Die Ladenmühlen von Otto Swadlo / Victoria Werke aus Wien

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  1. #1 mechanist, 01.07.2017
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    Gestern Nacht gab es mächtig Getöse in unserem Garten. Wir hatten Besuch von ausserirdischen Kaffeebohnen, vielleicht ein Zwischenstopp auf dem Weg zum "Krieg der Kerne" gegen die rasenden Vollautomaten von MP...
    Zu Gesicht bekommen habe ich sie nicht, als ich draussen war, waren sie schon wieder weg. Aber eines ihrer Raumschiffe ist wegen eines Defektes hiergeblieben:
    [​IMG]
    Bei Tageslicht sahs dann so aus:
    [​IMG]
    [​IMG]
    From outer space: C17 ntw, hergestellt von Otto Swadlo, Wien in den fünfziger Jahren.
    Der Name Swadlo ist eigentlich bei Kaffeeröstern bekannt. Seit den dreissiger Jahren fertigte Otto Swadlo in seiner
    Manufaktur in Wien Trommelröster, die in späteren Jahrzehnten einen sehr guten Ruf genossen und weltweit exportiert wurden - viele dieser Röster sind bis heute im Einsatz. Neben den Röstern fertigte und / oder vertrieb Swadlo auch Zubehör wie zum Beispiel Kaffeeschütten. Bis in Ende der Fünfziger wurden auch Ladenmühlen hergestellt. Die Fabrik für Trommelröster (Victoria Werke Wien) existierte bis zum Tode Otto Swadlos in den
    Siebzigern.
    Hier noch einige Details der C17 ntw:
    [​IMG]
    [​IMG]
    Die C17 ist in aufwändiger Handarbeit hergestellt, das Gehäuse besteht aus Aluminiumguss, andere Teile aus
    Vollmaterial. Die Teile haben "matching numbers":
    [​IMG]
    Die 61mm Scheiben waren vor 1945 und in den fünfziger Jahren noch Standard und sind Gusscheiben:
    [​IMG]
    Der Motor besitzt einen Startkondensator, der manuell geschaltet wird. Dazu ist der Schalter zweigeteilt:
    Beim Einschalten werden beide Schalterteile bedient, beim Loslassen des Schalters wird der Teil für den Kondensator
    von einer Feder in die Ausgangsposition geschoben und der Kondensator so abgeschaltet.
    Dieses Exemplar stammt aus Salzburg und ist in einem traumhaften Originalzustand.
    Neben der C17 wurde noch ein weiterer Mühlentyp gebaut: Der Typ N entsprach konstruktiv den damals gängigen
    Ladenmühlen. Die drehende Scheibe sitzt fest auf der Motorwelle, die feststehende Scheibe auf einem Kolben, der
    im Gehäuse mit einer Gewindestange nach vorne oder hinten verschoben wird, um den Mahlgrad einzustellen.
    Auch der N-Typ besass 61mm Gusscheiben. Hier eine NS im Originalzustand, Die Mühle wurde lange über die Bucht angeboten. Mir war sie anfangs zu teuer, bei Verhandlungen mit dem Verkäufer hat sich herausgestellt, dass sie im Nachbardorf steht. Leider war nicht zuklären, wie eine Mühle aus Wien auf einen Bauernhof in Brandenburg kommt.
    [​IMG]
    Und hier eine N7 mit niedrigem Gehäuse und Blechbehälter für das Mahlgut.
    [​IMG]
    Die Fertigung von Mühlen wurde gegen Ende der fünfziger Jahre eingestellt, Swadlo vertrieb von da an
    Ladenmühlen anderer Hersteller.
     
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  2. #2 kaffeekalle, 01.10.2017
    Zuletzt bearbeitet: 01.10.2017
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    Hallo mechanist... ich hätte einmal eine Frage. Was muss man den für eine funktionsfähige Mühle Typ N (vorletztes Bild) in etwa ausgeben?
    Gruß KK
     
  3. #3 mechanist, 01.10.2017
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    Die Frage ist erstmal, was man mit der Mühle machen will. Aufgrund ihrer Konstruktion eignet sich die Mühle nur für Filter und French Press. 61mm Scheiben sind kaum noch zu bekommen. Also eher ein reines Sammlerstück, und so findet sich dann auch
    der Preis (was einem die Mühle wert ist...). Manche Verkäufer träumen und wissen nicht, dass es praktisch keinen Markt für diese Mühlen gibt...(geht wohl um die N7 in einem bekannten Kleinanzeigenportal ?...).
     
  4. #4 kaffeekalle, 01.10.2017
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  5. #5 mechanist, 02.10.2017
    Zuletzt bearbeitet: 02.10.2017
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    Die Weltraummühle C17 heisst "Century", bei meiner sind nur die Buchstaben ntu übrig geblieben, die ich dann als ntw
    gelesen haben. Und hier noch eine grosse Ladenmühle von Swadlo:
    hv12.jpg
    Welche der Mühlen tatsächlich in Wien hergestellt wurden und welche gelabelt sind, weiss ich leider nicht,
    von der Weltraummühle ist bei mir noch eine zweite gelandet, allerdings von ADE, Hamburg.
     
