Der Behmor und ich

Diskutiere Der Behmor und ich im Vom Rohkaffee zum Selbströster Forum im Bereich Rund um die Bohne; Hallo Röstergemeinde, nachdem ich mit dem Behmor jetzt 80+ Röstungen fabriziert habe und davor jahrelang einen Hearthware Preciscion I hatte,...

  1. #1 Host, 30.03.2011
    Zuletzt bearbeitet: 02.04.2011
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    Hallo Röstergemeinde,
    nachdem ich mit dem Behmor jetzt 80+ Röstungen fabriziert habe und davor jahrelang einen Hearthware Preciscion I hatte, wollte ich ein bischen was zu meinem Leben mit Ihm erzählen. Ist vielleicht interessant für Leute, die sich überlegen einen Kafferöster zu kaufen.
    Allerdings beinhaltet dieses Posting einige Tips, die die Gebrauchsanweisung verletzen und die beim Röster selber zu Verletzungen bzw. Brand und Tod führen können. Daher übernehme ich keine Verantwortung ab der nächsten Zeile.

    Generelle Bewertung und Tipps
    Gleich vorweg, - es ist nicht DER Röster der alle Träume erfüllt – aber es ist ein ganz guter Alltagsröster, der Alltagsröstqualitäten liefern kann. Und das ist ja auch nicht schlecht.
    Ich röste einmal die Woche, fast immer Espresso.
    Der Behmor kann laut Gebrauchsanweisung zwar ein Pfund (= amerikanisches Pfund: 454 Gramm) Kaffee rösten, allerdings ist die dann erreichte Rösttiefe nicht für Espresso geeignet, er erreicht nicht den 2ten Crack. Deswegen behelfe ich mir, indem ich als Bohnenmenge 1 lb angebe, aber nur 380 Gramm Bohnen verwende.
    Der Behmor hat ebenfalls 5 verschiedene Röstprogramme, aber bei mir hat sich aus Gründen der Röstkonstanz das Programm P1 durchgesetzt, - jenes Programm dass nach einem definierten Temperaturanstieg nach Erreichen eines Plateaus die Temperatur einfach hält, bis zum Ende. Das Programm ist 18min lang und kann durch Drücken des „Plus“-Buttons noch um 3min verlängert werden. Ich drücke diesen Knopf meistens kurz vor Schluss, um die Plateautemperatur zu halten. Drückt man den Knopf schon am Anfang, dann verlängert sich auch die Aufheizphase. Ein Faktor, der Röstvariationen ebenfalls minimiert ist das Vorheizen des Rösters. Dazu nehme ich die Trommel und den Häutchenabscheider aus dem Röster und lasse ihn für ca. 2min auf 1lb und P1 laufen. Danach ist der Innenraum immer gleichmässig heiss und ich kann dann die eigentliche Röstung starten. Der Behmor hat allerdings eine Art Überhitzungsschutz, d.h. wenn man nach 2min abbricht ohne Kühlphase und danach wieder starten will, dann geht das manchmal nicht. Man kann sich dadurch behelfen, indem man den Stecker zieht und so einen internen Reset erzwingt. Nach Wiedereinstecken kann man problemlos die Röstung beginnen.
    Schließlich die Kühlung, - die ist meines Erachtens sehr ineffektiv und die Bohnen rösten während der Kühlphase nach. Auch das bringt eine unerwünschte Variation in die Röstphase. Ich behelfe mir dadurch, dass ich kurz nach Beginn der Kühlphase die Tür öffne und in der ersten Minute einfach etwas hineinpuste, danach bleibt die Tür offen. Natürlich fliegen dann die ganzen Bohnenhäutchen durch die Gegend und man sollte tunlichst das Fenster weit geöffnet haben. Aber so kann ich relativ schnell den begonnenen 2ten Crack beenden und die Bohnen rösten während der gesamten Kühlphase auch nicht nach. Nachteil und auch Gefahr bei der Aktion ist, dass sich in den ersten Minuten Bohnenhäutchen an den noch heissen Heizstäben entzünden können bzw. sich im Behmor Glutnester bilden, das ist besonders bei Bohnen mit starker Bohnenhäutchenbildung (z.B. Brasil Santos) zu beobachten. Ich behelfe mir dabei, indem ich mit einem Wasserzerstäuber das Glutnest lösche. Ist mir aber auch nur einmal passiert bis jetzt. Ich habe auch schon versucht zur Kühlung der Bohnen den Röster zu stoppen, mit Handschuhen die Rösttrommel aus dem Röster zu holen, die Bohnen auf ein Backblech auszubreiten und mit einigen Sprühstössen aus dem Wasserzerstäuber zu kühlen. Das funktioniert auch, aber man verschätzt sich oft mit der Wassermenge und die Bohnen behalten eine erhöhte Restfeuchtigkeit, was später wiederum zu beschleunigter Alterung führt. Also auch ein Faktor, der wieder eine unerwünschte Varianz in die Prozedur bringt.
    Wenn ich mich mal mit der Rösttiefe arg verschätzt habe und die Bohnen sind schon in einem beschleunigten 2ten Crack nach Beendigung der Röstung und ich bekomme durch bloses Reinpusten die Röstung nicht mehr abgebrochen, dann behelfe ich mir auch durch einige beherzte Sprühstösse des Wasserzerstäubers direkt auf die sich drehende Trommel bei geöffneter Tür und begonnenem Kühlprogramm. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, zumal es sich hier um ein laufendes elektrisches Gerät handelt. Allerdings kann ich die Röstung dadurch meistens retten.

