Krups Uno Typ 992 – schlechtere Bezüge durch Preinfusion?

Diskutiere Krups Uno Typ 992 – schlechtere Bezüge durch Preinfusion? im Espresso- und Kaffeemaschinen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Servus aus Bayern, Nachdem ich schon länger hier mitgelesen und viel Wissen passiv aus dem Forum beziehen konnte, fange ich nun auch mal damit an...

  1. #1 gwambadaUhu, 04.03.2021
    gwambadaUhu

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    Servus aus Bayern,
    Nachdem ich schon länger hier mitgelesen und viel Wissen passiv aus dem Forum beziehen konnte, fange ich nun auch mal damit an mich, mit fraglichem Mehrwert, zu beteiligen und gleich mal damit eine Frage zu stellen.

    Ein bisschen Vorgeschichte: Ich bin im Herbst letzten Jahres, durch glückliche Umstände, sehr günstig an eine Kombi aus Graef CM80 und Krups Espresso Uno 992 gekommen.
    Beides weit weg von High-End und in einem pflegebedürftigen Zustand aber für mich als Einsteiger und Bastler ein günstiger Anfang. Also beides zerlegt, gereinigt, auf Defekte überprüft und bei der Uno alle Dichtungen und paar rostige Schrauben an Thermoblock und Brühkopf erneuert.
    Ein befreundeter Espressofan rümpfte beim Hersteller die Nase, war aber freundlicher gestimmt als ich ihm mitteilte, dass die Maschine wohl Baujahr ‘95 und Made in Italy sei.
    Anders als in einem 13 Jahre alten Thread hier im Forum beschrieben, ist mein Siebträger, der Farbe und dem Gewicht nach zu urteilen, aus Messing. Trotzdem habe ich, wie ebenfalls dort von einem Nutzer vorgeschlagen, die Säge angesetzt und einen bodenlosen draus gemacht.
    Das ermöglicht mir zum einen, ein zylindrisches, eigentlich für ST-artige Maschinen der Marke mit dem S gedachtes, 20g Doppelsieb zu verwenden (Im Kontrast zum konischen 16g Original) und außerdem, viel wichtiger, eine Feinwaage unter der Tasse im Auslauf zu platzieren. Und los geht die wilde Experimentiererei!

    So, nun zur eigentlichen Frage:
    Wenn ich einfach nur einen Leerbezug mache, läuft das Wasser mit gleichbleibenden Pumpengeräusch aus dem Brühkopf. Wenn ich das Sieb mit Kaffee beladen einspanne, habe ich ca. 5 Sekunden das gleiche Pumpengeräusch wie beim Leerbezug und anschließend, ab dem Punkt, wo sich die ersten Tropfen am Rand des Siebes bilden, ein gedämpfteres Pumpengeräusch bis zum Ende des Bezugs.
    Heißt das, die Maschine hat schon eine voreingestellte Preinfusion oder ist das normal so, einfach durch den Druckaufbau der Pumpe oder den Druck den das dann feuchte Kaffemehl gegenhält?

    Zwei Arten von manueller Preinfusion habe ich ausprobiert:
    Pumpe einschalten 2s laufen lassen, 5s warten, Pumpe wieder an. Ergebnis nicht großartig anders als sonst. Ich denke das Mehl wird hier nicht genug durchfeuchtet um von einer echten Preinfusion zu sprechen.

    Irgendwo habe ich mal gelesen, dass manuelle Preinfusion eigentlich so geht: Auf Bezug stellen bis sich erste Tropfen bilden, abschalten, 5s stehen lassen und Bezug nochmal starten.
    Bei dieser Version läuft der Espresso am Anfang deutlich langsamer. Normalerweise ist der Auslauf recht hell, eher beige. Hier wird er dann dunkler, deutlich gestreifter und auch die resultierende Crema hat eine dunklere Farbe. Der Puck bekommt mit dieser Methode, mal mehr mal weniger deutlich, Channels. Am Boden des Siebes sieht man davon meistens nichts. Auch schmeckt der entstandene Espresso gern mal ein bisschen verbrannter, sofern das nicht irgendwelche Röstaromen sein sollen, welche mir zuvor entgangen sind. Die Extraktion zum Zielgewicht dauert länger, jedoch schmeckt das Resultat nicht so bitter wie mit feinerem Mahlgrad, üblicher Bezugsmethode und ähnlicher Extraktionszeit (gemessen ab den ersten Tropfen in der Tasse).

