Erfahrungen mit der bialetti brikka

Diskutiere Erfahrungen mit der bialetti brikka im Espresso- und Kaffeemaschinen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Habe seit einigen Wochen eine Bialetti Brikka in meinem Kaffeemaschinen-Arsenal. Bislang habe ich allerdings nur „Milchkaffee“ produziert – soll...

  1. #1 Grüne Bohne, 27.04.2005
    Grüne Bohne

    Grüne Bohne Gast

    Habe seit einigen Wochen eine Bialetti Brikka in meinem Kaffeemaschinen-Arsenal.
    Bislang habe ich allerdings nur „Milchkaffee“ produziert – soll heißen : das Gebräu, das rauskam, ließ sich nur als solcher konsumieren. Ich hatte nur Brühkaffee-Sorten verwendet und heute mal eine Espresso-Sorte.

    Leider hatte ich den Espresso schon im Geschäft mahlen lassen und der Mahlgrad war offenbar zu fein, was sich durch ein ziemlich fieses hohes Zischen bemerkbar machte, als das Sicherheitsventil ansprach.
    Immerhin habe ich das Gas noch ausgemacht, bevor ich sicherheitshalber die Küche relativ fluchtartig verlassen habe.
    Ist aber nix weiter passiert.

    Die Crema-Bildung hat mich nach meinen bisherigen Erfahrungen sehr überrascht. Das war nicht nur Kaffee-Schaum, wie bisher, sondern echte Crema !
    – es war nur das Problem, diese auch aus der Kanne herauszubekommen.
    Als ich die Tassen eingeschenkt hatte, war der Kaff zwar in den Tassen, die Crema aber noch in der Kanne und klebte an der gesamten Innenwandung ....

    Leider war dar Kaffee wegen akuter Bitterkeit wieder nur mit Milch zu genießen.
     
  2. MichiV

    MichiV Mitglied

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    Ich habe eine Kanne von Alessi und eine von Irmel. Geschmacklich dürften alle Espressokocher ähnlich sein, ist zumindest bei meinen beiden so. Das Sicherheitsventil wird wohl eingesezt haben, weil du den Espresso angedrückt hast. Das ist im Gegensatz zum Siebträger eine Todsünde. Auf keinen Fall das Pulver andrücken, dadurch hat das Wasser schwierigkeiten durch den Filter zu kommen, der Druck in der Kanne wird zu hoch (was viellecht deine Crema erklärt)und das Ventil springt an. Außerdem wird duch das andrücken und den zu hohen Druck das Wasser zu heiß und der Kaffee schmeck dann schei...
    Also: Pulver nur in den Sieb legen und nicht andrücken und auf kleiner Stufe aufkochen. Crema in die Tasse wirst du damit nicht hinbekommen, aber darauf kommt es bei einer Bialetti auch nicht an.

    Für diese art von Espresso bzw. Mokka eignen sich reine Arabica Espressobohnen, da im Kocher der Espresso grundsätzlich Bitterer wird und reine Arabicas sind von Haus aus weniger Bitter. Ich habe sehr gute Erfahrung gemacht mit Cellini Prestigio und Costadoro Master Club, beide 100prozent Arabica. Auch sollten die Bohnen fein gemahlen werden. Das dein Sicherheitsventil gezischt hat dürfte nicht am Mahlgrad gelegen haben, außer wenn das Pulver den Sieb verstopft hat, wird also eher durch das Anpressen gelegen haben.



    Edited By MichiV on 1114637254
     
  3. #3 Grüne Bohne, 28.04.2005
    Grüne Bohne

    Grüne Bohne Gast

    Hallo MichiV, Deine Vermutung ist richtig ! Ich hatte in der Tat das Pulver leicht, bzw, noch einen halben Grad leichter – also ich meine etwas leicht fester -, angedrückt, um 4 Meßlöffel reinzukriegen. Schließlich habe ich einen 4x-Kocher.

    Das Verhalten des Kochers war durchaus unüblich. Zwar kam „Der erste Tropfen“ und dann nach ca einer Minute der Kaffee, aber das Geräusch, wenn er „durch“ ist, das ist bei der Brikka ein sehr lautstarkes Blubbern, das durch den Ventilkopf erzeugt wird, das blieb aus und stattdessen schlug das Sicherheitsventil Alarm.

    Beim Aufmachen zeigte das Pulver eine feste, obere Kruste im Siebtopf, die sich eindrücken ließ, weil sich darunter ein Hohlraum gebildet hatte – es war also nicht zuviel Pulver drin – und ein fester Bodensatz. Das würde Deinen Hinweis bestätigen.

