Zeitfenster für Röstprozess

Diskutiere Zeitfenster für Röstprozess im Vom Rohkaffee zum Selbströster Forum im Bereich Rund um die Bohne; Geschätzte Gemeinde, angestossen von folgendem Thread auf HB: The cheapest and simplest way to improve your roasts - Home Roasting •...

  1. #1 the_deal_maker, 04.08.2008
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    Geschätzte Gemeinde,

    angestossen von folgendem Thread auf HB:

    The cheapest and simplest way to improve your roasts - Home Roasting • Home-Barista.com

    würde ich gerne die Diskussion über das Thema eröffnen.

    Ich kann die Beobachtung, dass ab einem gewissen Zeitpunkt (> 20.0 Min) die
    Röstung sehr flach und irgendwie charakterlos wird bestätigen. Besonders ist mir dies bei
    meinen letzten Blendversuchen mit dem Roure aufgefallen. Alle haben mehr als
    20.0 Min gebraucht, teilweise bis 29.0 Min. Ergebnis war sehr schlecht, geschmacklich
    ziemlich daneben.

    Es scheint also ein Zeitfenster zu geben, dass durch ein Minimum und Maximum
    definiert wird. Aus Eurer Erfahrung, wo seht Ihr dieses Zeitfenster? Ich würde es
    irgendwo zwischen 12.0 bis 16.0 Min sehen.

    Als ich vor einigen Wochen bei The Coffee Collective war, wurde dort der Brasil Daterra
    Sweet für ihren Blend geröstet. Bereits nach 11.30 Min wurden die Bohnen entnommen,
    hatte mich damals überrascht.

    Bin gespannt welche Erfahrung Ihr so gemacht habt.

    Grüße,
    - Malte
     
  2. #2 gunnar0815, 04.08.2008
    gunnar0815

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    AW: Zeitfenster für Röstprozess

    Ist denke ich sehr stark Röstprozessabhängig bzw. Rösterabhängig. Bei Heißluftröster wird es wohl er viel kürzer sein.
    Mit dem Gene hab ich Röstzeiten je nach dimmung der Heizung von 15 bis 25 Min.
    Gunnar
     
  3. #3 berwang, 05.08.2008
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    AW: Zeitfenster für Röstprozess

    Kann ich für meinen Gene voll bestätigen. Ich habe auch mit längeren Röstzeiten experimentiert, siehe Diagramm 1 und 2, die Ergebnisse waren geschmacklich im ST sehr flach, hat mich eher an frische Brotkruste erinnert (auch Maillard-Reaktion).
    Da ich immer 220 g verröste bin ich nie unter 13 Minuten gekommen.
    [​IMG]
    Diagramm 3 (und 4) liefern bei mir die besten Ergebnisse. Zurzeit lasse ich nach dem 1. Crack die Temp. 1°C/min weiter ansteigen, damit ich den Grundsatz „ Temp. steigt bis Röstende“ erfülle. Bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Zeiten bewegen sich je nach Bohne zwischen 13.5 und 15.5 Minuten (Robusta aus Togo).
    [​IMG]
     
  4. #4 the_deal_maker, 05.08.2008
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    AW: Zeitfenster für Röstprozess

    Vielen Dank, das bestätigt die Beobachtung dass es in jedem Fall ein oberes Limit gibt
    und dass dies unter 20.0 Min liegt. Dies erklärt auch eine gewisse Fluktuation meiner
    Ergebnisse mit dem Roure. Teilweise hatte ich grandiose Ergebnisse (bspw. mit dem
    El Injerto) und auch totale Fehlschläge, es gab aber immer eine Korrelation zur Röstdauer.
     
  5. #5 Frankhh, 09.08.2008
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    AW: Zeitfenster für Röstprozess

    Zeitlich bis 30 Minuten rösten macht bei vielen Bohnen keinen Sinn, dann sind die
    ausgebacken und flach kann, ich zustimmen.

    Was aber auch zum Brotgeschmack beifügt ist der ganz unten ansetzende Temperaturverlauf. Wenn ich mir die Diagramme anschaue, da geht es erstmal los mit 150 Grad dann 8 Minuten steigend bis 240 Grad dann zu Ende rösten.

    Ich kann es nur von meinem Trommelröster sagen, dass ich eine Röstoptimierungdurchführe.
    D.H. z.B.beim Ätiopien Bonga fahre ich meinen Trommelröster mit 235 Grad.
    Fülle die 1000g Bohnen ein und der Röster senkt exakt auf meine Wunschtemperatur von 220 Grad nach 3 Miuten ab. Somit habe ich einen Linearen Röstverlauf bis um Röstende
    dies ermöglicht es den Bohnen sich voll zu enfalten. Wobei ich den Bonga hier nun auch 27
    Minuten röste und das Egebnis sehr gut ist.
    Viele Wege führen eben nach ROM.

