Rancilio silvia v5: "Spuren" und Rückstände im Wasser - wie viel ist normal?

Diskutiere Rancilio silvia v5: "Spuren" und Rückstände im Wasser - wie viel ist normal? im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo zusammen, nachdem ich hier lange mitgelesen habe, wollte ich euch in meinem ersten thread um einen Rat bzgl meiner silvia v5 bitten, die ich...

  1. #1 burnttoastblackcoffee, 31.07.2021
    burnttoastblackcoffee

    burnttoastblackcoffee Mitglied

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    Hallo zusammen,
    nachdem ich hier lange mitgelesen habe, wollte ich euch in meinem ersten thread um einen Rat bzgl meiner silvia v5 bitten, die ich kürzlich gebraucht erstanden habe.

    Zur Maschine:
    Laut Besitzer wurde sie pfleglich behandelt und knapp 3 Jahre mit kalkarmem Wasser betrieben - jedoch nie entkalkt. Als die Maschinen bei mir ankam, war die Brühgruppe leider mega ranzig und die beiden Wasserschläuche komplett mit getrocknetem kalk zugesetzt. Von innen sieht sie sehr gut aus, keine Lecks oder poröse Dichtungen sind erkennbar.

    Was habe ich bisher an der Maschine gemacht?
    Nachdem ich die Brühgruppe ausgebaut und gereinigt hatte, wurden vor dem ersten einschalten die schläuche gewechselt. Da die kein Wasser durch die Dampfdüse kam, habe ich einmal per durchlauf entkalkt, so wie es an vielen Stellen beschrieben wird. Danach habe ich zwei komplette Tankfüllungen durchlaufen lassen.
    Dadurch war die dampflanze wieder frei und die Maschine tut was sie soll und heizt auch auf Dampftemperatur.

    Zum eigentlichen "Problem":
    Wenn ich Wasser über die Brühgruppe in ein Glas beziehe, lässt sich immer ein leichter "Satz" feststellen, also sehr kleine, feine Partikel, die eine weiße bis leicht gelbliche Farbe haben. Das ganze setzt sich nach einiger Zeit wie ein feiner Sand auf dem Boden ab.
    Selbiges kann ich bei Wasserbezug über die dampflanze beobachten. Inzwischen habe ich einige Liter Wasser durch die Maschine laufen lassen, ohne dass es weniger wurde.

    Da die Partikel sehr dem Inhalt der alten zugekalkten Schläuche ähneln, bin ich davon ausgegangen, dass es sich hier um kalk handelt, der immer noch im boiler hängt. Was denkt ihr: wie sollte ich weiter vorgehen? Noch mal entkalken? Oder lieber den boiler aufschrauben und etwaige Reste manuell entfernen? Hat jemand Erfahrungen mit ähnlichen Ablagerungen, die beim Bezug in der Tasse landen?
    Vor dem boiler Ausbau schrecke ich etwas zurück, da ich Angst hab, hier mehr Schaden anzurichten. Wenn jemand hierzu Anregungen hat, gerne her damit.

    BG
     
  2. #2 Lecker Schmecker, 31.07.2021
    Zuletzt bearbeitet: 01.08.2021
    Lecker Schmecker

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    Hallo @burnttoastblackcoffee

    Na ja, beim Erwerb einer gebrauchten Maschine sollte man sich nicht unbedingt nur auf die Aussagen des Verkäufers verlassen.

    Da möchte ich nicht wissen, wie es im Kessel aussieht.
    Dazu hier mal ein Beispiel:
    rancilio silvia kessel entkalken - Bing images

    Das wäre an deiner Maschine aber durchaus anzuraten.

    Da die Silvia recht simpel aufgebaut ist, sollte das öffnen des Kessels mit ein wenig Schrauberkentnissen und ordentlichen Werkzeug unkompliziert zu bewerkstelligen sein. Dabei nicht vergessen, die Kesseldichtung zu erneuern. Anleitungen zum Kesselausbau dürften hier im Netz oder auf YT zu finden sein.

