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Wohnen muss bezahlbar sein!

Dieses Thema im Forum "Was ich unbedingt noch sagen wollte..." wurde erstellt von awild, 13. Dezember 2012.

  1. awild

    awild Mitglied

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    Ich finde folgende Aktion sehr unterstützenswert: https://www.campact.de/mieten/appell/

    LG Andreas

    PS: Wenn dieses Posting den zulässigen Rahmen überschreiten sollte, bitte ich einen der Mods es zu löschen!
     
  2. Holger Schmitz

    Holger Schmitz Moderator

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    Ich denke das geht ok.

    Vermieter zu sein ist allerdings auch kein Zuckerschlecken ...

    Grüße
    Holger
     
  3. awild

    awild Mitglied

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    Berlin
    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    In der Regel sicherlich nicht. Aber es gibt halt solche und solche...

    LG Andreas
     
  4. xenos

    xenos Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!


    kann ich leider nur unterschreiben, nicht nur aber besonders bei Wohnungen...:-?
     
  5. bohnenschorsch

    bohnenschorsch Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    Ich finde zwar auch, dass Wohnen bezahlbar bleiben muss, sehe aber nicht, wie das durch die verlinkte Aktion erreicht werden könnte. Beispiel Berlin Mitte:

    - Viele Wohnungen werden (illegal aber geduldet) als Ferienwohnung zweckentfremdet. Die Inhaber der Mietverträge / Hausbesitzer verdienen sich dumm und dusselig und pfeifen auf die Gesetzeslage, solange sie nicht kontrolliert und sanktioniert werden.

    - Viele Wohnungen werden von Firmen und ausländischen Instituten "auf Vorrat" gehalten, d.h. sind nur 1-2 Wochen im Jahr von irgendeinem Professor/Topmanager/sonstigen Bonzen besetzt und stehen ansonsten leer.

    - Die "soziale" Wohnungsbaugenossenschaft Mitte besaß nach der Wende rund 90% der Wohnungen im Berliner Stadtzentrum. Durch Misswirtschaft wurde diese in ganz Europa unerreicht hohe Quote an Sozialwohnungen ins Bodenlose geschrumpft, ganze Straßenzüge an Heuschrecken verramscht und totsaniert. Derzeit gibt es bei der WBM keine Ein-Zimmer-Wohnung unter 800.- Euro kalt; indiskutabel für eine soziale, staatlich gestützte Einrichtung. Die WBM ist übrigens tief in den roten Zahlen und müsste auch noch den kümmerlichen Rest verscherbeln.

    An all diesen Punkten ändert die verlinkte Aktion rein gar nichts. Hier im Prenzlauer Berg geht es fast den gleichen Weg. Es geht also nicht um eine Begrezung der Mietsteigerung, sondern um eine Schrumpfung der zulässigen Miethöhe. Da dies an Enteignung grenzt, wird es das nicht geben. Die Ferienwohnungsproblematik hat der Staat anscheinend überhaupt nicht im Blick. Würde ich meine Wohnung als FeWo untervermieten (und selbst am Stadtrand wohnen), könnte ich mein Einkommen verdreifachen bzw. verdoppeln und gar nicht mehr arbeiten. Ist doch sonnenklar, was viele Leute machen ...

    Übrigens hat es im Prenzlauer Berg eine Vereinbarung mit der hiesigen WB-Gesellschaft gegeben, die Mieten von Harz-4-Empfängern (auf rund 370.- Euro) zu kappen. Folge ist (da die Kohle ja irgendwo herkommen muss), dass die übrigen Bewohner ungeachtet ihres Einkommensstatus jede Mieterhöhung reingebretzelt kriegen, die der Gesetzgeber zulässt. Dann gibt´s hier bald nur noch das gehobene Bürgertum sowie ein paar versprengte privilegierte Arbeitslose und nix dazwischen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Dezember 2012
  6. imprezza.de

    imprezza.de Händler

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    ich hab weder ne wirkliche ahnung von Vermieter sein, noch was normale Mieten sind... (Bodenseenähe kostet)
    Aber die Petition geht in die falsche Richtung. Der Staat sollte mal wieder schauen, dass es sich lohnt Vermieter zu sein - also zu bauen.
    Mehr Wohnraum -> sinkende Miete, simpelstes "Angebot und Nachfrage".
    je unrentabler es ist vermieter zu sein, je strärker der Mieterschutz, je schlechter die Rechliche Postion von Vermietern etc. umso uninteresanter ist es in neuen Wohnraum zu investieren, für die Leute die wirklich den Wohnraum schaffen - private investoren, Banken etc.

