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Bau eines Kaffeemobils

Dieses Thema im Forum "Grundsätzliches" wurde erstellt von kaffeewagen, 31. Juli 2012.

  1. kaffeewagen Mitglied

    Hallo zusammen,

    nachdem ich mich eine Weile mit mobilen Kaffeelösungen wie Kaffeefahrrädern usw. beschäftigt habe, bin ich nun zu dem Entschluss gekommen, einen mobilen Kaffeewagen selbst zu konstruieren und den Korpus von einem Schreiner fertigen zu lassen, um dann die Technik einzubauen.

    Da ich auf diesem Gebiet relativer Neuling bin, würde mich interessieren ob ihr hier ein paar Tipss für mich parat habt: Welche Espressomaschinen sind für mobile Kaffeelösungen am besten geeignet, welche haben ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, was muss ich bei der Auswahl der Maschine beachten (ich meine nicht allgemein bei Maschinen, das kann ich hier über die Suchfunktion finden, sondern speziell für mobile Lösungen)? Wieviel Wasser sollte man mitführen (dazu ist zu sagen, dass der Wagen autark von Wasser, aber nicht autark von Strom sein soll, da er vor allem für Cateringzwecke eingesetzt wird, wo Strom relativ leicht zu bekommen ist, Wasser dagegen nicht). Was braucht alles Platz auf der Arbeitsfläche an das man vielleicht nicht denkt (eingeplant habe ich bisher Maschine, Tamper, Kaffeemühle und Waschbecken)? Was vergisst man ansonsten noch leicht bei einer solchen Konstruktion?

    Würde mich freuen, ein paar konstruktive Hinweise zu bekommen.

    LG,
    Dieter

    P.S.: Von Postings a la "Mit einem Kaffeemobil kann man sowieso kein Geld verdienen" oder "Lass die Finger davon wenn du dich nicht damit auskennst" bitte ich jedoch abzusehen, die habe ich in älteren Forenbeiträgen schon ausgiebig studiert :)
  2. alterschwede Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Habe am Wochenende Espresso in 2 verschiedene Anhänger gekocht. Fand am Anfang, dass beide ok organisiert waren. Man merkt aber erst nach und nach, was einem nicht passt. Und ich glaube, dass verschiedene Leute haben unterschiedliche Vorlieben…

    Mein Vorschlag (egal, ob du ein Anhänger, Ape oder Fahrrad vor hast zu bauen): Lass es! Kauf lieber was halbwegs fertiges, gebrauchtes (habe das Gefühl, dass es eine ausreichende Auswahl gibt!) und probiere erstmal aus, was dir passt und was nicht. Irgendwann kannst du ja das Ding wieder abstoßen und deine Traumkaffeemobil bauen.
  3. TwimThai Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Mit einem Kaffeemobil kann man doch kein Geld verdienen. ;)

    Wo wir das erledigt hätten:
    Spontan fällt mir noch eine Abschlagvorrichtung und ein Mülleimer ein. Außerdem brauchst du einen Kühlschrank für Milch (der kann aber unter die Theke) und Abstellfläche für Tassen, Zucker, Umrührstäbchen, Visitenkarten, Servietten.

    Zu den technischen Vorrichtungen muss man zunächst einmal wissen, welchen Durchsatz du planst. Je nachdem entscheidet sich die Größe der Maschine und des Wasservorrats. Generell ist es aber das größere Problem ohne Strom zu hantieren, wie ohne Wasser. Von daher klappt das schon.
  4. Holger Schmitz Moderator

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Bei der Planung auch durchaus mal mit dem Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen... z.B. sind teilweise 2 Waschbecken notwendig, eines zum ausschließlichen Waschen der Hände (mit warmen Wasser) und ein zweites für den allgemeinen "Spülkrams".
    Der Tip vom alten Schweden ist gut, im wesentlichen mal möglichst viele mobile Kaffeebars ansehen und "mit den Augen stehlen", noch besser etwas praxis an verschiedenen Mobilen sammeln. In den meisten Fällen haben die "Selbstbauer" mehrere Evolutionsstufen gehabt, dafür ist es dann mehr oder minder maßgeschneidert.
    Was wolltest Du als Basis nehmen ? Ich würde eher in Richtung eines kleinen Transporters tendieren als zur üblichen Ape (zu langsam, klapprig, kippelig, Zuladung zu gering).
    Damit es auffällt vielleicht ein Citroen Hy oder ein alter T2 (der T3 wird ja auch langsam Kult).