    Hier der Aufbau der Silvia mit Ersatzteilliste.
    Rancilio günstig Kaufen Spezialist für Kaffeemaschinen (avola-coffeesystems.de)

    Und hier ein paar YT-Videos:
    rancilio silvia kessel ausbauen - YouTube

    Wünsche viel Erfolg

    *Mit ein wenig Feingefühl beim Festziehen der Schrauben sollte da auch nichts kaputt gehen. Bedenke aber nach fest kommt ab.;)
     
  3. #3 benötigt, 01.08.2021
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    +1 für den Ausbau und eine korrekte Entkalkung. Die beschriebenen Rückstände sind klassische Zeichen einer Verkalkung. Leider kein guter Start, aber Du kannst auf diese Weise sicherstellen, dass Du Dir eine nahezu neuwertige Maschine aufbereitest.

    Es ist im Übrigen absolut frech, ein Gerät als "pfleglich" behandelt zu verkaufen, wenn es offensichtlich an grundlegendem Unterhalt gemangelt hat (verranzte BG, Schläuche).
     
  4. #4 burnttoastblackcoffee, 01.08.2021
    burnttoastblackcoffee

    burnttoastblackcoffee Mitglied

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    Hallo @benötigt & @Lecker Schmecker,

    Dankw euch für die schnellen und ausführlichen antworten hier. Da fühle ich mich schon mal gut aufgehoben ;)

    Vollkommen richtig - Kauf von privat ohne die Maschine vor Ort anschauen zu können ist eigentlich keine gute Idee. Ich hab mich da von dem guten Preis und dem vermeintlich guten Zustand verleiten lassen. Ich würde dem Verkäufer noch nicht mal vorwerfen, da bewusst getäuscht zu haben - für viele ist so ein Zustand ja "normal" bzw. besteht einfach kein Verständnis für die Zusammenhänge eines solchen Geräts.

    Dann werde ich mich mal am boiler Ausbau & der vollständigen entkalkung versuchen. Danke für die Tips & Hinweise hierzu, da werde ich wohl noch mal ne Ladung Dichtungen bestellen.
    Ich werde mal ein Update posten, sobald ich mit Ausbau etc durch bin - vielleicht hilft das ja noch Menschen, die vor einer ähnlich schmunkigen Silvia mit Auswurf stehen :)
    BG
     
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  5. #5 burnttoastblackcoffee, 05.08.2021
    Zuletzt bearbeitet: 05.08.2021
    burnttoastblackcoffee

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    Inzwischen läuft meine Sivlia wieder, ohne Kalkkrümel auszuspucken. Zu meinen ersten Bastelversuchen ein kleiner Erfahrungsbericht:

    Das Problem:
    Wie oben bereits beschrieben, waren die Wasserbezüge aus Brühgruppe und Dampflanze meiner Silvia V5 von kleineren, gelblichen (Kalk-)Partikeln durchsetzt. Der Erstbesitzer hatte die Maschine zwar nach eigenen Angaben drei Jahre lang mit "kalkarmem" Wasser betrieben ("kalkarm" ist natürlich auslegbar ...), allerdings nie entkalkt. Die mit Kalk zugesetzten, eingetrockneten Wasserschläuche sprachen eine eindeutige Sprache. Davon abgesehen, war die Brühgruppe rund um die Siebträgeraufnahme total mit altem Kaffee zugesetzt und die Siebträgerdichtung knochenhart. Hier auch die Erkenntnis, dass der Verweis des Erstbesitzers auf regelmäßiges Rückspülen nicht auf eine saubere Brühgruppe hindeuten muss ...

    Problembehebung:
    • Ausbau Duschsieb, Siebträgerdichtung. Siebträger, Duschsieb, sämtliche Kaffee-Siebe, alle Kleinteile der unteren Brühgruppe wurden in Kaffeefettlöser eingeweicht. Um den Ranz aus der Unterseite der Brühruppe zu bekommen, habe ich die Maschine auf den Kopf gestellt und die Brühgruppe mit Fettlöser und heißem Wasser zunächst einweichen lassen - danach ordentlich schrubben.
    • Neue Siebträgerdichtung
    • Neue Wasserschläuche
    • Durchlaufentkalkung, jedoch ohne Erfolg.

