm von 16,00 Gramm wieder raus, beim zweiten Betätigen kam aber nach ein paar Sekunden Leerlauf noch ein kleiner Nachschwall, sodass dann die Waage dann 15,95 - 16,05 Gramm angezeigt hat. Daher messe ich jetzt eigentlich nur noch vorher. Das spart dann hinterher das lästige Umfüllen des Mahlguts in das Filtersieb. Ich werde das jetzt aber von Zeit zu Zeit nochmal nachprüfen.

    Eine letzte Frage habe ich noch.
    Beim Spielen mit dem Vorbrühen weiß ich momentan noch nicht worauf ich sensorisch achten soll. Ich habe es jetzt mal mit 5 Sekunden und einmal mit 9 Sekunden versucht, allerdings lagen ein paar Stunden zwischen den Espessi, sodass ich keinen direkten Vergleich hatte. Vermutlich sollten sich beim längeren Vorbrühen mehr Aromen lösen, aber welche?

    Schonmal vielen Dank und ein schönes Wochenende!
    Knut
     
  11. #11 CaffeLungo, 10.08.2020
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    Ich habe jetzt noch ein paar mal gemessen. Von 6 Mahlgängen waren 4 gut, aber 2 hatten Schwankungen um - 0,3 und +0,2 Gramm. Ich wiege daher jetzt nach dem Mahlen.
    Danke für den Tipp!
     
  12. #12 benötigt, 19.08.2020
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    Ob Präinfusion etwas bringt, hängt ganz stark von den verwendeten Bohnen ab. Nur bei geeigneten Bohnen und wenn alle anderen Parameter stimmen, würdest Du eine größere oder veränderte Bandbreite an Aromen feststellen können. Wenn Du zwischen 5 sec. und 15 sec. Dauer keinen Unterschied feststellen würdest, lohnt sich der Aufwand nicht.
     
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