Kessel (extern) im Laugenbad entkalken/reinigen

Diskutiere Kessel (extern) im Laugenbad entkalken/reinigen im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo Leute, ich möchte gerne den ausgebauten Kessel meiner "Faema E98 President" in einem Laugenbad aus Amidosulfonsäure entkalken bzw....

  1. #1 ole.rockt!, 07.03.2021
    ole.rockt!

    ole.rockt! Mitglied

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    Hallo Leute,

    ich möchte gerne den ausgebauten Kessel meiner "Faema E98 President" in einem Laugenbad aus Amidosulfonsäure entkalken bzw. reinigen. Ein Spezialist hat mir zwar zu Zitronensäure geraten, mit anschlissender Neutralisierung in einer Natron-Lösung, ich habe mich allerdings für Amidosulfonsäure entschieden, da das hier im Forum auch die gängigere Art zu sein scheint.
    Nun habe ich zwei Fragen...bei der Variante mit Zitronensäure wurde mir zu einer Einweichzeit von mindestens 24h geraten, da der Kessel sehr ausgeprägte Ablagerungen aufweist.
    Ist dies bei einem Amidosulfonsäure-Bad auch der Fall, oder kann ich die Einweichzeit kürzer halten?
    Empfiehlt es sich, bei dieser Variante anschliessend den Kessel auch in einem Natron-Bad zu neutralisieren? Wenn ja, wie ist das Mischverhältnis (g/l) einer Natronlauge?

    Über eine Antwort bzw. eure Erfahrungen würde ich mich freuen!

    Gruß
    Ole
     
  2. Jfh

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    Über Amidosulfonsäure gibt es viele und hitzige Diskussionen. Ich glaube, Einigkeit herrscht darüber, dass man dann in jedem Fall kalt entkalken sollte. Sonst kann es zu Ausflockungen kommen, die nur schwer zu entfernen sind. Manche empfehlen sogar 100g/l! Da würde ich aber mit 15 Minuten anfangen, danach gut spülen und gegebenenfalls wiederholen. Vorsicht ist geboten!
     
  3. #3 sokrates618, 07.03.2021
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    Hallo Jfh,
    Ablagerungen in Form von Calciumcitrat gibt es bei einer überdosierten Heissentkalkung mit Zitronensäure. Aminosulfonsäure ist diesbezüglich unkritisch. Ich entkalke bei ca. 50°C, was den Vorgang beschleunigt. Als Dosierung werden oft 100g/l empfohlen. Ich habe bisher eher 50g/l verwendet und in hartnäckigen Fällen die Lösung nach ein paar Stunden erneuert.
    Gruß, Götz
     
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  4. #4 benötigt, 08.03.2021
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    Du siehst, ob bei Amidosulfonsäure noch eine Reaktion stattfindet. Solange Bläschen aufsteigen, passiert noch was. Wenn die Blasen aufhören, aber noch Ablagerungen zu sehen sind, ist die Lösung gesättigt und muss erneut werden.
    Zeitdauer ist unkritisch, auch über Nacht kannst Du die Sachen liegen lassen.
    Anschließend ist lediglich gutes Spülen angesagt, keine weiteren chemischen Aktionen.

    Einziger Hinweis wäre, unterschiedliche Metalle seperat zu entkalken.
     
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  5. vectis

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    Das hatte ich in Form von erheblichen Kalkablagerungen auch mal zu beseitigen und musste den Kessel eine ganze Woche bei 24stündigem Wechsel der Amidosulfonsäure behandeln.
    Wie bereits geschrieben wurde kann das besser mit lauwarmen oder kalten Wasser geschehen.
    Eventuell noch vorhandene Anschlüsse aus Messing können allerdings leichte Verfärbungen durch ausgeschiedenes Kupfer annehmen, weswegen dieser Hinweis
    eventuell zu berücksichtigen wäre.

    Und zu guter Letzt:
    Eine Lauge ist eine Lauge und Säure ist Säure.
    Anorganische Chemie für Schüler/ Säuren und Laugen
    Klugscheissermodus aus.
    :D;)
     
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  6. #6 ole.rockt!, 08.03.2021
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    Hey Leute,

    vielen Dank für Eure schnellen Antworten und Tips, dass hilft mir alles schon sehr!
    Wenn ich dann später zu den "Brühgruppen" und Ventilen komme, kann ich die auch einfach ins "Amidosulfonsäure-Bad" legen, oder lege ich diese besser in heiß Wasser mit "puly caff"? Oder lösst das Zeug nur das Kaffee-Öl?

    Sonnige Grüße
    Ole
     
  7. vectis

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    Hallo.

    Grundsätzlich kann man Brühgruppen und Ventile auch in Amidosulfonsäure bei richtiger Dosierung legen, aber bei verchromten Teilen würde ich das lieber lassen, denn es könnte ein Schleier übrig bleiben, der sich nur blöd entfernen liesse.
    Messingteile wie Ventilkörper etc. gehen dagegen schon, aber manchmal ist Kupfer innen drin (und wenns nur ein noch drin steckender Dichtring o.ä. ist) und dann kommt es ggf. wieder zur leichten Verfärbung des Messings, was sich aber meistens leicht wegpolieren lässt.

    Für so eine Brühgruppe reicht puly caff oder coffee clean aus, denn da gehts nur ums Kaffee-Öl, aber Du kannst doch das Innere einer Brühgruppe konventionell mit z.b. feiner Stahlwolle säubern.
    Das Duschsieb bekommt man ja in der Regel heraus (Ausnahmen gibts schon) und dann kann man das gesondert mit so einem Kaffeefett-Löser behandeln; ggf. gleich mit den Filtersieben in einem Arbeitsgang.

    Viel Erfolg.
    ;)
     
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  8. #8 sokrates618, 08.03.2021
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    Hallo Ole,
    Grundsätzlich: Amidosulfonsäure löst Kalk, PullyCaff löst lediglich Rückstände von Kaffeefett. Wenn auf dem Chrom Schleier vom Messing entstehen, kann man die schon wegpolieren. Jedoch, wie Vectis schon schrieb, sollte man sich überlegen, ob eine chemische Entkalkung der Brühgruppe wirklich notwendig ist.
    Gruß, Götz
     
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  9. #9 ole.rockt!, 08.03.2021
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    Alles klar, dann weiß ich ja erst mal bescheid. Sollte sich was verfärben, ist mir das eigentlich Wurst, da bei der Maschine eh alles verkleidet ist. Selbst die Gruppen haben eine Chromblende davor.
    Ich bin echt gespannt, ob die ganzen Kupferrohr-Verschraubungen, welche alle nur konisch abdichten, danach noch dicht sind. Naja, ist eh alles nur zum Spaß und Lockdown-Projekt aus langer Weile...die Maschine wurde bereits als "Totalschaden" bezeichnet, aber ich will es dennoch versuchen :)

    Grüße
    Ole
     
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  10. #10 Laruso2000, 09.03.2021
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    Ich bin gerade dabei eine Faema e92 aus 1999 wieder flott zu machen. Da waren die Brühgruppen total verkalkt. Nach 4-5 Std im Bad mit Amidosulfonsäure ging es dann so langsam....
     
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