Reinigung mit salzsäure?

Diskutiere Reinigung mit salzsäure? im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo Zusammen, ich bin seit kurzem im Besitz einer Rancilio L6. Das Gerät ist gute 20 bis 25 Jahre alt und auch dementsprechend verdreckt bzw...

  1. #1 steffenk, 23.11.2005
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    Hallo Zusammen,

    ich bin seit kurzem im Besitz einer Rancilio L6. Das Gerät ist gute 20 bis 25 Jahre alt und auch dementsprechend verdreckt bzw verwahrlost. Sie stand darüber hinaus die letzten Jahre ohne Arbeit in der Ecke.

    Bei manchen Teilen hilft auch kochen in Zitronensäure bzw XXL-Entkalker nicht, diese wieder ganz sauber zu bekommen.

    Nun habe ich gelesen, dass man mit 10% Salzsäure Messing- und Kupferteile sehr gut reinigen kann. Hat damit jemand Erfahrungen? Oder kennt jemand noch andere Möglichkeiten?

    Für Tipps bin ich -wie immer- sehr dankbar!

    Steffen
     
  2. cpr

    cpr Gast

    Fuer Messingreinigung probiere mal das Hausmittel Mehl+Salz+Essig. Diese als Paste verruehren, einwirken lassen, abreiben.
     
  3. #3 Röstaroma, 23.11.2005
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    Einem Laien würde ich abraten mit mineralischen Säuren in höheren Konzentrationen zu hantieren. Das kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen. Meine La San Marco war immens verkalkt. Da hat Urin-/Kalksteinentferner geholfen. Das ist die verschärfte Variante der gängigen Entkalker und enthält je nach Produkt Salz- oder auch Phosphorsäure im einstelligen Konzentrationsbereich. Solltest du einen auf Salzsäurebasis verwenden, mußt du ihn unbedingt von anderen Reinigungsmitteln fernhalten sonst kann es eventuell passieren, dass Chlorgas entsteht. Zu bekommen in jedem Drogeriemarkt.

    Grüße

    Röstaroma
     
  4. #4 steffenk, 23.11.2005
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    @Röstaroma
    Welchen Entferner (Hersteller/Sorte/Bezugsquelle) hast Du denn benutzt? Ich habe mich da mal umgesehen. Leider waren die Inhaltsstoffe auf keiner Verpackung genauer beschrieben.

    Ciao
    Steffen
     
  5. haemmi

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    [quote:post_uid0="steffenk"]@Röstaroma
    Welchen Entferner (Hersteller/Sorte/Bezugsquelle) hast Du denn benutzt? Ich habe mich da mal umgesehen. Leider waren die Inhaltsstoffe auf keiner Verpackung genauer beschrieben.[/quote:post_uid0]
    Packung war wohl nicht dabei. Das Zeugs lag da so rum in Porzellanbecken in Hüfthöhe.
     
  6. #6 Röstaroma, 23.11.2005
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    [quote:post_uid0]Das Zeugs lag da so rum in Porzellanbecken in Hüfthöhe.[/quote:post_uid0]

    Und der Geruch war da auch ein wenig eigenartig. Die sollten bei Müller wirklich mal Klopersonal einstellen. :laugh:

    Ich habe "Ratz Fatz" von Erdal benutz. Leuchtend pinkfarbige Flasche. Im Grunde ist es egal welchen Urinsteinentferner du nimmst. Die sind alle relativ heftig. Stehen im gleichen Regal wie die normalen WC-Reiniger. Und ja, wenn man ausreichend mit klarem Wasser nachspült riecht's danach auch nicht wie auf dem Bahnhofsklo. Aber ich gebe auch zu, es kostet etwas Überwindung das an seine Macchina zu lassen.

    Grüße

    Röstaroma
     
  7. #7 steffenk, 23.11.2005
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    Tja, manchmal bleibt halt kein große Wahl. Nach jedem Entkalkungsgang (kochen in Zitronensäure) kann ich mit dem Pfeiffenreiniger neuen Schmodder aus den Leitungen der Brühgruppe ziehen. Auch gibt es einige Durchflüsse, die schwarz sind und wo sich der Dreck nicht richtig löst. Von dem Kessel will ich garnicht anfangen. Bevor ich den Mist nicht komplett wegbekommen habe, werde ich da keinen Espresso raus ziehen. Deshalb muss ich jetzt mal mit etwas brutaleren Mittelchen rangehen.

    Wie lange hast Du den Kram den eingelegt? Sollte Ratz Fatz nicht funktionieren, kommt die Salzsäure ran. Ich werde natürlich erst einmal an unkritischeren Teilen probieren.

