Hallo,
vor ca. 3 Jahren habe ich mal spontan günstig in der Bucht eine älteren 2-Kreiser Expobar Office o.ä. von ca. 1998 mit E61-Nachbau, Festwasseranschluß, Rotationspumpe, eingebauter Cunill Mühle und ohne Typenschild geschossen.
Der etwas rustikale gewöhnungsbedürftige ca. 45kg Klopper werkelt seitdem zufriedenstellend (noch?) im Tankbetrieb mit Britta gefiltertem Wasser, mein Stromversorger freut sich und die Heizung im Raum langweilt sich öfters.
Seit einiger Zeit habe ich Druckprobleme beim Bezug und dank bodenlosem Siebträger mit 2er Marzocco sieht man das Channeling, sowie Gespritze ab ca. knapp der Hälfte der Bezugszeit deutlich mit früher Blondphase und plörrigem, schaumigen Ergebnis.
Durch Variation des Mahlgrades, Füllmenge, Tamperdruck und verschiedenen Bohnen erreicht man kaum die üblichen Bezugszeiten und -mengen.
Man merkt auch deutlich im Laufe des Bezuges eine Art Aufbiegen des Siebträgers, denn der mittlere Teil wölbt sich leicht nach unten und das Griffende geht etwas nach oben.
Mit zu fein gemahlenem erreicht man manchmal schon übliche Bezugszeiten, aber insgesamt ein unkontrollierbares Ergebnis und es hat sogar schon mal den nicht unbedingt angeknallten Siebträger rausgehauen.
Duschsieb, Kopf der Brühgruppe, sowie Siebträgerdichtung sind ok und natürlich wird regelmäßig rückgespült.
Neulich ließ auch der hohe Druck nach Bezugsende nicht nach und es war kein Rückspülen möglich, aber das lag am Magnetventil.
Da eine Zerlegung und Reinigung nicht dauerhaft half, habe ich es komplett ausgetauscht und seitdem funktioniert der Druckabbau nach Bezugsende wieder.
Die Durchflußmenge ohne oder mit leerem Siebträger beträgt ca. 300 ml in 30 Sekunden und ist damit AFAIK im normalen Rahmen.
Am Bypassventil (rechts) habe ich bisher noch nicht "rumgespielt" und eingebaut ist leider nur ein wenig aussagekräftiges Kesseldruckmanometer.
Die Druckverhältnisse im Kessel sind demnach OK während Aufheizen, Abkühlen, Nachheizen, Wasser-, Dampf- und Bezug an der Brühgruppe: immer zwischen ca. 0,9 und 1,1 bar
Ich habe (bisher noch) kein Brühgruppenmanometer, aber vielleicht rüste ich irgendwann mal auf ein Doppelmanometer um.
Ein Druckregler bzw. Druckminderer hat die Maschine wohl nicht, sollte im Tankbetrieb auch nicht nötig sein.
Aber anscheinend ein Rückschlagventil (links) und ein Expansionsventil konnte ich bisher nicht entdecken.
Entkalkt habe ich die Maschine noch nicht, betreibe sie selber nur mit unverschnittenem Britta gefiltertem Wasser und zumindest im Kessel hält sich der Kalk in Grenzen.
An das Innenleben der Brühgruppe habe ich mich bisher aber noch nicht rangetraut.
Liegt der immer noch vorhandene zu hohe Druckanstieg beim Bezug vermutlich nur an der Einstellung oder ggf. Defekt des Bypassventil am Pumpenkopf?
Oder hat er womöglich eher eine andere Ursache, z.B. in der Brühgruppe?
Sollte ich einfach mal vorsichtig mein Glück am Bypassventil mit z.B. 1/4 Drehungen probieren?
Update:
Da Einstellungen auch >1 Umdrehung keine sichtbare oder subjektive Auswirkungen zeigten, habe ich mir mal kurzfristig ein Manometer ausgeliehen.
Die ersten Messungen waren deprimierend, da immer >16bar. Die Einstellschraube des Bypassventils war aber auch ohne Wirkung und stand kaum unter Federdruck, wenn man sie weiter rausdrehte.
Habe dann heute das Bypassentil zerlegt, der Stempel zwischen Feder und Ventil war nicht gangbar, da verkalkt. Nur entkalkt, gangbar, einstellbar, funktionert, sowie wohl auch dicht.
Nun konnte ich endlich Brühdruck von ca. 17 bis 4 bar einstellen. Derzeit ist er bei ca. 8,75 bar und das Ergebnis mit den gleichen Bohnen, sowie Mahlgrad ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, da endlich wieder ordentliche Durchlaufzeiten & kein Channeling mit Gespritze mehr.
Nun geht's an das Finetuning und eigenes Manometer habe ich gestern schon bei Ebay geschossen.
Das Thema hat sich also glücklicherweise erstmal ohne größeren Ärger und Aufwand erledigt.
Vielleicht hat noch jemand zu s.u. eine Idee?
Btw, gehe ich recht in der Annahme, daß die Maschine auch ein Rückschlagventil (links) zwischen Pumpenkopf und Flexschlauch hat?
Laut Hr. Beilhard haben diese Maschinen wohl keins serienmäßig, aber es wäre sinnvoll und vielleicht hat der Vorbesitzer dieses schon mal nachgerüstet.
Weitere Bilder gibt's bei Interesse oder Bedarf unter
Expobar Office außen & innen
Vielen Dank!


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