    Tatsächlich ist es doch erstmal nich die Aufgabe des Staates, dir ein Dach über den Kopf zu geben. Seine Aufgabe ist es Bedingungen zu schaffen, die es dem Einzelnen ermöglichen sich selbst ein Dach über dem Kopf zu leisten.
     
  7. baiano

    baiano Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    nicht wenn man im kanton zürich wohnt und auf die viel, viel billigeren mieten im thurgau oder im kanton sankt gallen guckt.... :lol:
     
  8. anfaenger

    anfaenger Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    Also ein Beweis dafür, dass der Zürisee «besser» als der Bodensee ist? :lol:

    (Sorry für OT.)
     
  9. Yace

    Yace Mitglied

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    Karlsruhe
    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    Nein, das geht in die falsche Richtung. Es wird eher zu viel gebaut, wenn man in den ländlichen Bereich geht. Wohnungsbau ist gar nicht möglich, da wo es notwendig wäre. In ländlichen Gebieten werden ständig neue Wohnbaugebiete ausgewiesen, obwohl die Bevölkerungszahlen stetig sinken. Wozu soll das gut sein?

    Die höchsten Mieten zahlt man dagegen in der Regel in Großstädten im Innenstadtbereich. Gerade deshalb wäre es hier attraktiv Vermieter zu werden. Neue Objekte lassen sich aber nicht errichten, weil schlicht und ergreifend kein Platz ist. Die Preise steigen wegen den geringen Angebotes und der hohen Nachfrage. Das geringe Angebot ist aber durch räumliche Begrenzung bedingt und nur schwer änderbar.

    Du könntest in soweit Recht haben, dass es durch die gegeben Situation keinen Anreiz zur Erneuerung gibt. Wenn man mit dem alten Ramsch auf Grund der Makrtlage sehr gut verdient, wird niemand ein bestehende Objekt abreißen, um etwas neues, eventuell größeres zu errichten. Die angeblich so effizienten Marktmechanismen setzen hier Anreize in die falsche Richtung.

    Das Recht auf angemessenen Wohnraum ist ein Menschenrecht. Deshalb muss der Staat dafür sorgen, dass du eine Dach über dem Kopf hast. Bei der Frage, wie das geschieht, besteht Gestaltungsspielraum. Aber aus genau diesem Grund begibt sich ein Vermieter in das Geschäft der Grundversorgung. Und aus genau diesem Grund muss er sich mit Einschränkungen arrangieren, die im normalen Geschäftleben inakzeptabel sind. Dabei geht es dem Vermieter aber noch vergleichsweise gut. Andere Grundversorger, wie Strom, Wasser und Gas, müssen sogar gegen ihren Willen Verträge abschließen. Hingegen ist es für Vermieter lediglich erschwert, aus einem Vertrag heraus zu kommen.

    Gruß,
    Peter
     
  10. panema

    panema Gast

    Hallo,
    Das ist ein sehr weites Thema. Aber grundsätzlich reguliert sich jeder Markt von selbst und da sollte man grundsätzlich auch keinesfalls eingreifen. Wenn Mieten künstlich gedrückt werden, dann werden die Vermieter die günstigeren Wohnungen dennoch weiterhin an die zahlungskräftigeren "Bonzen", die sich prinzipiell auch die höheren Mieten leisten können, vermieten. Das heißt so eine Aktion hilft nicht dem kleinen Mann. Wenn dagegen die Vernieter die hohen Mieten bekommen, gibt es eine relativ viele, die das Geld wieder in neuen Wohnraum investieren. Allerdings muss man auch als nicht so solventer Mieter ein wenig kompromissbereit sein, nicht jeder kann in einem Penthouse mit Dachterrasse in den besten Lagen der Innenstadt wohnen.
     