    Grüße
    Holger

    Grüße
    Holger
  5. espresso-addict Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Auch wenn Du meinst, nicht unbedingt vom Strom unabhängig sein zu müssen, würde ich im Hinblick auf maximale Flexibilität empfehlen, eine mit Erdgas beheizte Handhebelmaschine zu nehmen, die Dir die Möglichkeit gibt, das Kaffeemobil überall einzusetzen. In Frage käme z.B. eine Astoria Perla AI oder Rapallo AI.
  6. Barista Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Bei den mobilen Kaffeebars die ich bislang gesehen habe, war das Spülen des Geschirrs immer ein Problem und meist stand irgendwo eine größere Spülschüssel, in der das Geschirr gesammelt wurde, um es dann wohl zuhause zu spülen.
    Auch wenn ich Pappbecher eigentlich nicht mag, wäre es vielleicht eine Überlegung wert, konsequent auf Einwegbecher zu setzen. Damit spart man einen erheblichen Aufwand. Mit dem Müll muss man halt leben können.
    Die in kaltem Wasser handgespülten Capputassen mit dem Flair und Schmutzrand eines Campingplatzes brauche ich aber wirklich nicht.
  7. kugelmoped Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    und die Mühle?
  8. TwimThai Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Strom oder kein Strom - das ist eine Grundsatzfrage. Da würde ich aber wohl eher zusätzlich einen Generator einplanen, als von vorne herein diese Ausnahme zur Regel zu machen.

    Beim Wasser auf jeden Fall zweispurig planen und einen Festwasseranschluss neben dem Tank vorsehen. Das ist ja gar kein Problem...

    Zum Spülen gibt es auch sehr kleine und sehr schnelle Gastrospülmaschinen. Die schaffen in 15 Minuten geschätzt 20 Tassen - das muss man erstmal als Output haben ;) Das macht dann aber nur Sinn, wenn man Festwasser hat.
  9. kaffeewagen Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Danke schon einmal für die zahlreichen konstruktiven Antworten in der kurzen Zeit :)

    Also nachdem ich inzwischen auch mit einer Firma telefoniert habe, die schon diverse Kaffeemobile ausgestattet hat, bin ich von der Stromlösung wieder abgekommen. Man hat an einem solchen Mobil ja zwangsläufig Stoßzeiten und in denen ist es wohl schwierig mit 230V genug Hitze herzukriegen, mal abgesehen von der langen Vorwärmzeit. Dann wird es wohl auf eine hebelbetriebene Gasmaschine rauslaufen. Das hat dann den zusätzlichen Vorteil, dass man die strombetriebenen Elemente wie Pumpe über Batterie betreiben kann und wenn es dann doch mal nötig ist vollkommen autark ist.

    Abschlagvorrichtung und Mülleimer hatte ich schon eingeplant. Beim Kühlschrank bin ich mir nicht ganz sicher - die Kaffeefahrräder haben in der Regel meines Wissens nach keinen. Kann es sein dass man Milch für 8-10 Stunden auch ungekühlt lagern kann? Vielleicht in einer Kühlbox, in der die Kälte nicht so schnell verlorengeht.

    Das mit dem Gesundheitsamt ist auf jeden Fall ein guter Tipp, mit denen werde ich mich auf jeden Fall in Verbindung setzen. Das mit den 2 Waschbecken hatte ich auch schon mal gehört.

    Und was das Spülen angeht: Darüber hatte ich mir ebenfalls schon Gedanken gemacht. Ich tendiere auch dazu, wo immer es möglich ist auf Pappbecher zu setzen. Wenn man es im Cateringbereich einsetzt und der Kunde auf Geschirr besteht, geht es wohl nicht anders, aber in diesem Fall würde ich das Geschirr auch sammeln und zu Hause spülen. Eine Gastromaschine ist einerseits aus Platzgründen nicht drin, außerdem möchte ich nicht auch noch einen Festwasseranschluss mit einplanen.

    Danke noch mal bis hierhin für die Beiträge,

    Gruß
    Dieter
  10. TwimThai Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Die Stromproblematik verstehe ich nicht so ganz. Eine 2-gruppige Gastromaschine, die runde 2500W benötigt sollte auch bei Stoßzeiten genügend Temperaturstabilität mitbringen. Zumal die Mühle ja auch betrieben sein will - das dürfte batteriebetrieben schwierig werden, zumindest über eine längere Zeit.