    Besten Gruß
    Steffen
     
  8. #8 lucky_lucke_de, 23.11.2005
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    [quote:post_uid0="Röstaroma"][Solltest du einen auf Salzsäurebasis verwenden, mußt du ihn unbedingt von anderen Reinigungsmitteln fernhalten sonst kann es eventuell passieren, dass Chlorgas entsteht.][/quote:post_uid0]
    Also Chlorgas entsteht NUR wenn sog. Saurer Reiniger mit Chlorhaltigen Produkten zusammen kommen. Da ist es egal ob es Zitronen, Salz, Phosphor oder eine andere Säure ist.

    Aber ich sage immer meinen Kunden: Wenn Sie jemanden los werden wollen ist das auch eine Alternative.

    Gruß
     
  9. trave

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    Der Schmodder in der Brühgruppe kann auch vom Kaffeefett kommen, dafür gibt es Kaffeefettlöser.
     
  10. #10 steffenk, 23.11.2005
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    Das dachte ich auch. Aber auch stundelanges Einlegen in Puly Kaffeefettlöser hat nicht zu dem Ergebnis geführt, dass sich alle Verkustungen gelöst haben. Zwar ist viel herausgegangen, teilweise handelt es sich aber um richtige Verkrustungen, die man nur mit Kratzen (Schraubenziehr!) teilweise entfernen kann. Das ist mir zu mühselig. zudem kommt man nicht in alle Ecken und Winkel.

    Neben der Brühgruppe gibt es halt auch noch andere Stellen, die gesäubert werden müssen. Dort kann es sich nicht um Kaffeerückstände handeln. Wie gesagt, die Maschine ist 25 Jahre alt und stand einige Jahre rum. Gewartet / Rückgesprült wurde sie anscheinend nur sehr selten bzw gar nicht.

    Ciao
    Steffen
     
  11. #11 lucky_lucke_de, 23.11.2005
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    Aber nur Kalk läßt sich auch mit Säure lösen.

    Hast Du andére Verschmutzungen ( auch wenn sie noch so alt sind ). Brauchst Du einen Alkalischen ( ab PH-Wert 12 ) Reinger. Geht in die Richtung Grillreiniger. Aber denke immer an ne ordentlichen Spülung mit viel Wasser ,OK.

    Gruß
     
  12. #12 estekay, 26.11.2005
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    @Steffen

    bitte bleibe bei der Zitronensäure, wenn Du dem Kalk zuleibe rücken willst. Vergiß nicht, dass die Teile, die Du säubern möchtest, aus verschieden edlen Metallen und deren Legierungen bestehen. Bei jedem Säureangriff gibt es also elektrochemische Reaktionen und Du löst nicht nur Kalk auf, sondern auch das jeweils unedlere Metall begibt sich "freiwillig" in Lösung. Je stärker Dein "Protonendonator" einfacher gesagt je kleiner der pH-Wert des Entkalkers ist, um so stärker ist auch der Angriff auf die empfindlicheren Metalle. Von Salzsäure würde ich Dir daher völlig abraten, solange Du nicht ganz sicher gehen kannst, dass Du nicht gleichzeitig mehr als ein Metall in Deinem Entkalkerbad hast.
    Ich habe sehr ähnliche Zustände in meiner L6 angetroffen und die Metallteile manchmal bis zu 24 Stunden in der Zitronensäure gelassen. Bei harten Fällen lohnt es sich, diese auch mehrmals zu wechseln und die Lösung anzuwärmen. Beides unterstützt die Reaktion der Kalklösung erheblich!

    Die schwarzen Ablagerungen in Deinem Kessel sind sehr wahrscheinlich Oxyde von Metallanteilen aus den Messing-Lötnippeln der Leitungen. Es könnten aber auch andere Verbindungen sein - je nachdem, ob der Boiler innen vernickelt oder verchromt war. Die wirst Du mit den Entkalkern nicht herausbekommen. Wozu auch - die bilden sich im Betrieb sehr schnell wieder neu, bauen aber auch keine gefährlich dicken Verkrustungen auf. Kaffeefett-bedingte Verunreinigungen kannst Du manchmal sehr gut in der Spülmaschine reinigen - solange es sich nicht um Aluminium-Teile handelt. Die mögen weder stark alkalische Reiniger noch heftige Säure.

    Ansonsten wirst Du sicher grünlich bis bläuliche Ablagerungen entdeckt haben - yepp, das sind sehr wahrscheinlich Kalksalze vom Kupfer, denn die lösen sich nach längerem Bad in Zitronensäure wieder auf.

    Ist schon eine kleine Chemiefabrik, die dort in unseren Macchinas werkelt. Aber es ist auch nicht alles gefährlich oder giftig, nur weil es nicht nach poliertem Kupfer oder Messing aussieht.

    Also, auch weiterhin viel Erfolg!