    Röstprozedur:
    380 gr. Bohnen in Trommel geben. Auf „1lb“ und P1 drücken, 2min leer laufen lassen, stoppen. Trommel und Abscheider einsetzten wieder mit 1lb und P1 beginnen. Die ersten 12 min passiert nichts, danach sollte man beginnen sein Ohr an den Röster zu halten. Die Lichtfunktion habe ich früher oft benutzt, um zu sehen wie tief die Bohnen schon geröstet sind und um anhand der Farbe zu entscheiden, wann abzubrechen ist. Inzwischen benutze ich diese Funktion überhaupt nicht mehr und verlasse mich nur noch auf mein Gehör. Dadurch kann ich mich auf die eine Sache voll konzentrieren und werde durch die Zusatzinfo der Bohnenfarbe nicht durcheinandergebracht, - was wiederum der Röstkonstanz zugute kommt.
    Je nach Initialfeuchtigkeit, Alter und Größe der Bohnen beginnt der erste Crack früher oder später, meistens aber so nach 14 min und dauerte ca. 1.5 min. Die Knackgeräusche des 1ten Cracks sind sehr gut im Anstieg, Plateau und Abflachen zu verfolgen und es gibt bei den meisten Bohnen auch eine deutliche Pause von mindestens 1min zwischen 1ten und 2ten Crack. Eine solche Konstanz habe ich allerdings nur mit dem P1er Programm, - die anderen Programme – vor allem die mit flachen Temperaturanstiegen zeigen bei mir nicht diese deutliche Trennung. Es liegt natürlich auch an den Rohbohnen, bei denen manchmal auch der erste in den zweiten Crack übergehen kann. Wie gesagt, meistens ist dies nicht der Fall und die Pause zwischen den Cracks – also absolut kein Knacken – beträgt ca. 1min. Ich breche die Röstung meistens dann ab, wenn ich mir sicher bin, dass der 2te Crack wirklich eingesetzt hat – also 10sec nachdem ich beginne ein regelmässiges Knistern zu hören. Der zweite Crack kündigt sich im Behmor nämlich mit einzelnen, verhaltenen Knistertönen an, - die zähle ich noch nicht mit. Die korrekte Identifizierung des wirklichen Beginns des 2ten Cracks ist der wichtigste Parameter für eine erfolgreiche Espressoröstung. Danach wird auf Kühlung gedrückt und die Tür geöffnet. Die ersten zwei Minuten der Kühlphase sind ebenfalls kritisch. In der ersten Minute knistert es nämlich noch munter weiter. Durch Hineinpusten versuche ich so viel heiße Luft wie möglich aus dem Röster zu bekommen. Das Knistern sollte in den ersten 30 sec rasch abflachen und nach weiteren 30 sec beendet sein. Ich beobachte dann meistens noch 1 min, ob der 2te Crack wirklich beendet ist und ob sich kein Glutnest im Röster befindet, dann kann ich auch den (eher vernebelten) Raum verlassen bis zum vollständigen Ende der Kühlphase. Ich benutze den Espresso – wenn er mir gerade ausgegangen war – auch sofort, ohne ihn vorher ruhen zu lassen. Ansonsten gebe ich ihn in den Bohnenbehälter der Mühle mit Deckel drauf (Mazzer Mini) und lassen ihn dort bis mindestens zum nächsten Tag ausgasen. Dann entwickelt er sich für die nächsten 5 -6 Tage schön und dann ist er auch schon wieder ausgetrunken und ich muss ne neue Röstung machen.