    Kühlproblematik würde ich auch mit dem Gesundheitsamt abklären - die wissen wie die Vorschriften sind und ob eine Kühltruhe ausreicht. Soweit ich weiß, darf eine bestimmte Temperatur nicht überschritten werden. Ob das mit einer Kühltruhe als ausreichend angesehen wird, weiß ich nicht. Ungekühlt geht meines Wissens nach nicht - außer natürlich die verschlossenen Packungen.

    Ohne zu wissen, was du mit dem Gefährt vor hast, ist es aber natürlich schwierig hier sinnvolle Vorschläge zu machen.
  11. kaffeewagen Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Nun, das war die Aussage der Firma, ich wüsste nicht warum sie eine falsche Auskunft geben sollte, sie verkauft ja strombetriebene Maschinen genauso. Er meinte jedenfalls, dass eine 2-gruppige Maschine die nicht mit Starkstrom, sondern nur mit 230V betrieben wird, ca. 45 Minuten Vorlaufzeit braucht und in Stoßzeiten so ihre Probleme bekommt die Hitze zu halten.
  12. Heinerich Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Wie kommt ihr eigentlich auf das Gesundheitsamt?
    Für alles, was mit Lebensmittel, Getränkeausschank etc. zu tun hat, ist i.d.R. das Ordnungsamt zuständig. Nach meinem Wissen müsste dort auch eine Erlaubnis erteilt werden. Bei Letzterem bin ich mir allerdings nicht so ganz sicher.
  13. TwimThai Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Die Vorlaufzeit hast du, das ist richtig - die hast du aber auch bei Gas. Nur dort nicht so hoch. Dafür hast du bei Gas wiederum das Problem des ordnungsgemäßen Betriebs / Anschluss. Da weiß ich nicht inwieweit dort spezielle Anforderungen an den Wagen nötig werden.
    Das Problem die Hitze zu halten, ist eine Frage des Durchlaufs. Da ist es wie bereits geschrieben schwierig eine sinnvolle Antwort zu geben ohne zu wissen, wieviel Kaffee überhaupt rausgeht / rausgehen soll.

    @ Heinerich: Meine Einweisung nach Infektionsschutzgesetz kam vom Gesundheitsamt, daher hab ich mir da nicht weiter Gedanken gemacht.
  14. Heinerich Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Oh ja, die Einweisung macht man beim Gesundheitsamt, da haste aber auch Recht!

    Aha, die Vibrapumpe hat nach mir gerufen! Ich muss mir mal einen lecker (hoffentlich) Espresso machen! :mrgreen:

    Edit: war lecker..... [​IMG] [​IMG] [​IMG]
    Zuletzt bearbeitet: 31. Juli 2012
  15. Holger Schmitz Moderator

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Ich bin seinerzeit zwischen Gesundheitsamt, Ordnungsamt und Gewerbeaufsichtsamt hin- und her geschickt worden...
    Keiner fühlte sich zuständig bzw kompetent... Mit dem Leiter des Ordnungsamtes bin ich dann einig geworden...
    Vermutlich gibt es von Stadt zu Stadt/Land zu Land auch unterschiedliche Regelungen.

    Die Thematik sollte auf jedem Fall mit einem Anbieter ausgeschlossen sein der solche Dinger fix und fertig anbietet.
  16. kaffeewagen Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Hat eigentlich jemand eine Ahnung wieviel kg Gas diese mobilen Kaffeebars, Kaffeefahrräder usw. immer an Bord haben?
    Wieviel braucht so eine gasbetrieben Maschine?
  17. tidaka Mitglied

    Ich denke mal maximal zwei 11kg Flaschen. Eine angeschlossen an der Maschine und eine als Reserve, falls die erste leer ist.
    Der Verbrauch ist natürlich von der geforderten Leistung abhängig.
    Im laufenden Betrieb schätze ich mal so ca. 150-300g/h. Beim Aufheizen natürlich erheblich mehr.
  18. Anaralf Mitglied

  19. groovingandi Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    Ich habe auf Messen usw. auch immer wieder Kaffeemobile in Hallen rumstehen sehen. Wie sieht es da eigentlich mit dem Gasbetrieb aus - braucht man da nicht eine spezielle Belüftung dafür?
  20. meister eder Mitglied