    Eigentlich soll Preinfusion ja einen gleichmäßigeren Bezug ermöglichen.
    Auch habe ich schon mehrfach gelesen, dass man mit Vorbrühen eigentlich feiner mahlen sollte, damit man den gleichen Fluss erreicht. Ich habe aber eher das Gefühl, dass ich eine Stufe gröber mahlen sollte, um meine übliche Flussgeschwindigkeit zu erreichen.

    Mache ich an der Stelle jetzt etwas grundsätzlich falsch? Eine doppelte Preinfusion?
    Verbrennt mir der Kaffee, weil er durch das aufquellen zu lange mit dem heißen Duschsieb in Berührung kommt, bevor der eigentliche Bezug startet?
    Zeigt die Preinfusion einfach die Unzulänglichkeiten von Mühle (Upgrade steht ins Haus), Maschine (soll eigentlich bleiben bis sie irreparabel verendet) oder meinem Handwerk (sicher ausbaufähig) auf?
    Sind evtl. meine Bohnen gar nicht dafür geeignet? Aktuell Arabica Espresso von Dinzler. Glaube mich zu erinnern, dass Robusta Bohnen eher eine Preinfusion brauchen.

    Und sollte mich das eigentlich stören, wenn ich doch mit meiner üblichen Herangehensweise, für mich und meine Freunde leckeren, und objektiv richtigen (Brühverhältnis und Bezugsdauer) Espresso ziehen kann?

    Ich werde noch ein bisschen weiter experimentieren, schließlich macht mir das großen Spaß, aber wenn ich komplett auf dem Holzweg bin, wüsst ich das doch gern.

    Danke jetzt schonmal, für Erfahrungen, Belehrungen und Bekehrungsversuche zum Thema.

    Bonus: Foto vom Maschinsche beim Bezug.

    [​IMG]
     
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  2. #2 S.Bresseau, 04.03.2021
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    Willkommen im KN!

    Dein Equipment ist in der Tat nicht high end, aber ich finde deine Begeisterung super, damit wirst du sicher gute Ergebnisse hinbekommen!

    Das Pumpengeräusch änder sich, sobald Druck gegen den Puck aufgebaut wird, das ist normal. Die Pumpe kann man nur dann unterbrechen, wenn kein Magnetventil verbaut ist. Sollte bei dir der Fall sein.

    Aber: Vergiss vorerst die PI, damit hast du am Anfang nur noch eine zusätzliche Variable.

    Für konstante Bezüge brauchst du frische Bohnen, eine Waage und einen Kartoffeldreizack o.Ä. für WDT.

    Maschine samt Sieb und ST gut durchheizen, gilt auch für Thermoblockgeräte, mit 15 min bist du auf der sicheren Seite.

    Immer zum selben Zeitpunkt beziehen, üblicherweise wenn die Heizung ausgeht. Stichwort ist Temperatursurfen.

    Das Wichtigste ist die Bohne, sie muss ziemlich frisch geröstet sein und zur Maschine passen, da muss man experimentieren. Mein Standardtipp ist Parotta Gran Crema, es gibt aber noch unzählige andere gute und gutmütige Bohnen.

    Viel Spaß weiterhin!
     
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  3. #3 plempel, 04.03.2021
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    Einige lesen zu wenig, Du liest zuviel Kaffeenetz. Das wird teuer. :)

    OT: Dein Benutzername ist klasse. Zuerst habe ich "gwambada" wie "Lambada" betont und "Uhu" mit Betonung auf dem zweiten u gelesen. Sehr exotisch. :D
     
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  4. #4 S.Bresseau, 04.03.2021
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    Er will doch nur die Mühle tauschen :D
     
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  5. #5 plempel, 04.03.2021
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    Ach so. :D
     
  6. #6 gwambadaUhu, 04.03.2021
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    Danke für die freundliche Aufnahme!
    Dann lag ich da schonmal richtig, Magnetventil hat sie keins, danke für die Erklärung.