    Beste Grüße aus Wiesbaden, Steffen



    Edited By estekay on 1132963781
     
  13. #13 steffenk, 28.11.2005
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    @ Estekay

    Danke für Dein Posting. Mit der Salzsäure möchte ich auch nur ein extrem versiffte und verschmodderte Stellen ran. Es handelt sich dabei um braune Verkrustungen, ich nehme an Kaffeerückstände, die sich auch unter mechanischer Einwirkung kaum ablösen lassen.

    Zum Entkalken nehme ich weiterhin Zitronensäure. Deinen Tipp mit der Spülmaschine werde ich auch mal ausprobieren.

    Viele Grüße
    Steffen
     
  14. #14 lucky_lucke_de, 28.11.2005
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    Ich sag es nochmal!

    Kaffeefett kannst Du nicht mit Säure lösen.

    Dazu brauchst Du einen stark Alkalischen Reiniger. Selbst Poly Caff oder ähnliche sind da fast zu schwach.

    Also Säure hat einen PH Wert von 0-3. Alkalisch/Lauge von 10-14

    Evtl. hilft Dir das.

    Gruß
     
  15. #15 steffenk, 28.11.2005
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    @Michi

    Ok, danke. Das ist bei mir angekommen. Hättest Du den einen konkreten Tipp für mich, sprich irgend ein Produkt, was ich nehmen könnte, das entsprechend "Wums" hat?

    Danke und Gruß
    Steffen
     
  16. #16 lucky_lucke_de, 28.11.2005
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    Also Du kannst einen starken grillreiniger nehmen.

    Schau mal ob es in Deiner Gegend eine Fachhandel für Reinigungsbedarf (Gebäudereinigung/Küchenreiniger)gibt. Woher kommst Du den?

    Gruß
     
  17. #17 steffenk, 29.11.2005
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    Draus vom Walde komm ich her... :p

    Ich komme aus der wunderschönen Universitätsstadt Göttingen, gelegen in einer der trostlosesten Espressowüsten Deutschlands.

    Gruß
    Steffen
     
  18. #18 estekay, 29.11.2005
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    Hallo SteffenK,

    Du scheinst in der Tat Hardcore-Ablagerungen in Deiner L6 zu haben. Ich kann Dir nur nochmals empfehlen, Hitze einzusetzen: warme bis heisse Laugen (nicht kochend!!! - wenn Dir da was entgegenspritzt, siehst Du alt aus) Die Grillreiniger aus der Profiecke ( von der Fa. Becher bekommst Du z.B. in der Metro) enthalten fast alle Natriumhydroxid, welches stark alkalische Laugen ergibt, wenn es mit Wasser Berührung kommt. Damit kannst Du tatsächlich fast alles auflösen :cool: - doch Obacht, das Zeugs frißt Aluminium!!!. Eigentlich ist es für Edelstahl-Küchenmöbel gedacht. Bei anderen Metallen oder Legierungen (Messing) wäre ich vorsichtig.
    Wie gesagt, die Spülmaschine mit ihren Reinigern wirkt in ihrem Powerprogram (>60 Grad C.) manches Wunder und wird Deine Materialien wohl nicht angreifen. Ich habe damit meist bessere Ergebnisse erzielt als mit dem Kaffeefettlöser. Duschsiebe, Siebträger, etc. packe ich daher regelmäßig einfach mit anderen Dingen ins normale Programm.

    Richtige harte Verkrustungen von eingebranntem Fett - die sind dann eigentlich verkohlt, rabenschwarz und steinhart - wirst Du wohl nur mit etwas meachnischer Unterstützung wieder wegbekommen. Ich habe für diese Zwecke bei der rResturation meiner L6 stets meinen Dremel mit einer Flexwelle und Edelstahl-Bürstchen eingesetzt. Mit dem bekommst Du sogar den Dichtsitz des Boilers wieder fit, falls die Dichtung dort eingebrannt ist. Aber Achtung: fliegende kleine Stahldrähtchen können Dir schnell dauerhaft die Sicht nehmen - bitte nur mit Schutzbrille!!! :blues:


    Beste Grüße aus Wiesbaden in die "Espressowüste", Steffen



    Edited By estekay on 1133257713
     
  19. Elbe

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    [quote:post_uid0]Hättest Du den einen konkreten Tipp für mich, sprich irgend ein Produkt, was ich nehmen könnte, das entsprechend "Wums" hat?[/quote:post_uid0]
    Die gute alte Natronlauge.
     
  20. #20 lucky_lucke_de, 29.11.2005
    lucky_lucke_de

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    Ach ja hab ich ganz vergessen!!

    Mit einer Dampfente ( Kostet so ca. 25 Euro ) läßt sich diese Siffe auch ganz gut lösen. Und der Dremmel hilft auch ganz gut.

    Tja und wenn das auch nicht mehr hilft........ Lauge, Alkalisch
     
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