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  6. #6 Ratfink, 09.01.2018
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    Hallo, da ich auch eine C17 Century besitze, wollte ich fragen, ob es sich auszahlt, diese aufzuarbeiten. Würde sie für Filter verwenden.
    LG Dieter
     
  7. #7 Ratfink, 09.01.2018
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    [​IMG]
    Hier mal ein Bild der Verstelleinheit. Der obere Ring ist runter, ebenso der Verstellring Leider lässt sich der obere Mahlscheibenhalter nur ca eine 1/3 Umdrehung bewegen. Wie soll das ganze dann raus? Nur der obere Mahlscheibenhalter oder die komplette Einheit?
    Links oder Rechtsgewinde?
    LG Dieter
     
  8. #8 turriga, 09.01.2018
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    Wunderbarer Hopper, was für eine Schönheit!
     
  9. #9 mechanist, 09.01.2018
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    Also nochmal: zuerst die Stifte für die Rasterung rausnehmen, darunter sitzen kleine Federn, die mit einem Streichholz rausholen. Stifte und Federn irgendwo gut verwahren. Den Gewindeansatz des oberen Mahlscheibenträgers mit Kriechöl
    behandeln und einwirken lassen, hin und herdrehen, nochmals mit Kriechöl. Im besten Fall lässt sich der verklebte Mahlscheibenträger dann rausdrehen. Für Filter ist die Mühle gemacht, sie hat aber 61mm Scheiben aus Guss, für die
    es keinen Ersatz mehr gibt.
     
  10. #10 mechanist, 09.01.2018
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    Und noch eine Ladenmühle von Swadlo, auch diese recht ungewöhnlich:
    339_-1592851965.jpg
    Der Mann scheint form- und materialverliebt gewesen zu sein.
     
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  11. Ratfink

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    @ Mechanist das habe ich alles schon gemacht.Leider lässt sich der Mahlscheibenträger nur ca. 1/3 hin und her bewegen, wie wenn er wo anstehen würde. Kann es sein das der komplette Teil raus muss inkl. dem Teil wo die Federn und die kleinen Bolzen drinnen sind?
    Den Auswurfrüssel bekomme ich auch nicht raus, gibt es da auch einen Trick?
     
  12. mechanist

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    Das komplette Teil geht raus, wenn man die beiden Madenschrauben im Gussgehäuse rausgedreht hat, siehe Bild oben
    (siebtes Bild im ersten Beitrag).
    Leider sind häufig die Schlitze der Schrauben schon verhunzt und die Schrauben festgegammelt,
    zudem kann das komplette Teil mit dem Gehäuse verklebt sein, also vorsichtig probieren und auch hier vorher
    mit Kriechöl einweichen.
     
  13. Ratfink

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    Danke, werd ich probieren.
    LG Dieter
     
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    So jetzt habe ich alles probiert, aber das Teil geht nicht raus. Der komplette Teil dreht sich und der Scheibenhalter auch. Bei mir ist nur eine Wurmschraube drinnen. Eine zweite find ich nirgends. Für heute reicht's mir.
    LG Dieter
     
  15. mechanist

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    Bei meinen beiden C17 befinden sich unterhalb der Mahlgradverstellung von vorne gesehen jeweils links und rechts zwei
    Rändelschrauben. Wenn diese vollständig rausgedreht sind, lässt sich das komplette Teil nach oben abnehmen.
    Man kann es vorher auch nicht drehen, da ein Stift in eine Nut im Gussgehäuse geht.
     
  16. Ratfink

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    @mechanist Waere es bitte möglich, das du mir davon ein Foto machst?
    Diese beiden Schrauben gibt es bei meiner scheinbar nicht.
    Danke Dieter
     
  17. Ratfink

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    So sieht es bei mir aus.
    [​IMG]
     
  18. mechanist

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    Da bin ich dann auch etwas ratlos, das ist eine andere ev. frühere Version. Nur noch vorstellbar, dass das komplette Teil von Innen mit einer Madenschraube
    gesichert ist und man an die erst rankommt, wenn der Mahlscheibenträger nach oben rausgedreht wurde. Die Rändelschrauben meiner Mühlen sieht man
    weiter oben beim ersten Detailbild, eine hat den Kopf aus schwarzem Kunststoff, die andere komplett aus Metall.
    Die Gewinde des Mahlscheibenträgers sind ziemlich exakt gefertigt, wenn sich da beim Rausdrehen Schnmodder
    mit reinzieht, wird das immer fester.
     
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    Das hab ich auch befürchtet. Werd das Teil die nächsten Tage immer wieder einsprühen, vielleicht geht es ja raus.
    Trotzdem danke
     
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Die Ladenmühlen von Otto Swadlo / Victoria Werke aus Wien

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