Hallo!
Das Messen der Brühtemperatur ist wahrlich keine banale Sache. Zu beachten ist die Flußrate des Wassers, die Menge des durch strömenden Wassers sowie die Lage und Charakteristik des eingebauten Fühlers.
Wie man das "Problem" löst ist eine Frage zu der es im Board auch schon einige Threads gibt.
Am Ende bleibt aber immer die Frage nach der Übertragbarkeit verschiedener Messungen die von verschiedenen Boardies mit ihrem jeweiligen, in der Regel selbstgebautem Equipment gemacht wurden.
- Der eine misst im Kaffeemehlpuk. So hab ichs auch schon gemacht. Nur führt der Drahtfühler selbst recht schnell zu Kanalbildung im Puk. Gleichzeitig dürfte der Fühler mal höher, mal tiefer im Puk liegen. Außerdem muss man für jede Messung einen Puk pressen, der dem der anderen Messung möglichst gleich kommt. Eien Übertragbarkeit der Messungen ist nicht wirklich gegeben.
- Der andere gießt den Hohlraum eines Blindsiebes mit Epoxidharz o.ä. aus. Hierdurch wird die Fehlerquelle Kaffeepuk ausgeschaltet. Das Wasser fließt dann von der Dusche durch ein gebohrtes Loch und muss danach noch in der Flußmenge reguliert werden, denn die Messung soll ja die Brühtemperatur bei einer Flußrate von ca 1ml/ Sek abbilden. Hierzu bietet sich ein Nadelventil oder anderer Flußbegrenzer an. Ein Nadelventil ksotet mehr als eine feste Lösung mittels Lochdüse ist letztlich aber anpassbar an den Brühdruck und ermöglicht sogar eine Messung bei 2ml/Sek. Letztere Flußrate entspräche der Brühung im 2er Sieb
- Ein dritter Punkt ist das verwendete Meßgerät mit oder ohne Datenlogger. Wichtig ist hierbei vor allem die Frage ob und wie man das Gerät z.B. mittels Crushed-Ice und kochendem Wasser kalibrieren kann. Für den einzelnen ist es ja unerheblich, ob sein Thermometer ein Grad mehr oder weniger anzeigt. Als User will ich ja wissen ob ich die Brühtemperatur auf ein bestimmtes mir bekanntes Niveau eingestellt habe oder ob ich eine Temperatur von +1 oder -2° einsetze
Für diesem Thread wünsche ich mir nun eine lebhafte Diskussion bei der am Ende eine Bauanleitung für ein Siebthermometer steht, das jeder Boardie in Eigenbau nachbauen kann.
Die verwendeten Materialien und Bezugsquellen sollten bekannt sein. Im Idealfall findet sich eine Quelle, bei der man alles bestellen kann oder wir finden eine Lösung bei der die Materialien an einer Stelle gesammelt und dann zusammengestellt weitergegeben werden. oder so ähnlich...
was ich bisher habe:
Verbaut sind hier
- ein Blindsieb (2,-€, z.B. openup.de)
- ein regelbares Nadelventil mit Schraubfitting, zwei Dichtscheiben und einem Aufschraubnippel (zusammen ca. 16,xy€, gekauft bei DHC Druckluft/ Hydraulik in Fürth)
Ich habe auch überlegt an das Sieb nur einen Nippel anzuschrauben an den dann eine Druckleitung kommt, die man durch den Auslass eines geschlossenen ST führen kann. Außerhalb des ST wäre dann das Nadelventil Vorteil: Es wäre kein bodenloser ST erforderlich und das Messsieb könnte in diverse ST eingesetzt werden.
Nachteil: man braucht mehr Teile, verursacht mehr Kosten und es bleibt mehr Wasser im System. Auch stellt sich die frage, ob es zwischen Blindsiebunterseite und Boden des ST genug Raum für den Anschluß gäbe..
Vorrätig habe ich noch einen K-Fühler con Conrad, den ich dort im SB-Bereich bekommen habe. Das Ding hat irgendwas zwischen 5 und 8 Euro gekostet:
Ich halte diesen Fühler deshalb für besonders geeignet, weil er eine winzige Meßspitze hat, welche schnell anspricht. Auch der Preis ist angenehm gering. Leider finde ich den Fühler nicht im Webshop. Bei Gelegenheit kann ich vor Ort die Artikelnummer nachschauen.
Mein Plan:
- Der Fühler wird durch ein zweites Bohrloch ins Sieb geführt.
- In die Mutter auf der Innenseite des Siebes wird ein waagerechter Kanal gebohrt, so dass der Fühler in die Mitte des Lochs im Fittings geführt werden kann. Alternativ wird ein Schlitz in den Fitting gedremelt. Am Ende soll der Fühler auf jeden all an definierter Position sitzen und vor Beschädigungen geschützt sein. (In einem anderen Projekt hier im Board wurde ein solcher Fühler durch die Duschenschraube abgerissen.
)
- Um das zu flutende Volumen im Blindsieb möglichst klein zu halten wird der Hohlraum bis zur Oberkante des Fittings mit Epoxidharz o.ä. ausgefüllt. Wichtig ist, dass die Menge des Harzes und der verbleibende Hohlraum festgelegt werden. Bei Füllung bis Fittingoberkante bleiben 13mm Luft bis zum oberen Blindsiebrand. In meiner Carimali ragt die Dusche ca 10mm in dies Sieb hinein bevor sie auf den Puk trifft. Es blieben also ca 3mm Freiraum als zu flutender Hohlraum.
meine Fragen:
- Was haltet ihr von dem Projekt? Bekommen wir da gemeinsam was auf die Reihe?
- Womit gießt man das Sieb am besten aus? (Zu dem Thema habe ich just gerade mit einer Fachfirma telefoniert. Gießt man mit Epoxidharz aus, muss dieses beim Härten "temperiert" werden, es muss also unter Hitze aushärten. Nur wenn man dies macht bleibt das Epoxidharz anschließend auch unter Temperaturen von z.B. 90-110°C formstabil. Wieder was gelernt.
Ein Datenblatt ist unterwegs an mich)
- was haltet ihr von dem Fühler?
- Wo sind die Denkfehler?
Nun ja, es werden noch viele Fragen auftauchen. Ich muss ja nicht auf alle kommen und nicht alles vorwegnehmen.
PS: Ja ich weiss: "Wer misst misst Mist." Ich kenn den Spruch und wir können uns lange darüber unterhalten ob es sinnvoll ist die temperatur zu messen. Wenn es Sinn machen soll dann sollten wir zumindest das möglichst Gleiche messen...


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