    Der Boilerausbau:
    Nachdem die Durchlaufentkalkung keinen Erfolg zeigte, wurde mir hier die mechanische Reinigung des Boilers durch Ausbau empfohlen. Da ich zwar über ein paar Schraubergrundkenntnisse verfüge (Rennrad), allerdings um alles mit Elektronik einen großen Bogen mache, schreckte mich die Vorstellung zunächst ab. Nachdem ich mich etwas eingelesen hatte, war der Ausbau tatsächlich überhaupt kein Problem und verlief reibungslos.
    Nachtrag: Vor dem eigentlichen Ausbau habe ich den Boiler zuerst entleert, um mir nicht meine ganze Maschine zu überschwemmen. Dazu gibts verschiedene Vorgehensweisen, ich bin folgendermaßen vorgegangen:
    1. Vollständig abgekühlte Maschine auf die Rückseite legen, Wassertank natürlich vorher rausnehmen
    2. Wasserbezugstaste drücken, Dampflanze öffnen, Wasserauffangbehältnis bereit halten
    3. Silvia einschalten, Boiler über Dampflanze entleeren. Ggf. gegen Ende Maschine etwas nach hinten kippen, um Restwasser rauszubekommen. Maschine unverzüglich wieder ausschalten, da Heizung trocken liegt. (Insgesamt hat sich das sehr falsch angefühlt, war aber sehr effektiv, was die beinah restlose Entleerung des Boilers anging. Hier solltet ihr aber definitiv lieber zu früh, als zu spät die Maschine wieder ausschalten)
    Ich fand eine nicht unerhebliche Menge Kalk im Boiler, hatte aber mit schlimmerem gerechnet. Interessant aber, was eine so kleine Menge schon ausmacht:
    [​IMG]
    [​IMG]
    [​IMG]
    [​IMG] [​IMG]

    Vor dem Zusammenbau habe ich die Kalkreste, die ja vor allem auf dem Boden des Boilers lagen, ausgewischt. Da das Boileroberteil bis auf eine leichte Kalkspur weitestgehend kalkfrei war (siehe Bild), habe ich von einer kompletten Entkalkung im einer entsprechenden Lösung abgesehen. Die Bodenplatte habe ich mit etwas Kalklöser (Amidosulfonsäure) abgeschrubbt, und das Boileroberteil lediglich mit der gleichen Lösung ausgespült, bis alle Kalkreste aufgelöst waren. Abschließend habe ich noch verhärtete Kalkreste am Rand des Boileroberteils vorsichtig weggeschliffen. Die Kesseldichtung noch ausgetauscht - fertig!
    Zugegeben: während der ersten Inbetriebnahme habe ich ganz schön geschwitzt, aber alles hält und seitdem gibt es keine Krümel mehr im Kaffee.

    Ich kann also nur ermutigen, selber an der Silvia rumzuschrauben. Wenn Schrauben mal nicht direkt das machen, was sie sollen und etwas fester sitzen, nicht die Nerven verlieren - kurz durchatmen und neuen Versuch starten. Und wenn wenn am Ende alle Stecker wieder da sind, wo sie waren (Fotos helfen), seid ihr (so gut wie) auf der sicheren Seite.
     
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  6. #6 Lecker Schmecker, 05.08.2021
    Lecker Schmecker

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    Schön, dass Du deine erfolgreich durchgeführte Reparatur hier im Netz auch noch beschrieben hast.

    Ähm... die beigefügten Bilder lassen sich aber leider nicht öffnen.;)
     
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  7. #7 burnttoastblackcoffee, 05.08.2021
    burnttoastblackcoffee

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    Freut mich, dass das auf Zustimmung trifft - vielleicht gehts ja jemand mal ähnlich :)
    Jetzt auch mit Bildern.
     
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