    Nach dem einschalten dauert es ca. 1 min bis die Lampe erlischt und nach ungefähr 10 min kann man die Unterseite des Siebes nicht mehr anfassen vor Hitze.
    Wenn es ganz schnell gehen muss, ziehe ich das Heißwasser zum Tasse wärmen mit eingespanntem ST und trockne das Sieb hinterher ab.

    Zum Thema konstanter Zeitpunkt: Ich mache einen Leerbezug, meist in die Tasse, bis die Heizleuchte anspringt. Erfahrungsgemäß hat der Brühkopf dann so 94°C. Die Zeit in der die Heizleuchte dann an ist, nutze ich um mein Sieb mit Kaffee zu beladen:
    • Da ich in einen Alu-Becher mahle, der in mein Sieb passt, stülpe ich das Sieb über den Becher und drehe das ganze dann um.
    • Behebung mögliche Ungleichverteilung durch seitliches Klopfen.
    • Aufklopfen des Siebes auf die Matte um es vertikal zu verdichten.
    • Glätten der Oberfläche und Verteilen des Mehls mit einem entsprechenden Werkzeug.
    • Tampern, erst mit einem Tiefenverstellbaren, anschließend nach Fingerspitzengefühl mit einem "Normalen".
    Das ganze geht ziemlich schnell und rhythmisiert. Mit Schaschlik Stäbchen, Kartoffelgabeln und dergleichen habe ich experimentiert, fand aber nicht, dass sie etwas zum Prozess beigetragen haben, sondern eher ziemlich "fummelig" waren.
    Wenn bei der Maschine die Heizleuchte ausgeht, kommen meist noch ein paar Tropfen aus dem Duschsieb und ein wenig Wasser wird mit zischendem Dampf in die Abtropfschale umgeleitet. Wenn dieses Zischen vorbei ist, spanne ich den Träger ein und starte den Bezug. Der Brühkopf hat dann ca. 97°C.
    Selbstverständlich werden sowohl das Kaffeemehl, als auch der bezogene Kaffee mit der Feinwaage abgewogen.;)

    Durchaus. Wahrscheinlich generiert meine Materialkombination schon genug solcher Zufallsvariablen. Mich treibt da halt die FOMO an. Es könnte ja noch irgendwas geben, was den Espresso auf "magische" Weise noch besser macht. Jede Möglichkeit, zu holen was zu holen ist, will ausgeschöpft werden.

    Vielen Dank für deinen Tipp mit den Bohnen. Die sehen vom P/L Verhältnis sehr attraktiv aus. Kannst du ähnlich gutes über den Amabile erzählen? Frische ist eigentlich kein Problem. Hole meine Bohnen in einem Café hier ums Eck- nette junge Betreiberin, Support your Locals usw.- vom MHD aus gerechnet, war die älteste Packung mal 6 Wochen alt, normalerweise eher 3-4. Allerdings ist der Kilopreis deutlich höher und gerade in experimentierfreudigen Phasen schon fast schmerzhaft.

    Der Spaß wird mir sobald nicht vergehen, danke dir nochmal!:)

    Zu viele Hobbies schränken das verfügbare Budget zum Glück stark ein. So bin ich erstmal gezwungen mit dem zu arbeiten was ich hab.
    Aber ein Upgrade auf eine SD fähige Mühle juckt mich schon sehr, weil sie auch sehr gut in den Workflow passen würde.

    Ich bin mir sicher es liest sich dann ganz melodisch :D
     
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  7. gogega

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    Mein Tipp wäre auch, diese künstliche PI besser schnell wieder ad acta zu legen. Meine Versuche damit an einer ähnlich einfachen Gaggia Coffee Deluxe führten eher zu zerstörten Pucks und sauren Shots. Viel wichtiger sind gute Bohnen, der richtige Mahlgrad + richtige Menge Kaffeemehl je Sieb. Und eben der richtige Zeitpunkt des Bezugs, nämlich kurz nachdem die Heizung wieder ausgeht ...
     