  11. xenos

    xenos Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    stimmt auch nicht überall. In unserem 3500EW - Nest herrscht praktisch immer Wohnungsnot

    Was noch dazukommt - zumindest hier in A - ist ein (vorsichtig ausgedrückt) eigenartiges Baurecht, dazu noch Ensemble- und Denkmalschutz. Das treibt die Baukosten enorm in die Höhe

    Nur: Wenn ich als Vermieter nicht soviel verlangen kann, dass mindestens meine Selbstkosten und die vorgeschriebene Mitzinsrücklage gedeckt sind, werde ich nicht vermieten. Und dass für den Vermieter "etwas übrigbleiben" muss ist wohl auch klar. Aus Spass oder Nächstenliebe und weil es so schön ist, nach jedem Mieter die Wohnung zu sanieren, wird es wohl niemand machen.


    Wer glaubt, dass sich Vermieter krumm und dämlich verdienen, sollte bauen und selbst vermieten....
     
  12. Yace

    Yace Mitglied

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    Karlsruhe
    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    Letzteres habe ich nie behauptet. Ich habe mich hier in KA schon nach Immobilien umgesehen. Und die Kaufpreise sind noch unverschämter als die Mieten. Wenn du Immobilien aus Altbeständen hast, dann kannst du von den steigenden Mieten ordentlich profitieren. Wenn du erst investieren musst, dann rentiert sich das erst nach Jahrzehnten.

    Ich wollte damit nur allgemein darauf hinweisen, dass ich das Wettern gegen starke Mieterrechte für unangebracht halte. Erstens muss jeder die Möglichkeit bekommen, ein Dach über dem Kopf zu haben. Und zweitens ist jedem Vermieter bewusst, dass er sich in die Grundversorgung begibt.

    Gruß,
    Peter
     
  13. Heinerich

    Heinerich Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    Ui! Ein politisches Thema und noch nicht gestritten/geschlossen..... :mrgreen: Toll!

    Da wir selbst "zur Miete" gewohnt haben, nun aber eine Wohnung unseres Hauses vermietet haben, kennen wir die Situation "von beiden Seiten" aus.
    Die Problematik der Mietpreisentwicklung sehe ich auch gar nicht so sehr auf Seiten der "Einzelvermieter", sondern bei privaten Großvermietern und natürlich, bei der Schaffung von Wohnraum durch Bauträger.
    Gerade durch Letztere ist Wohnraum zu einem "Spekulationsobjekt" geworden. Dies beginnt bereits bei der Erstellung von Wohnraum. In unserer Verwandschaft haben wir einen Architekten, der mir mal mitteilte, dass vor 10 - 15 Jahren Ein Ertrag auf das investierte Kapital, in einer Größenordnung von etwa 8%, "normal" war. Heute sei es so, dass kaum noch investiert werde, wenn der Ertrag nicht in Größenordnungen von 15 % und mehr zu erzielen sei.
    Eine solche möglichst umfängliche "Gewinnmaximierung" setzt sich dann natürlich dort fort, "wo es der Markt hergibt". Also auch bei der Vermietung.
    Ich sehe das sehr kritisch. Diejenigen Güter, die der einfachsten Existenzsicherung dienen, sollten m.E. unter einer staatlichen (gesellschaftlichen) Aufsicht stehen. Es kann m.M.n. nicht sein, dass Wohnen, Versorgung mit Wasser und Energie, zu Spekulationsgütern gemacht werden können, durch die dann ein Ertrag erwirtschaftet werden kann, der gar nicht unbedingt dem Markt von Anbietern und Verbrauchern entspricht.

    Ach ja, wir (Ehefreu und ich) haben uns seinerzeit entschieden, die Miete am Mietspiegel (ortsübliche Vergleichsmiete) auszurichten. Wir haben sehr nette Mieter bei uns; Atmosphäre ist deutlich wertvoller, als "Kapital". ;-)
     
  14. xenos

    xenos Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    War auch nicht speziell auf Dich gemünzt

    Und auch da muss man sehr viel Glück haben. Sehr oft sind Altbestände Sanierungsfälle oder bleiben (unsaniert) in einer Mietzinskategorie, die uninteressant ist

    trotzdem: Der Mieter hat IMHO schon fast zuviele Rechte. Und wenn ich als Vermieter damit nichts mehr verdiene, lasse ich es bleiben...
     