    Allerdings muß man dazusagen, daß die Brikka durchaus anders arbeitet, als die Bialetti-Mokka oder die anderen „Espresso-Kocher“ ( „Espresso“- sollte man hier als „Schnell“-Kocher verstehen und nicht im Vergleich zu den "Maschinen-Espressos")

    Die Brikka hat auf dem Aufsteigrohr eine Düse montiert und auf dieser Düse sitzt ein beweglicher Stahldeckel, der mit einem verschraubten Kragen mit dem Aufsteigrohr locker verbunden ist. Das Gewicht dieses Deckels wirkt nun auf die Düse wodurch ein Überdruck von ca. 6 Atü lt. Beschreibungen im Internet erzeugt wird ( siehe Forumsbeiträge comu und El_Chiller : www.dooyoo.de/haushaltswaren/bialetti-brikka)

    Bei einem erneuten Versuch hat alles wieder richtig funktioniert, auch wenn der Kaffee leider wieder bitter geworden ist.

    Werde jetzt mal probieren, weniger Wasser reinzufüllen. Innen ist bei ca.120ml eine Füllstandsmarkierung angebracht. Es passen aber durchaus bis zur Unterkante Sicherheitsventil ca. 180ml hinein, was ich auch ausgenutzt habe.
    Vielleicht wird dadurch die Brühzeit verlängert und es kommt dadurch zu den Bitterstoffen.

    Danke für Deinen Hinweis auf Deine Kaffeesorten Cellini Prestigio und Costadoro Master Club. Werde die mal ausprobieren, als Referenz.
    Ich möchte aber dann schon eine Kaffeesorte von einem Röster hier aus meiner Umgebung verwenden, um nicht noch zusätzlich die Post zu sponsern.
     
  4. MichiV

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    Der Vorteil dieser Bialetti ist sicher der höhere Druck und die dadurch entstehende Crema. Da sich das Ventil aber erst ab einen bestimmten Druck öffnet, wird dadurch das Wasser nicht zu heiß? Entsteht der höhere Druck im uneren Teil (also im Wasserbehälter) und öffnet sich dann das Ventil oder ist die Technik eine andere, so dass das Wasser nicht heißer als in dem normalen Espressokocher wird? Wenn tatsächlich der höhere Druck im unteren Teil erzeugt wird, dann könnte das auch den bitteren Geschmack erklären. Natürlich schmeck ein Espresso im Espressokocher immer bitterer als aus einem Siebträger, aber mit ein Teelöffel Zucker schmeckt er mir auch mit dem Kocher unglaublich gut. Außerdem macht die Zubereitung auch spaß und man kann mit einem Espressokocher viel experementiern. Kannst du denn zwischen einem normalen Espressokocher und der Brikka geschmackliche unterschiede ausmachen? Wenn du mir die Brikka geschmacklich empfehlen kannst (wirklich der reine Geschmack, auf die Crema lege ich nicht so viel Wert) und ich die im Angebot finde, dann würde ich sie mir evtl kaufen.
     
  5. #5 Grüne Bohne, 29.04.2005
    Grüne Bohne

    Grüne Bohne Gast

    Ich bin weit davon entfernt, so einen Vergleich zwischen dem Brikka- und dem Mokka-Kocher bewerten zu wollen. Ich habe zwar einige Wochen lang beide Kocher simultan betrieben, dies aber nur um eine größere Menge "Mokka" zu haben, denn aus dem Ziel eines Geschmacksvergleiches.

    Dazu kommt noch, daß ich fast nur möglichst dunkle Filterkaffees verwendet habe, von den mir zugänglichen Kleinröstern aus meiner Umgebung. Ich hatte noch nicht den Eindruck, daß einer dieser Kaffees sich für die Mokka-Kocher wirklich geeignet hätte.

    Dazu kommt dann das Problem, daß die beiden Kocher, die ich verwende, für verschiede Portionen ausgelegt sind. Der Brikka ist für 4x30=120 ml Wasser ausgelegt ( maximal passen da 180ml Wasser rein, aber nur 4 Portionen Pulver.).
    Der Mokka-Kocher ( ohne Label ) sollte eigentlich für 6 Portionen geeignet sein, wie ich aber jetzt mal ausprobiert habe, passen hier auch nur 4 Portionen Pulver rein. Aber viel mehr Wasser als in den Brikka, nämlich 280ml bis zum Überdruckventil.
    Bisher habe ich meistens alles gut gefüllt, also jeweils Pulver und Wasser, soviel eben reinging, das dann in eine Thermoskanne zusammengeschüttet und mit Zucker und Milch trinkbar gemacht.
    Also Du siehst, das kann man locker um einiges systematischer gestalten.
    Bisher war der Mokka aus der Brikka immer um einiges stärker und „roh“ von daher auch ungenießbarer als der aus aus dem Mokka-Kocher. Obs jetzt stärker war, weil er konzentrierter war oder weil er stärker gebrüht war, kann ich nicht sagen.