    Geruch bei der Röstung:
    Der eingebaute Nachbrenner macht einen guten Job während der Röstphase. Man riecht aber natürlich trotzdem was. Während der Kühlphase bei geschlossener Tür dringt ebenfall Rauch aus dem Röster und ist demzufolge auch deutlich zu riechen. Wenn man, so wie ich, die Tür in der Kühlphase öffnet, dann hat man natürlich haufenweise Rauch im Raum. Bei mir ist das nicht ganz so schlimm, weil ich die eher hellen Espressoröstungen bevorzuge.

    Rohbohnen:
    Da ich schon länger selber röste, hatte ich in der Zwischenzeit mindestens 15 verschiedenen Rohbohnensorten – teilweise schon 3 Jahre alt – bei mir rumliegen. Da mein jetziges Augenmerk nicht mehr darauf liegt möglichst viel verschiedene Bohnen auszuprobieren sondern eher möglichst konstante Röstergebnisse zu erzielen hatte ich die ganzen alten Bohnen während der Lernphase verröstet und dann frische Rohbohnen gekauft. Seit ca. einem halben Jahr benutze ich Rohbohnen von Docklands Kaffee aus Hamburg. Die haben den Vorteil, dass sie eine relativ gute Auswahl bei relativ zivilen Preisen haben. Natürlich sind das nicht die Super-Boutique-Estate Lots aus der ganz bestimmten nordöstlichen Ecke der Kaffeeplantage die letztens bei der Cup of Excellence alles abgeräumt hat, sondern einfache nicht näher bezeichnete Standardqualitäten. Der Brasilianische Arabica wird hier als generischer Brasil Santos 19er Sieb verkauft und kostet dafür aber auch nur 7 Euro/kg. Natürlich kostet ein Longberry Harrar auch mehr, klar – aber immer noch im Rahmen und das Geschmacksbild eines Äthiopiers ist bei mir auch nach der Röstung da.
    Wenn ich mir überlege, dass auch mal eine Röstung in die Hose geht, dann tut es nicht weh 380gr Rohkaffe als Blumendünger zu verwenden. Ich denke nämlich, dass man als Heimröster viel mehr Röstfehler macht als der Profiröster und dass man im Durchschnitt aus Standardrohbohnen ähnlich gute Röstungen erzeugen kann, wie aus Superrohbohnen.
     
  2. Host

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    AW: Der Behmor und ich

    Mischungen:
    Meine Mischungen bestehen eigentlich immer aus zwei bis drei Komponenten – auch hier wieder aus Gründen der Röstkonstanz. Die Brot- und Butterröstungen bestehen bei mir aus 4 Teilen Brasil Santos und dann entweder 1 Teil Guatemala SHB Arabica oder Longberry Harrar oder auch Arabica aus Burundi. Die Dreikomponentenmischungen bestehen aus 3 Teilen Brasil Santos, 1 Teil der oben genannten und 1 Teil indonesichem Arabica oder 1 Teil Monsooned Malabar (obwohl der anders ausröstet als „grüne“ Arabicas) oder auch mal 1 Teil gewaschenen Robusta.
    Die Ergebnisse sind bei mir durchweg trinkbar. Manchmal auch sehr gut. Manchmal habe ich eine Röstung erwischt, die in den ersten drei Tagen fantastisch schmeckt, dann aber nachbittert oder nachsäuert alles ist möglich. Ich mache den Espresso im bodenlosen Doppelsieb mit ca. 18 Gramm, ca. 25ml, ab 25sec Durchlaufzeit auf einer Brewtus II mit Rotationspumpenumbau.
    Den Robusta mag ich manchmal noch in der Mischung, meistens aber nicht mehr – da ich durch die Frische der Bohnen und durch die E61er Brühgruppe meiner Maschine schon lange keine Probleme mehr mit schwächlicher Crema habe und Robusta – auch guter – gibt der Mischung eher eine dumpfe Komponente, finde ich. Zusätzlich bevorzuge ich in den letzten Jahren immer mehr reinen Arabicaespresso und mein bevorzugter Röstgrad ist auch eher hell. Ich glaube mein Erweckungserlebnis war der Black Cat Espresso, den Kai-Uwe ne Zeit lang im Godshot, Berlin ausgeschenkt hatte. Anfangs fand ich ihn sehr säuerlich, was vielleicht auch an der Zubereitung als Hard-Ristretto mit 18gr. Kaffee lag. Ziemlich schnell – und als Espresso getrunken – fand ich, dass da eine ganze Menge an Geschmack auf der Zunge und Aroma in der Nase passiert. Bis jetzt ist der Black Cat Geschmack meine Referenz und ich versuche dieses Profil mit meinen Eigenröstungen nachzubauen.