  8. #8 gwambadaUhu, 04.03.2021
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    Klar nur die Mühle. Danach bin ich auch für Immer zufrieden, versprochen. :D
     
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  9. #9 benötigt, 04.03.2021
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    Abhängig von Deiner Quelle kann ein Dinzler auch schon etwas zu alt sein. Schau, dass Du nur Tüten nimmst, die zwischen 2 Wochen und 2 Monaten nach Röstdatum liegen.
    Die Mühle... Naja, Du hast sowieso eine Verbesserung in Auge gefasst und das dürftest Du unmittelbar an beseren Ergebnissen merken.
    Bei der Maschine gibt es keinen Handlungsbedarf. Da finde ich Deine Herangehensweise richtig.

    Was mir hingegen gar nicht sinnvoll erscheint, ist bei Deiner dunklen Arabica Röstung irgendwas mit Prefusion zu versuchen. Das brauchst Du für Light Roasts mit floralen und fruchtigen Noten. Deine Bohnen dürften eher nussig-schokoladig sein, das ist die Prefusion kontraproduktiv. Lass einfach laufen und Du solltest mit den Ergebnissen zufriedener sein.
     
  10. cbr-ps

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    alles gut hier:
     
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  11. #11 S.Bresseau, 04.03.2021
    Zuletzt bearbeitet: 04.03.2021
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    Muss schon sagen, Reschbeggd :cool: Du bist wahrscheinlich der "Anfänger" mit der größten Vorbildung, der höchsten Hingabe - und dem lausigsten Equipment :) (Dedicafans außen vor)

    Das Problem der CM80 ist nicht das Mahlgut, das ist wohl OK (wenn sie korrekt arbeitet), sondern, neben der fummeligen Kalibrierung mit Unterlegscheiben, vor allem die grobe Rasterung. Es gibt hier im Forum Behelfslösungen mit Klemmen und Bremsen etc., damit sie stufenlos wird, vielleicht kann sich dein Bastlerherz davon inspririeren lassen.

    Eine "Magische Verbesserung" würde ich mir von der technischen Seite am ehesten durch den Einbau eines Überdruckventils und eine Regelung auf konstant z.B. 9.5 bar erwarten. Keine Ahnung, ob das bei deiner Krups geht. Ideal ist eins, das von außen einstellbar ist. Du brauchst dann noch zum einmaligen Einstellen ein Manometer, das du in ein Blindsieb schraubst, einen Bodenlosen hast du ja. Fest verbaubare Manos inkl. Kapillarrohr gibt es aber auch schon recht günstig, dann kannst du deine PI ohne Blindflug machen ;)

    Zur Bohne: Kann sein, dass die Temperatur zu hoch ist, dann eher hellere Röstungen probieren, nicht die klassisch dunklen Barröstungen. Parotta bietet günstige 250g Probepacks an, pro Bestellung max. 2x3, da ist der Amabile auch dabei.

    Viel Spaß!

    Ed
    Vibiemme Domobar Expansionsventil - Espressomaschinen Ersatzteile und Zubehör
    (Vorsicht mit der Größe)


    Manometer Pumpendruck - Espressomaschinen Ersatzteile und Zubehör
     
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  12. #12 Terranova, 04.03.2021
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    Eine Preinfusion bei dunklen Röstungen würde ich keineswegs als kontraproduktiv bezeichnen, eher VST Siebe oder ähnlich.
    Dem TE allerdings würde ich auch empfehlen, mich auf das wesentliche zu konzentrieren, sonst verhaspelt man sich doch recht schnell.
     
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  13. #13 benötigt, 04.03.2021
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    Das hängt dann aber auch sehr stark von der Mahlung ab. Und da bist Du vielleicht eine Spur besser ausgestattet, als der TE ;) ;)
     
  14. #14 gwambadaUhu, 05.03.2021
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    Danke für deine Erfahrung. Darauf läuft's aktuell auch tendenziell raus. Der Einfluss der anderen Faktoren auf das Endergebnis ist mir natürlich bewusst.