    AW: Bau eines Kaffeemobils

    ungekühlte milch schäumt schlecht. allein deshalb muss die kühlung möglich sein. 45 min brauchen fast alle gastromaschinen, bis sie heiß sind. das liegt daran, dass eine stärkere heizung nur den kessel schneller heiß bekommt. der kessel ist dann in 10-20min heiß, je nach größe und heizleistung. danach dauert es aber i.d.r. regel noch eine halbe stunde, bis die brühköpfe durchgeheizt sind, die fast immer indirekt durch den kessel geheizt werden. beim espresso-bezug geht nicht viel wärme weg. ebenso kannst du allein keinen 10L-kessel durch dampfentnahme so stark belasten, dass der druck einbricht, wenn mindestens 2kW dran hängen. problematisch wird teewasser, das zieht extrem viel energie. bei meinem 5L-kessel ist nach einem liter teewasser der druck komplett futsch. maschinen mit misch-einrichtung brauchen geschätze 30% weniger energie, da nicht das 120°C heiße kesselwasser direkt austritt und zum teil verdampft, sondern vorher mit kaltem wasser gemischt wird.

    einen gas-handhebler würde ich auch bevorzugen. braucht am wenigsten strom, ist robust und macht extrem was her. mühlen ziehen nicht gar so viel leistung, mit einer autobatterie und einem konverter kommt man recht weit. meine sm90 hat eine spitzenleistung von 350w, das pulver für einen espresso ist in etwa 2,5s gemahlen. mit dem wirkungsgrad eines konverters kann man etwa abschätzen, wie viele portionen sich damit mahlen lassen. auch wenn man eine stromleitung bekommt, ist nicht unbedingt sicher, dass die ununterbrochen strom liefert...
    ob man gas auch in geschlossenen räumen nutzen darf, ist mir leider nicht ganz klar. beim handhebel sollte man im zweifel lieber eine gruppe mehr nehmen, da die köpfe bei hoher frequenz oder heißem wetter schnell überhitzen und dann ein wenig abkühlen müssen. man kann sie also nicht so hoch auslasten wie thermosiphon-köpfe eines zweikreisers oder besser noch saturierte köpfe eines dualboilers. es sei denn, man reduziert den kesseldruck, dann werden die köpfe bei mangelhafter auslastung aber zu kalt und das schäumen kann schwieriger werden. mit nur 0,9 bar ist es nicht mehr so leicht, feinen schaum herzustellen, was bei 1,1-1,3 noch ohne weiteres gelingt.

    ein festwasseranschluss ist platzmäßig auch nicht schwierig, wenn man annimmt, dass bei einer tanklösung kein bereits gefiltertes wasser eingefüllt wird, sondern dieses im wagen selbst enthärtet werden muss. der festwasseranschluss besteht dann im wesentlichen aus einem kugelhahn und einem druckminderer. man muss nur darauf achten, alle relevanten leitungen druckfest auszuführen. bei einer tanklösung braucht man zumindest für einen handhebel eine pumpe, da diese maschinen in der regel keine eingebauten haben und den kessel per leitungsdruck nachfüllen. die pumpe sollte durch ein parallel geschaltetes magnetventil gegen rückströmendes heißes wasser aus dem kessel geschützt werden. daher wäre es einfach, hinter dem magnetventil ein t-stück, einen kugelhahn und einen druckminderer anzubringen, womit der festwasseranschluss schon fertig ist. hinter dem t-stück kommt dann noch der ionentauscher, danach geht's zur maschine.

    wenn normales geschirr verwendet wird, sollte man davon so viel einpacken, dass es sich wo anders spülen lässt, eventuell von einer hilfskraft, wenn nötig. im ein-mann betrieb kommt man nicht unbedingt dazu, nebenbei noch zu spülen. habe neulich mal auf einer veranstaltung beim catering mitgemacht, da haben wir zu zweit nicht denn ganzen andrang bewältigt und noch einen bekannten angerufen, der dann ebenfalls noch geholfen hat. ich habe geschäumt und eingegossen, die anderen zwei haben den kaffee gemacht bzw. kassiert und einige spezialitäten vorbereitet. bei anderen veranstaltungen reicht einer für alles und hat zwischendrin noch zeit für reinigung etc. man sollte also recht flexibel sein und mal eben von 100 tassen pro tag auf 500 umschalten können, sonst geht einem ordentlich was durch die lappen und die kunden sind auch nicht zufrieden. gerade, wenn die zahl der gäste nicht klar ist oder das wetter eine rolle spielt, kann der umsatz stark variieren...

    gruß, max

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