    Fazit:
    Der Behmor ist der günstigste Trommelröster mit dem klassichen Röstverhalten eines Trommelrösters , z.B. durch die Trommel aus Metallgeflecht. Man kann ihn (noch) in der Wohnung betreiben, wenn auch die Geruchsentwicklung deutlich spürbar ist. Durch die einfache Handhabung der vorwählbaren Programme und der geringen Geräuschentwicklung (vgl. Heißluftröster) röstet man mit ihm gern und trifft auch mit ein bischen Übung die Röstgrade, die man gerne hätte.
    Die Nachteile liegen ganz klar in der schlappen Kühlung. Ohne Trickserei kriegt man – so finde ich – keine konstanten Ergebnisse außer man verfügt über das Talent vorhersagen zu können, was die Bohnen in den nächsten 30 Sekunden machen werden und kann schon im Vorfeld Aktionen einleiten. Die festgelegten und teilweise komischen Röstprofile habe ich anfangs als Malus angesehen, inzwischen finde ich sie aber bequem – vor allem das bevorzugte P1 Programm – ein Parameter weniger, um den man sich Sorgen machen muss, was die Alltagstauglichkeit erhöht.
    Meiner Vorstellung eines alltagstauglichen Heimrösters kommt er nur bedingt nahe. Am Besten finde ich weiterhin den Hottop Röster, da er in der entscheidenden Kühlphase viel schneller ist als der Behmor. Allerdings – so liest man – ist hier das Problem der Rauchentwicklung nicht wirklich gelöst. Der perfekte Heimröster wäre eine Synthese aus beiden Röstern – die Präzision des Hottop mit der Rauchunterdrückung des Behmor. Ach ja, und die Möglichkeit den Temperaturverlauf während der Röstung frei bestimmen zu können wär auch nicht schlecht. Ich weiss, ich weiss – der Probat. Wenn man das nötige Kleingeld
    hat...

    viele Grüsse
    Horst
     
  3. #3 stuartlidl, 30.03.2011
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    AW: Der Behmor und ich

    Hallo Horst,

    vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag. Kann ich nahezu alles so bestätigen. Ich hab den Behmor seit Mai und röste durchschnittlich 2x die Woche. Wobei ich mittlerweile das Programm P4 mit gut 500g bevorzuge und abbreche, wenn der 1. Crack voll im Gange ist. Also etwas heller als bei Dir.
    Ich röste überwiegend Malabar und DomRep, auch von Docklands. Vorheizen, beim Kühlen die Türe öffnen oder andere Sachen mache ich zwischenzeitlich nicht mehr. Geht auch so - wobei es natürlich in Deinem Fall ungleich schwieriger ist die Bohnen dunkler zu rösten ohne zu verkohlen.
    Mischungen werden bei mir nix bzw. ich hab nicht die Geduld für Versuche.

    Vom Behmor bin ich (nach meinem Einstieg mit dem I-Roast) immer noch begeistert. Weniger Gestank, leise, kontrollierbarer und vor allem sind höhere Chargen möglich. Hottop und die teureren Alternativen kenne ich nicht und scheiden wegen dem erheblich höheren Preis auch für mich aus.


    Viele Grüße

    Christian
     
  4. #4 cafesolo, 30.03.2011
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    Hallo Christian,

    kann es sein, dass du dich verschrieben hast u. meintest den 2.Crack ? Der Abbruch im 1.Crack würde ja wenig Sinn machen.