    Dass das, was ich hier versuche kompletter Murks ist, war eine der Antworten, die ich schon erwartet habe. Scheint ja auch nicht so wichtig zu sei, wie ich mir das gern gewünscht hätte. ;)

    Danke für die Blumen. ;) Nun trink ich ja Kaffee nicht seit gestern und die Krups ist auch schon ein paar Monate im Einsatz. Aber tatsächlich beschäftige ich mich mit der ganzen Thematik erst ein gutes Jahr und damit bin ich, verglichen mit den meisten hier, wahrscheinlich wirklich noch Anfänger. Kaffee war halt früher schwarze Büro-Plörre und Espresso war bitter, aschig und saustark aber ganz sicher kein Geschmackserlebnis. Dass es mit ein wenig Aufwand ganz anders sein kann, fasziniert mich eben an der ganzen Sache.

    Wenn man die "Übersetzung" bei der Graef ändern könnte, das wär ganz herrlich. den Weg, der mit einer Rasterung zurück gelegt wird, finde ich nicht zu groß und Feineinstellungen zwischen zwei Rasterungen mit Stufenloser Verstellung stell ich mir echt fummelig vor.
    Ungefähr 5 Einstellungen, der über 20 eignen sich für Espresso aus meiner Maschine. Am Anfang fand ich das ganz toll, dann könnt ich ja ein Ende der Skala für Espresso und das andere für Filter einstellen. Das hab ich aber ganz schnell wieder über Board geworfen und das meditative Handmahlen gehört immer noch zur Filterzubereitung :D.
    Mich stört vor allem der Totraum und die Abhängigkeit von einem halbvollen Hopper. Ich warte mal ab, was die G-IOTA so kann, vielleicht wird das ja ne Mühle für mich.

    Das von dir beschriebene Ventil hört sich super interessant für mich an! Danke, dass du auch gleich Links dazu gepackt hast.
    Ich muss die Tage mal in die Maschine schauen, ob sich das realisieren lässt. Muss ich eigentlich eh, irgendwas stimmt mit dem Dampfthermostat nicht.
    Konstanter Druck klingt schonmal richtig gut.
    Blindsieb mit Manometer verschrauben kann ich mir vorstellen, brauche ich aber nur für die erste beschriebene Option, oder?
    Bei Option 2, mit von außen regelbaren Ventil, hänge ich dann noch (vermutlich mittels T-Stück,hier wird's jetzt dünn mit Vorwissen) ein Manometer zwischen Ventil und Thermoblock und kann dann während des Bezugs den Druck steuern?

    Ein PID anzuschrauben hatte ich auch mal überlegt. Mit meiner jetzigen Methode krieg ich ja ganz konstante Temperaturen hin, vielleicht erstmal am konstanten Druck arbeiten.
     
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  15. #15 S.Bresseau, 05.03.2021
    Zuletzt bearbeitet: 05.03.2021
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    Die Links sind nur suf Produkt-Beispiele, die ich kenne. Auf eBay hab ich mal schöne Manometer mit Kapillarrohr gesehen, iirc auch für ca. 20 Euro.

    Ein Ventil brauchst du ja so oder so. Ein von außen regelbares erspart dir, dass du es mehrfach öffnen, verändern und wieder schließen musst, bis der Druck passt. Bei z.B. einigen Quickmills und Ascasos ist es sogar so verbaut, dass man die Maschine nicht öffnen muss, man kommt mit dem Schraubenzieher durch eine Öffnung im Gehäuse ran.

    Ich hatte letztes Jahr nur das verlinkte VBM-Ventil gefunden, es gab aber mal andere von Isomac, die kompakter waren. Deren jetziges Modell ist anscheinend geschlossen. Vielleicht gibt es noch andere.

    Je nach verbauter Pumpe (und ihrer Lage) kannst du das Ventil mit der einen Seite direkt auf den Pumpenausgang schrauben, und auf die andere Seite die Leitung zum Kessel. Das VBM OPV (1x Innengewinde, 1x Außengewinde) scheint mir dafür gut geeignet zu sein. Dann brauchst du noch einen Ablaufschlauch, der drucklos das überschüssige Wasser entweder zurück in den Tank fließen lässt oder mit einem Y- bzw. T-Stück direkt wieder in den Ansaugschlauch vor dem Pumpeneingang einspeist.
    Beispiele fürs Nachrüsten gibt es hier vor allem bei den einfachen Quickmills.