    Gruß
    Frank
     
  6. #6 gunnar0815, 09.08.2008
    gunnar0815

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    AW: Zeitfenster für Röstprozess

    Na dann lade ich auch mal ein Röstprofil zum Diskutieren hoch. Eigentlich recht typisch für mich bei 85% Leistung. Heize auf 170°C vor die Temperatur fällt dann beim einfüllen auf 144°C fahre dann ohne Heizung 3 Min. bis 84°C, dann 85% Heizleistung bis 230°C wenn die Bohnen ihre Energie wieder abgeben dann auf 220°C
    [​IMG]

    Wie gesagt viele Wege führen nach Rom

    Gunnar
     
  7. #7 chelonae, 09.08.2008
    chelonae

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    AW: Zeitfenster für Röstprozess

    Hallo Gunnar,

    wenn man bei einem 90kg-Probat für drei Minuten das Gas wegnimmt, mag das möglicherweise seinen Sinn haben, aber bist Du Dir sicher, daß das beim Gene einen vergleichbaren Effekt hat? Der ist ja ein halber Konvektionsröster und hat längst nicht so eine wärmespeicherne Trommel, wie der fette Probat...

    Wo hast Du denn die Temperatur für Dein Diagramm gemessen? Ich dachte, daß man die Temperatur niemals fallen lassen, sondern in ihrem Anstieg lediglich bremsen dürfe. Wenn Du also relativ nahe bei der Bohnenmasse gemessen hast, dann würde ich in Zukunft lieber mit 75 oder 80% an den ersten Crack ranfahren, dann das Niveau halten und um den zweiten Crack herum evtl. sogar nochmal nachlegen.

    Gruß
    Martin
     
  8. #8 gunnar0815, 10.08.2008
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    AW: Zeitfenster für Röstprozess

    Ja ich weiß ist sicherlich umstritten die Temperatur fallen zu lassen.
    Meine Ergebnisse fand ich so aber besser als ihn durchlaufen zu lassen. Manche Röster lassen sogar bis unter 60 °C fallen. Hat vielleicht einen ähnlichen Effekt wie die Abgebrochene (zwei Phasen Röstung). Die Temperaturmessung ist bei dem Gene mit den eingebauten Fühlern nicht grade die Bohnentemperatur. Glaube 85% Abluft und 15% Zuluft wird gemessen. Zum ende setzt sich je nach Bohnen das Sieb in der Trommel voll Häutchen was zu einer noch größeren Fehlmessung führt. (Luftstau) Bohnen mit extrem viel und großen Häutchen sind für den Gene deswegen nicht grade geeignet. (manche brasilianische Bohnen neigen dazu). Trotzdem kann man mit der Anzeige den Prozess konstant halten und sieht wann die Bohnen Energie wieder abgeben.
    Steuer den Gene nur noch über den Dimmer. Z.B. 85% bis 230°C und dann zwischen 60% bis 72% die Temperatur halten bzw. um 50% um auf 220°C zu sacken. Ist super genau da das dauernde schalten der Heizung weg fällt. Und man merkt ab wann die Bohnen Energie abgeben. Man bracht dann weniger Heizleistung für die gleiche Temperatur.
    Bin aber auch noch am Anfang vielleicht sollte man mit abfallender Temperatur auch er als Sonderröstung für bestimmte Bohnen nehmen und nicht als Standart.
    Na da werde ich meine Erfahrungen wohl noch machen müssen.
    Ach hat zufällig jemand eine Idee wie man die Temperatur der Bohnen beim Gene genau messen kann. Infrarotthermometer wird wohl nur die Glastemperatur messen oder?
    Gunnar
     
  9. #9 Walter_, 10.08.2008
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    AW: Zeitfenster für Röstprozess

    Temperaturprofile (Temperatur vs. Zeit) beim Rösten haben manchmal eine sehr hohe Aussagekraft, nämlich dann, wenn sie unter den selben Bedingungen mit demselben Röster erstellt wurden (ausgenommen man verzeichnet eine konstante Temperatur quasi über die gesamte Röstdauer, dann ist das Diagramm natürlich wertlos).

    Verschiedene Röster mit unterschiedlichen Thermofühlern an verschiedenen Positionen in der Trommel - womöglich noch mit verschiedenen Bohnen befüllt - vergleichen zu wollen ist jedoch m.E. ziemlich müßig, denn da läuft man immer Gefahr, Kraut mit Rüben oder Äpfel mit Birnen zu vergleichen...
     
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