    Gruß Uwe
     
  5. Host

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    AW: Der Behmor und ich

    Danke für Deine Nähkästchenmischung Bohnenschorsch, - ich werd sie mir mal ansehen.
    Interessante Theorie, dass Röstungen mit Quarzstäben sauer werden.
    Ich denke, dass es nicht unbedingt an den Quarzstäben liegt, sondern an der perforierten Trommel, die ja per Definition nicht viel Energie speichern kann und durch dessen Löcher die Bohnen der Strahlungshitze voll ausgesetzt sind. Welche Trommel hattest Du bei Deinem Vitalgrill?
    Die Wärmeübertragung bei einer Trommelröstung, so wie ich denke es mal gelesen zu haben besteht ja zu unterschiedlichen Teilen aus Kontakt- und Strahlungswärme über das Trommelmaterial und auch auch der Hitze der hindurchgesaugten Luft.
    Es kann schon sein, dass beim Behmor die Bohnen über längere Zeit ein Temperaturgefälle von aussen nach innen aufweisen. Interessanterweise bewegt sich trotzdem die Röstzeit in der für Trommelröster üblichen Zeit von 20+ min. Vielleicht ist es aber so, dass das Temperaturgefälle zwischen aussen und innen zu lange besteht und der Bohnenkern zu wenig Zeit bekommt die relevanten Röstreaktionen ablaufen zu lassen.
    Andererseits kann ich mich erinnern ein paar meiner Hearthware Precision Röstungen bei Kai-Uwe aus der La Marzocco probiert zu haben und sie schmeckten Lichtjahre besser als aus meiner Maschine...und wenn ich mal mit einer meiner Behmor Röstungen hingehe, dann werde ich wahrscheinlich dasselbe erfahren.
    Ich glaube, wir müssen uns mal mit ein paar unserer Röstungen an einem neutralen Ort treffen und vergleichen ;-)

    viele Grüsse
    Horst

    @Christian: Trinkst Du Deine Röstung als Espresso?
     
  6. #6 stuartlidl, 31.03.2011
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    Hallo Uwe,

    ist schon so wie ich gesagt habe. Ich röste überwiegend Malabar, bei dem der 1. Crack fast nahtlos in den 2. übergeht. Da der Behmor wie bereits beschrieben ganz schön nachheizt, breche ich ab wenn der 1. Crack am Höhepunkt ist. Dann heizt er noch nach und ich habe in etwa ein Ergebnis (zumindest von der Bohnenfarbe) wie der Hari Fausto, der für mich als Referenz dient.


    Viele Grüße

    Christian
     
  7. #7 Andros1, 29.04.2011
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    AW: Der Behmor und ich

    Dann will ich auch mal meinen Senf hier dazu geben.;-)

    Nachdem ich letzten Monat knapp 20 Chargen mit einem Imex geröstet habe, hab ich mir im Osterurlaub kurz entschlossen einen Behmor aus Holland mitgebracht (Schönen Dank noch mal an Ongebrand.nl für die sehr unkomplizierte Abwicklung!).

    Zunächst war das eine ganz schöne Umstellung vom simplen Rösten auf Sicht und Geruch mit der Möglichkeit auf die Sekunde genau alles abzubrechen beim Imex auf die etwas seltsam zu beeinflussenden Programme vom Behmor.

    Am Anfang hab ich wohl zuviel mit der Plustaste herumgespielt und versucht auf Sicht zu rösten, bis ich mich auf das genaue akustische Interpretieren von 1. und 2. Crack konzentiert habe.
    Insgesamt habe ich heute fast 2 1/2 Kilo Rohkaffee von Fausto durchgearbeitet, bis es soweit für mich gepasst hat.
    Neben den beiden zu stark gerösteten Chargen im Beutel und einer unbeabsichtigten Filterkaffeeröstung sind dabei ein Malabar und eine Guatemala herausgekommen, die schön gleichmäßig geworden sind, von der Farbe sehr identisch zu Faustos Malabar und Monaco (bzw. daraus dunkelster Bohnen-Anteil).

    Grunddaten bei 220V:
    Malabar(obere Schüssel): 500 gr 1/P4/C++/ beim Beginn des 2. Crack bei 22:45 abgebrochen und mit offener Klappe gekühlt.

    Guatemala (unteres Schüssel): 500gr 1/P4/C/ Einsetzen des 2. Crack 10 Sekunden vor Programmende mit Weiterknistern in der ersten Minute der Coolingphase bei geschlossener Tür.