    Der Unterschied bei den Manometern ist unabhängig von der Bauart des Ventils. Beim fest installierten musst du, wie du richtig erkannt hast, noch irgendwo zwischen Pumpenausgang und Kesseleingang ein T-Stück einfügen. Das kann je nach Platzangebot ziemlich frickelig werden. Und du brauchst evtl. Leitungsstücke und passende Verschraubungen, vielleicht auch Reduzierungen und Winkelstücke (ggfs. von Esska.de oder ebay).
    Nicht trivial, aber sicher reizvoll.

    Wenn du dann noch einen Quickmill Strangdämpfer und einen ito Controller mit allem Pipapo einbaust, bist du auf dem nächsten KN-Treffen der Held :cool:


    Ed
    Ich meinte dieses Manometer
    MANOMETER EINZELSKALA 0÷16 bar ø 40mm - 1/8" VIBIEMME Pumpendruck messen VBM | eBay

    Ed 2

    Nochmal gelesen: nein, du steuerst mit dem OPV nicht den Druck während des Bezugs, du stellst ihn nur einmal ein.
    Druckprofile für den Bezug kann man manuell mit Nadelventilen wie z.B. dem E61-Paddle der Lelit Bianca machen oder elektronisch mittels Pumpensteuerung wie im ito.
     
  16. #16 gwambadaUhu, 05.03.2021
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    Schon klar. Bin ja selbst mündiger Suchmaschinenbenutzer aber dann weiß ich zumindest in welche Richtung es gehen soll und schaffe mir nicht aus Versehen ein Heizkörperbauteil an, oder so... ;)
    Über die Nachrüstung vom Quickmill-Dämpfer liest man ja wahre Wunderberichte und zum Expansionsventil ist man sich scheinbar auch einig, dass es eine lohnende Nachrüstung ist. Kommt also auf die ToDo.

    Wenn ich das Ventil in Pumpennähe platziert krieg, könnt ich es einfach erreichen, indem ich die Rückplatte abnehme. Das wäre mir dann einfach genug um es einmalig korrekt einzustellen. Ob ich dann noch ein schickes Manometer auf den Kasten oben rauf schraub, muss ich noch mit mir selbst ausmachen und hängt natürlich auch vom Platz ab.

    Erfahrung mit Microcontrollern ist vorhanden und der iot würde die Maschine vermutlich in eine W-LAN fähige Wollmichsau verwandeln die obendrein noch Eier legt und automatisch Omelette draus macht. Wirklich reizvoll und kommt auf die Liste, wenn ich mal wieder über das PID Thema nachdenken kann. Aber eine einfache Temp Steuerung ist wahrscheinlich von Aufwand und Nutzen erstmal genug für mich und steht auch nicht in unmittelbarer Zukunft an.

    Wär auch zu schön gewesen :cool: Dann wohl doch die Microcontroller Lösung ;)
     
  17. #17 S.Bresseau, 05.03.2021
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    Nur der Vollständigkeit halber: Es gibt ein Produkt namens ITO von einem sehr kompetenten Foristen, das meinte ich. Das war kein Tippfehler, der Name ist auch abgeleitet von iot. Da kannst du mal spicken, was alles möglich wäre, ich kenne keine Steuerung mit mehr features.
     
  18. #18 gwambadaUhu, 05.03.2021
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    Ja, habe ich natürlich gefunden und gleich eingelesen. Das iot war dann ein entweder Tippfehler oder Autokorrektur auf meiner Seite.
     
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  19. #19 S.Bresseau, 07.03.2021
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    Nachtrag zum VBM Ventil: Es gibt einen sehr schicken 820-Umbau, ich mach mal zwei Vollzitate mit den Bildern:
     
  20. #20 gwambadaUhu, 07.03.2021
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    Die Lösung ist schon wirklich sehr schön gelungen.
    Tatsächlich habe ich vor einer guten Stunde den Quickmill Dämpfer, ein Expansionsventil, ein Manometer und diverse Schläuche bestellt.
    Expansionsventil habe ich ein Isomac Bypass bestellt. Die Version hier mit der zugänglichen Schraube gefällt mir auch sehr gut, aber nachdem ich es ja nur einmal einstellen werde, ist mir der Zugriff hier nicht so wichtig.
    Ich bin mal gespannt wie ich das alles unterbringen werde und ob alles passt oder ich noch diverse Winkelstücke brauche.
     
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