  15. RolfG.

    RolfG. Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    was bin ich froh, das ich mir wegen der miete keine sorgen machen muss.
    in Berlin hatte ich eine zweizimmerwohnung mit küche und badezimmer (ca.70m²) und habe so um die 400 euro bezahlt, heute bewohne ich ein haus (130m²) mit ca. 1000 m² grundstück und bezahle im moment noch umgerechnet ca. 200 euro zzg.heizkosten, was durch die bergwärme nicht so teuer ist.
    klar ist das hier nicht Berlin, aber ich lebe und habe nicht die sorgen des konsums, da ich selten in die versuchung gerate hier große anschaffungen zu machen (ausnahmen bestätigen die regel).
    wenn ich mir überlege, was die mieten in Stockholm sind, dann kann ich nicht (mehr) verstehen, warum man soviel geld in eine wohnung investieren kann, nur um in einer großstadt zu wohnen?
    bekanntê von mir sind auch aus Berlin weggezogen (ins umland) und haben sich ein haus gemietet, was um vieles preiswerter ist, als die wohnungen die sie vorher hatten.
    wenn es die absicht der politik ist (berliner senat hat das wohnungsprogramm stark reduziert), das die menschen eine stadtflucht begehen, dann wurde das ziel erreicht. bald sind großstädte nur noch durchgangsstädte, wenn es so weiter geht, aber nicht nur in Deutschland.
     
  16. imprezza.de

    imprezza.de Händler

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!


    Ganz großer Unterschied, der Staat muss erstmal dafür sorgen, dass es die allermeisten aus eigener Kraft schaffen ein Dach über den Kopf zu haben. Das heißt die Bedingungen dafür das es Wohnraum gibt, muss er gestalten.
    Nur diejenige die es dann nicht schaffen, denen muss der Staat direkt helfen.
    Er muss die Bedürftigen direkt versorgen, dabei aber das größte Maß an Selbstständigkeit des Einzelnen erhalten - und eben ermöglichen das der einzelne es selbst schaft.

    Wenn aber der Staat "generel" eingreift, sprich Marktkonträr, wie in dem Vorschlag der Petition, verliert der Markt in diesem Sektor seine selbstregulierungskraft.
    Egal wo, es zeigt sich doch immer wieder, dass alle Aufgaben die der Staat übernimmt, die dann schlechter macht als ein privates Unternehmen.

    Oben stand was von WBM wohl vergleichbar wie unsere Teilstaatliche GWG... Gedacht um günstigen Wohnraum zu schaffen und zu erhalten.
    Inzwischen Betreiber des mit abstand schlechtesten Wohnraums in unserer Gegend, zu überzogenen Mieten - schlicht weil der Laden sonst Pleite geht...


    p.s. Schweizer dürfen nciht mitreden. Für den Preis einer 2-Zimmerwohnung in DE darf man sich in Zürich vieleicht gerade ein Zelt in den Vorgarten stellen...
     
  17. silverhour

    silverhour Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    Die Entscheidung über den Wohnort hängt ja nicht nur von den Mietpreisen ab, das Zusammenspiel mit dem Arbeitsplatz ist nicht ganz zu verachten: Was nützt die preiswerteste, schönste Wohnung in entspannendster Natur mit hohem Gesundheits- und Freizeitwert, wenn Vati jeden Tag 4h im Stau steht und das gesparte Geld für Auto und Sprit rausballert, nur um zur Arbeit zu kommen.
    Auch zieht die Stadtflucht oft die Mietpreise mit sich ins Umland. Rund um Frankfurt sind in etlichen "guten" Wohngegenden mit guter Infrastrukturanbindung die Preise schon lange so weit oben, daß Leute wieder nach FFM ziehen, da es unterm Strich preiswerter ist....

    Grüße, Olli
     
  18. mcblubb

    mcblubb Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    Ein sehr politisches Thema, das auch kontrovers diskutiert werden kann (und wahrscheinlich auch muss).

    Die eine Sichtweise: Der Mieter, dem es schwer fällt eine aus seiner Sicht zu hohe Miete zu zahlen.