    Beim Malabar konnte ich das 1 vom 2. Crack nur durch eine Art akustischen Anstieg unterscheiden, beim Guatemala waren schon ca. 1,5 Minuten dazwischen.
    Die zu dunklen Chargen sind bei gleichen Settings bis 24:00 bzw. 24:30 geröstet worden.

    Wenn`s jetzt noch geschmacklich passt, wird das was mit uns ;)...
    LG
    Andros
    [​IMG]
     
  8. Herb

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    Nu geb ich auch noch mal meinen Senf dazu ;)

    Habe gestern die 60Kg Marke ueberschritten ca 18Kg Asien, 26Kg Amerika und 16Kg Afrika mit einer Gesamt-Roestzeit von 51 Stunden in 122 Roestungen. 2 Roestungen sind Deko geworden, alle Anderen sehr gut bis noch trinkbar :D

    Ich roeste ueberwiegend Mischungen mit je 1/3 Asien, Amerika und Afrika. Ich mische so gut wie nie innerhalb eines Kontinents, da ich den generellen Eindruck habe, dass dann das Ergebnis generell schlechter wird als es die Origins eigentlich sind. Die Ausnahme hier stellen Amerkanische Sorten dar, ich mische wohl Suedamerika mit Mittelamerika/Karibik, das klappt schon.

    Ich fahre zu 95% im Profil 1 P5 mit Verlaengerung auf 26:30 maximale Laufzeit bei 500gr Fuellung. Wenn die Rohbohnen insgesamt kleiner sind gehe ich auch bis 530gr. Wenn ich tatsaechlich den 1.Crack hoere setze ich den Timer auf 3 Minuten Restzeit zurueck und komme so meistens vor dem 2.Crack raus und habe haeufig einen leichten 2.Crack waehrend der ersten Cooling Minute.

    Die Ergebnisse sind im Grossen und Ganzen stabil reproduzierbar. Da ich im Gartenhaus wegen dem manchmal doch reichlichem Qualm roeste sind aber die Jahreszeiten von Belang, da kommen schon +/- 30 Sekunden Unterschied zustande.

    Den Behmor hatte ich bei 30Kg mal geoeffnet und von Innen gereinigt. Da war nur marginal weisser Staub drin, daher warte ich jetzt noch 10Kg ab, bevor ich ihn wieder mal oeffne und reinige.

    Ich habe 3 Jahre mit dem Imex/BCC geroestet, dann fast 5 Jahre mit dem I-Roast 1 und nun schon 1 Jahr mit dem Behmor und muss sagen einfacher gehts wirklich nicht. Ein bischen Aufsicht am Ende des Roestvorgangs und fertig ist das Pfund ohne viel Firlefanz drumherum.

    So das ist meine Meinung und wenn Euch die nicht gefaellt, ich hab noch Andere.
     
  9. #9 stuartlidl, 30.05.2011
    stuartlidl

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    Hallo Herb,

    das ist ja mal interessant. Vorallem weil Du den Röster auch immer überlädst wie ich lese.

    Leider hatte ich kürzlich das Problem, dass die Trommel (hatte den Eindruck das kommt nur beim Überladen vor) alle 4-5 Umdrehungen hängenbleibt und nach kurzer Zeit wieder loslegt. Ich habe dann den Rat bekommen, den Motor zu ölen. Der schaut eigentlich noch ganz gut aus. Geräuschtechnisch hört er sich etwas angestrengt an.

    Jetzt kommt es nur noch gelegentlich vor. Richtig sicher fühl ich mich damit aber nicht. Ich nehme max. 550g pro Ladung.

    Hattest Du das auch schon mal?


    Gruß
    Christian
     
  10. Herb

    Herb Mitglied

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    Nee so viel hab ich noch nicht geschafft, koennte man mal mit Perlbohnen probieren, da muesste es eigentlich hinkommen. Hab noch mal in meine Tabelle geschaut, der PNG koennte dafuer auch in Frage kommen, aber Beides habe ich im Moment nicht auf Vorrat.

    So ein Haker ist mir auch mal aufgefallen und bei naeherer Untersuchung konnte ich eine kleine Schleifspur am Chaff-Behaelter rechts innen feststellen. Seitdem ruecke ich den Chaff-Behaelter immer soweit wie moeglich nach rechts und Ruhe ist.
     
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