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Zassenhaus Heidelberg: Zicke gezähmt

Dieses Thema im Forum "Mühlen" wurde erstellt von Michael ~D|, 18. August 2012.

  1. Michael ~D| Mitglied

    Beiträge:
    40
    Hallo Espressionisten und
    Cappuccinerinnen,

    zunächst vorab. Sie mahlt! Wen nur
    interessiert wie, der kann zu ===>SO! weiterscrollen.

    Nett,dass Du weiter liest, so kann ich meine ganze Leidensgeschichte zuProtokoll geben.

    Neben der alten Zassenhaus (Rosel?), die
    nicht fein genug mahlt (leider keine Mokka) und der alten
    Noname-Messingmühle vom Flohmarkt, die nicht mehr schön ist, aber
    ein exzellentes Mahlergebnis hat, suchten wir nach einer Mühle, die
    einigermaßen zu unserer Giada passt und nicht schlechter ist, als
    die vorhandenen Mühlen.

    Die Heidelberg sah gut aus, und die Online-Rezensionen ließen vermuten, dass zumindest jede zweite espressotauglich mahlt und auch die schlechteren Modelle sich mit etwas Aufwand dazu überreden ließen.

    Groß war die Freude daher, als wir sie in Händen hielten (Geburtstagsgeschenk). Ebenso groß war die Enttäuschung, als sie sich auch nach liebevollen
    Einstellungsversuchen nicht dazu überreden ließ, mehr als fünf Bar
    im Siebträger zu erzeugen (auch Überfüllt mit 9g/Tasse und
    getampert mit 80kg). Das Mahlwerk ließ sich so weit einstellen, dass
    das Ergebnis sich fein genug anfühlte, aber es blieben immer noch
    haferflockenartige Brocken zurück.

    Also die Mühle etwas enger gedreht, um sie zu entgraten - keine deutliche Besserung. Auch wenn man die Mühle so weit zudrehte, dass sie schon knurrte, wurde
    das Ergebnis nicht fein genug.

    Da es aber auch viele positive Berichte gab, lag ein Umtausch nahe. Das dauerte ein Wenig länger, da der Laden die Mühle nicht vorrätig hat - er hatte Sie extra
    bestellt. Zudem liegt er auch jwd.

    Die zweite Mühle zeigte das gleiche Bild. Zudem verdichtete sich zur Gewissheit, was bei der ersten noch eine Vermutung war: Die Mühle war nicht nur dezentriert.
    Sie Lief recht unterschiedlich aus der Spur, je nachdem, in welchem
    Winkel man die Kurbel auf den Sechskant steckte. Dann sprang auch
    noch ständig der Griff von der Kurbel, und der Zierring vom Becher
    sprang ab. Trotz allem wollten wir nicht aufgeben. Ich versuchte es
    mit der an verschiedenen Stellen im Netz empfohlenen
    Aktivierungsprozedur (die offenbar von einem Entwickler von
    Zassenhaus empfohlen wurde). Erst ganz zaghaft, dann etwas kräftiger.
    Es gab reibende Geräusche und Metallabrieb. Die Mühle ließ den
    Druck gelegentlich auf 6 Bar ansteigen, mit einer kurzzeitig
    probierten anderen Kaffeesorte auch mal geringfügig darüber. Bei
    korrekt befülltem Siebträger lag der Druck meist unter fünf Bar.
    Dem, was da in die Tasse lief, war deutlich anzusehen und
    anzuschmecken, dass die Bohnen damit nicht glücklich waren.

    Ich nahm mir dann den Mahlkegel vor, und schliff die überstehenden Ecken
    (zu erkennen an den blank geriebenen Stellen) mit einem Schleifstein
    nach. Das half ein wenig. Problematisch war aber, dass das ganze für
    die Katz war, sobald man die Kurbel ein mal in einem anderen Winkel
    aufgesetzt hatte.

    Auch wegen der lockeren Kurbel und dem
    ständig abfallenden Zierring war klar, dass die Beziehung zwischen
    der Mühle und mir ... sagen wir es mal so, an Silberhochzeit dachte
    keiner von uns beiden.

    ===>SO!

    Also ein dritter Versuch - ein letzter Versuch. Die gleichen Ergebnisse wie bei Mühle
    zwei. Da ich inzwischen dazu gelernt hatte, setzte ich die Kurbel
    immer im gleichen Winkel auf das Mahlwerk - das Z auf dem Mahlkegel
    diente mir als Orientierung. Ich suchte die Stellung, in der der
    Kegel am wenigsten schliff (nicht am gleichmäßigsten). Die
    Aktivierungsprozedur habe ich nur verhalten ausprobiert, da sie keine
    Besserung brachte. Nachdem ich den überstehenden Stellen des
    Mahlkegels noch einmal mit einem groben Schleifstein zu Leibe rückte,
    kam ich auf die Idee, den Schleifstaub im Werk zu belassen, so dass
    ich es in der Mühle einschleifen könnte. Ich ließ also auf den
    untersten ca 1 bis 1,5 mm an der feinen Seite des Mahlkegels die
    Mischung aus Schleifstaub und Wasser in den Ritzen zuurück und baute
    den so verunreinigten Kegel wieder ins Werk ein. Peinlich darauf
    bedacht, den Winkel der Kurbel nicht zu berändern. Ich drehte die
    Mühle vorsichtig so weit zu, bis sie mich anknurrte, und gönnte ihr
    ein Paar Umdrehungen. Schnell hörte sie auf zu knurren, und ich
    setzte ihr erneut zu. zwischendurch klopfte ich ein wenig, damit der
    Schleifstaub sich wieder im unteren Bereich des Mahlwerks verteilen
    konnte. Nach drei oder vier Nachstellversuchen, ca eine halbe bis
    eine Umdrehung insgesamt, hörte ich auf.

    ENDLICH wieder ein vernünftiger Cappu!

    Fazit: Die Mühle sieht super aus, mahlt gut, nur der Hinweis "Für Heimwerker" fehlt.

    Oh, ja, falls einer fragt. Meine Geduld wurde auch dadurch gesteigert,
    dass ich die gute alte Mühle schon mit auf die Arbeit genommen
    hatte. Vielleicht hat die Tatsache, dass der Kassenbon nach dem
    dritten Umtausch unauffindbar war, ein wenig dazu beigetragen.

    So, ich muss jetzt erst mal wieder zwei Portionen Sumagu in die
    Heidelbergerin füllen. Schreiben macht Durst.

    Mit leicht geschäumtem Gruß

    Michael ~D|
  2. betateilchen Mitglied

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    AW: Zassenhaus Heidelberg: Zicke gezähmt

    den hätte ich als Verkäufer nach dem zweiten Umtausch einer Sonderbestellung auch "aus Versehen" verschwinden lassen :mrgreen:
  3. Michael ~D| Mitglied

    Beiträge:
    40
    AW: Zassenhaus Heidelberg: Zicke gezähmt

    Ach der war da noch ganz entspannt :)

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