    Die andere: Der Vermieter, der eine angemessene verzinsung seines investierten Kapitals haben will. Das kann auf der einen Seite der böse Miethai sein, ist aber oft auch der Immobilienfonds, in den auch der eher kleine Mann investiert.

    Eine Lösung könnte m.E. ein tatsächlich genossenschaftlich arbeitendes System sein, wo die späteren "Mieter" sich zusammenwerfen und ihre Immobilie selbst finanzieren, dann kann man die Kapitalverzinsung ausklammern.

    Was flächendeckend wohl nicht passieren kann und darf, ist das Wohnraum unter Wert vermiete wird und daher quersubventioniert werden muss.

    Das ist leider zu oft des Deutschen liebstes Kind: EIne Sache haben zu wollen und einen anderen, vermeintlich reicheren oder verantwortlicheren dafür zahlen/mitzahlen zu lassen.

    Gruß

    Gerd
     
  19. silverhour

    silverhour Mitglied

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    Frankfurt
    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    Ja, das sehe ich leider auch so.

    Nur wie läßt sich das ändern?

    Meines Erachtens sind ein paar Gesetze da nicht der richtige Weg. Eine straffere Mietsteigerungsregulierung für bestehende Verträge mag etwas bringen, die frechen Aufschläge kann ein Vermieter aber vor allem bei Neuverträgen einfordern. Und welcher Mietling zieht nach (meist nerviger) Wohnungssuche und Einzug gleich vor Gericht um den Mietpreis (der er ja beim unterschreiben als "angemessen" anerkannt hat) zu drücken?

    Ich finde es vor allem traurig, daß viele Städten und Gemeinden scheinbar dem selber Gewinnmaximierungstrieb verfallen sind - Industriegebiete für Bürofläschen oder Shopping-Malls zu erschließen ist wohl oft beliebter als Fläche für Siedlungsbau. (Mutmaßungsmodus AN: Nachher ziehen da noch Asoziale in die preiswerten Wohnung! Mutmaßungsmodus AUS).
    Vor 90 Jahren gab es nicht nur sehr interessante, sondern auch langfristig wirkende Ansätze, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen: Städtisch geförderter Wohnungsbau mit gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften, in Frankfurt als Konzept im Neues Frankfurt verwirklicht. Die meisten Wohnungen stehen heute noch und sind für - relativ - vertretbare Mieten zu haben. Für mich ist es unverständlich, warum heute kaum jemand an Neuauflagen von solch bewährten Konzepten denkt.

    Grüße, Olli
     
  20. Heinerich

    Heinerich Mitglied

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    AW: Wohnen muss bezahlbar sein!

    Lieber Angelo,
    die/der -für alle unterzeichnenden Staaten- bindende Menschenrechtskonvention/UN-Sozialpakt, spricht sehr deutlich Bedingungen aus:

    Es ist also auch von der bezahlbarkeit der Unterkunft die Rede. Das heißt übrigens nicht, dass die Gesellschaft "Zuschüsse" (z.B. "Wohngeld") zur Verfügung zu stellen hätte, sondern das Wohnraum zur Verfügung steht, der grundsätzlich und ohne Zuschüsse bezahlbar ist. Es bringt wenig, bis nichts, wenn, aufgrund marktspezifischer Gegebenheiten, nur noch Wohnraum erstellt wird, der Maximalmieten ermöglicht ("Luxuswohnungen" bzw. "Luxussanierungen").


    Es gibt weltweit genügend Beispiele, das eine "Selbstregulierung" des Marktes, z.T. "gesellschaftskonträr" wirkt. Das Funktionieren einer Selbstregulierung sollte m.E. auch unter dem Gesichtspunkt, dass "die Wirtschaft dem Menschen zu dienen hat" gesehen werden. Wenn, aufgrund von Warentermingeschäften, ganze Weizenernten aufgekauft werden und dies -unmittelbar- zu Hungertoten führt, dann "funktioniert" der "Markt" ja durchaus, im Sinne der Investoren.

    So so, dann frage mal diejenigen, die ihre Gelder in private Rentenfonds gesteckt haben! Gut, der Markt hat das "reguliert", indem private Unternehmen "vom Markt" verschwunden sind; allerdings gibt es da noch -nicht wenige-, bei denen die Altersabsicherung gleich mit verschwunden sind.
     

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