    Die Crema in der Brikka ist in dieser Form nur bei dem fein gemahlenen Espresso-Kaffee aufgetreten.
    Bei den sonstigen Kaffee-Sorten war zwar immer eine starke Schaum-Entwicklung. Der war aber auch gleich wieder weg und in der Tasse nicht mehr wahrnehmbar. Die Schaumentwicklung bei der Brikka habe ich daher der Düsenkonstruktion in Verbindung mit dem Druck-Deckel zugeschrieben.

    Deine Einschätzung, daß bei der Brikka mit einer höheren Temperatur gebrüht wird, teile ich, rein von der Logik her.
    Bei dem Mokka-Kocher hatte ich mal mit einem Löffel gekostet, ob zu Beginn, wenn die Brühe aus dem Steigrohr herauskommt, der Geschmack anders ist, als zum Schluß, wenn da der Schaum rausblubbert.
    Das Ergebnis hatte mich dann insofern überrascht, daß gleich zu Anfang der Kaffee schon stark bitter war und zum Schluß hin eigentlich eher wässriger als bitterer wurde.Meine Hoffnung war, daß man durch einen schnelleren Abbruch des Brühvorgangs auch die Bitterstoffe reduzieren könnte. Das war dann aber offensichtlich nicht der Fall.

    Als Resultat sehe ich daher, daß da nur die Suche nach einem geeigneten Kaffee weiterhilft und werde mir die beiden Sorten, die Du angegeben hast, mal bestellen.
     
  6. MichiV

    MichiV Mitglied

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    Den Cellini Prestigio gibt es auch in einigen Supermärkten in der 250g Dose. Falls der dir dann nicht schmeckt, hast du dann nicht zu viel ausgegeben. In Hamburg gibt es den im 1kg Pack in der ganzen Bohne für 12,99Euro, dort kaufe ich den. Den Costadoro gibt es, so viel ich weiß, nur im 1kg Pack und nur mit ganzen Bohnen. Ist auch relativ teuer. Hier in Bemen gibt es den im Espressogeschäft für
    18,50Euro und in einer Bar für 16.50Euro.
    So, dann spare ich jetz mal für eine richtige Espressomaschine (Handhebelmaschine) :)
     
  7. #7 Grüne Bohne, 30.04.2005
    Grüne Bohne

    Grüne Bohne Gast

    Habe mir vorhin im Lebensmittelmarkt ne kleine Packung Cellini Prestigio besorgt und auch gleich ausprobiert.
    Schließlich heißt es heute wachbleiben, um den Kaffeefilm auf Arte nochmal zu sehen.
    Vom Geschmack ist es immer noch stark bitter, nach meiner Facon ... Mit Milch und ein wenig Zucker geht es aber und hat mehr „Kaffee-Röst-Geschmack“ als meine bisherigen Sorten.

    Unterschiede im Geschmack zwischen der „Mocca“ und der Brikka habe ich nicht festgestellt, habe aber die „Mocca“ wieder mit doppelt soviel Wasser betrieben. Das war von daher weniger konzentriert.
    Bei der Brikka habe ich aber diesmal die Crema mit einem Löffel in die Tassen bugsiert. Kann ich von daher immerhin als einen Teilerfolg verbuchen.
    Von der Haltbarkeit des Schaums würde ich ca. ¼ bis ½ der Haltbarkeit einer Espresso-Crema ansetzen. Wenn man da drin rumrührt, geht die ja auch kaputt. Hier wird sie sogar umgegossen...

    Ich habe noch mal bei dem Testbericht von „El Chiller“ in dem dooyoo-Forum nachgelesen. Der hatte auch einen Kaffee-Tip speziell zur Brikka:
    „Mein Espresso tip an dieser Stelle: Danesi (auch wenn es kein 100% Arabica) ist. Für Genießer empfehle ich einen Espresso geröstet nach den Traditionen aus und um Neapel.“ (www.dooyoo.de/haushaltswaren/bialetti-brikka/819087)

    Sein Tip geht offenbar auf die ganz dunklen Röstungen, also Süditalienischer Espresso.
     
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