Microcimbali - noch brauchbar oder Teilespender

Diskutiere Microcimbali - noch brauchbar oder Teilespender im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Liebe Community, durch Zufall habe ich vor ein paar Tagen eine Microcimbali geerbt. Da ich ohnehin auf der Suche nach einer Pavoni bin, war ich...

  1. #1 heinerrich, 12.02.2019
    heinerrich

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    Liebe Community,

    durch Zufall habe ich vor ein paar Tagen eine Microcimbali geerbt. Da ich ohnehin auf der Suche nach einer Pavoni bin, war ich umso erfreuter!

    Nach dem ersten Aussenputz dann aber die erste Ernüchterung. Was klebt denn da hinter dem Schauglas? also mal ein wenig zerlegt und gereinigt (den weißen Schlatz und die weiteren Aluminiumoxid Ablagerungen sowie Kalkreste kennt vermutlich jeder hier).
    Nach ein wenig Einlesen hier im Forum, habe ich auch das Sicherheitsventil sowie den Pressostat soweit hinbekommen, dass die Maschine mit 3,9bar arbeitet.

    Leider sind nach wie vor zahlreiche Ablagerungen vorhanden, die einfach nicht zu beheben sind. Auch das Wasser hat dadurch eine unschöne getrübte Färbung! Meine Frage daher: ist die Machine zu retten? Was kann hier noch unternommen werden? Ganz wohl ist mir bei einer Kaffeezubereitung aktuell noch nicht!

    Für Tipps und Anregungen wäre ich sehr dankbar!
     

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  2. vectis

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    Hallo.
    Ich habe einige der hier vorhandenen Anmerkungen und Tipps zur Microcimbali verfasst.
    Ähem, zunächst einmal eine weitere Anmerkung vorweg: Die Maschine sollte keinesfalls mit 3,9 Bar arbeiten:eek:
    Ich nehme eher an, dass Du maximal 0,4 Bar meinst, denn das wäre in Ordnung und würde Dir nicht das OPV um die Ohren sausen lassen. Das Manometer zeigt den Bereich duch die rote Markierung an.

    Dass der aus einer Aluminiumlegierung gefertigte Kessel der Microcimbali immer dazu neigt, bei zulange in diesem stehenden Wasser und auch nur Restfeuchtigkeit das Aluminiumoxid "ausblühen" zu lassen, ist ein altes Problem; insbesondere bei den Kesseln der letzten Baureihe.

    Insofern empfehle ich eine zunächst möglichst mechanische Entfernung, was ja nach Entfernen der Hebeleinheit mit der Feder dran durch die dann relativ große Öffnung halbwegs gut möglich ist. Danach ggf. eine Lösung mit Amidosulfonsäure einwirken lassen und mehrfach spülen. Dann sollte die Microcimbali einsatzbereit sein. Aber die "innere Sauberkeit" eines Kupfer- oder Edelstahlkessels wird der Boiler nie erlangen.
    Man kann mit dem Wasser daraus dennoch einen gut schmeckenden Espresso erzielen, an dem man nicht stirbt bzw. Vergiftungserscheinungen erleidet;)

    Ansonsten verweise ich nochmal auf die vorhandenen threads, denn eigentlich ist in denen bereits alles abgehandelt.
    Ungeachtet dessen beantworte ich gerne die eine oder andere Detailfrage, denn die Microcimlai ist durchaus eine brauchbare Maschine wenn man sie entsprechend pflegt und handhabt. Dein Exemplar scheint eine sogen. Liberty der letzten Baureihe zu sein, die durch den Pressostaten und auch wegen des Manometers deutlich leichter zu bedienen ist als die früheren Exemplare mit doppelter Heizung und dem simplen Ventil, das den erreichten Betriebsdruck bzw. die Betribestemperatur akkustisch verkündet.

    Also, weiter Saubermachen, das wird schon und lohnt sich!
    Gruß
    Vectis

    P.S. Amidosulfonsäure kann man z.B. in der Bucht kostengünstig bestellen, sollte sie aber nicht überdosieren. Dann kann man das Zeug auch ruhig eine Nacht lang einwirken lassen.
     
  3. #3 heinerrich, 12.02.2019
    heinerrich

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    Hallo Vectis,

    danke für die rasche Antwort! natürlich 0.39 bar! kleine aber bedeutende unachtsamkeit beim Schreiben!

    Der Tipp mit der Amidosulfonsäure ist genau das, was ich noch gesucht habe! Danke! Den Hebel habe ich bereits ausgebaut gehabt und mit einer Geschirrbürste innen soweit auch alles soweit gesäubert. Zumindest soweit es ging!
    Gibt es eigentlich auch eine original Bedienungsanleitung? Die konnte ich leider auch noch nicht finden! (kA ob die noch mehr Aufschluss gibt als die Forenbeiträge hier).

    P.S. habe ich an einen Probe-Espresso getraut, da das Wasser nach dem Abkühlen heute doch relativ klar war. Geschmacklich leider noch nicht zum Runterschlucken geeigent!
     

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  4. #4 heinerrich, 12.02.2019
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    Vielleicht noch eine Frage: welchen Vorteil hat die Amidosulfonsäure gegenüber herkömmlicher Zitronensäure?
     
  5. #5 vectis, 12.02.2019
    Zuletzt bearbeitet: 12.02.2019
    vectis

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    Hallo nochmals @heinerrich,

    an sich sieht Dein Kessel auf dem zweiten Foto im Startthread gar nicht so wild aus, so dass das mit der Säure nicht unbedingt nötig ist.

    Die Säurebehandlung bewirkt keinen blitzblanken Kessel und ist eigentlich auch mehr zum Entkalken gedacht. Etwas Kalk wird schon vorhanden sein und den könntest Du auch mit Zitronensäure entfernen.
    Zu der Frage wegen der Säuren: Amidosulfonsäure ist effektiver und wirkt auch mit kaltem Wasser, während man das Gemisch auf Zitronensäurebasis eher heiß oder warm einsetzen sollte um den Kalk zu lösen. Zudem kann es sein, dass Zitronensäure zu Verfärbungen bei Kupferteilen führt, was bei der Microcimbali eher wenig verbaut ist, aber das eigentliche Material der Ventile und der Dampflanze dürfte aus Messing und Kupfer sein.

    Du kannst Dir auch bei Rossmann die kleinen blauen Tütchen im Doppelpack für unter 1,00 Euro besorgen, denn das ist eigentlich auch Amidosulfonsäure. Der Inhalt eines solchen Tütchens mit der angegebenen Menge Wasser vermischt sollte es also tun.

    Zum Geschmack des Espresso stellt sich die unvermeidbare Frage nach der Mühle, denn die Microcimbali benötigt sehr feines und konsistentes Mahlgut, sonst wird es nichts. Ich kenne die Mühle auf dem Foto nicht, kann aber leider keines der Exemplare erkennen, die hier üblicherweise behandelt werden.
    Vielleicht klärst Du mich/uns mal auf was das für eine Mühle ist?

    Und wegen der Bedienungsanleitung hier der link zu Francesco Ceccarellis homepage.
    Dort findest Du die verschiedenen Modellversionen der Microcimbali, vor allem aber ganz unten die Anleitungen für die älteren Modelle und auch für die Liberty, sowie eine Explosionszeichnung.
    La Cimbali

    Viel Spaß beim Schauen;)
     
  6. #6 heinerrich, 12.02.2019
    heinerrich

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    ja, habe an sich schon ein wenig mit Zitronensäure gearbeitet. auch zig male einfach gespült, erhitzt und wieder ausgeleert. hat mich den ganzen Sonntag gekostet :)

    Die Mühle ist eine "KitchenAid - Artisan". War damals ein guter Kompromiss (Optik für die Frau, da bereits auch eine Küchenmaschine im selben Design vorhanden ist), keine Elektronik (nur An/Aus Schalter), sowie justierbarer Mahlgrad. Und vorallem auch nur aus Metall und Glas! keine Plastikbehälter wo das Pulver immer statisch herumgewirbelt wird!

    Zumindest für meine alte DeLonghi Siebträger hat es gepasst. Jetzt kommt wohl mit der Microcimbali die Kür.
     
  7. vectis

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    Mhhm...

    Wie gesagt kenne ich diese Mühle nicht.
    Aber wenn Du mal in die Rubrik "Mühlen" gehst und oben rechts ins Suchfeld nur KitchenAid eingibst (die Artisan ist/war wohl eine Espressomaschine von KitchenAid), dann findest Du einige threads zu dieser Mühle.
    Einige Besitzer haben die wohl "getunt", so dass sie das erforderlich feine Mahlgut produzieren kann. Dazu gibts wohl auch eine Bedienungsanleitung.
    Letztlich musst Du einschätzen ob es mit der Mühle und der Microcimbali klappen wird. Hat sie eine stufenlose Mahlgradverstellung, oder mit Rastungen?

    Was hast Du denn für Bohnen, also hinsichtlich des Röstdatums? Du hast bestimmt schon gelesen, dass die Frische der Röstung ein entscheidender Faktor ist.
    Und die Microcimbali hat auch diesbezüglich Ansprüche. Leckerer Espresso gelingt mit ihr ebenfalls nur mit frischen Bohnen, die entsprechend fein gemahlen sind. Mit zu alten Bohnen rauscht es nur durch, auch wenn die Feder der Microcimbali nicht arg stramm ist.

    Viel Erfolg weiterhin
     
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