Röstgrad bestimmen mit nix Mini 2 Farbmessgerät

Diskutiere Röstgrad bestimmen mit nix Mini 2 Farbmessgerät im Vom Rohkaffee zum Selbströster Forum im Bereich Rund um die Bohne; Hallo zusammen, ich habe angefangen meinen Kaffee mit dem IKAWA Home selbst zu rösten. Den Röstgrad kann ich mit der SCAA Röstskala bestimmen,...

  1. #1 Thomas_aus_Odenthal, 17.10.2021
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    Hallo zusammen, ich habe angefangen meinen Kaffee mit dem IKAWA Home selbst zu rösten.

    Den Röstgrad kann ich mit der SCAA Röstskala bestimmen, doch ich suche eine elektronische Möglichkeit. Als Handgeräte bietet sich der tonino für 649 Euro an, doch das war mir zu teuer. Daher habe ich mir aus dem Heimwerkerbereich den nix Mini 2 für ca. 100 Euro bestellt. Er misst recht zuverlässig und wirft für jede Messung einen RGB-Wert und einen HEX-Wert aus. Die Werte lassen sich über die Seite cielab-Farben.de in L*a*b*-Werte übertragen und ich habe eine Tabelle gefunden in der L*a*b*-Werte nach HCCI (Hunter Color Coffee Index) und Agtron-Werte übertragen werden, die die Grundlage für die SCAA-Einteilung der Röstgrade darstellen.

    Zum Beispiel entspricht der L*a*b*-Wert 25,45 - 12,31 - 17,59 dem HCCI-Wert 12,7 und der dem Agtron-Wert 65 für den Röstgrad light medium nach SCAA.

    Meine eigene Röstung hat den L*a*b*-Wert 26 - 16 - 29(bzw. RGB 91 - 52 - 16). Diese Werte bekomme ich nur leider nicht umgesetzt in einen HCCI-Wert. L entspricht light medium, a fällt Richtung very light aus der Range und b entspricht wieder light medium.

    Gibt es eine Umrechnungstabelle mit der ich von RGB, HEX oder L*a*b* auf Den HCCI-Wert komme?

    Freue mich über Eure Anregungen/Beiträge.
     
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  2. #2 cappucciner, 20.10.2021
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    Röstgrad der Bohnen nach Farbe bestimmen ist grundsätzlich nicht verkehrt, aber nicht genau. Auch nicht mit elektronischer Hilfe.

    Erstens hängt es stark vom Licht ab und da braucht auch eine elektronische Bestimmung gleiche Bedingungen.

    Zweitens könnte die elektronische Bestimmung vom Glanz / der Reflektion einer dunklen Bohne getäuscht werden.

    Drittens können zwei gleich dunkle Bohnen einen unterschiedlichen Röstgrad haben. Z. B. wenn eine Bohne schnell und erst am Ende heiß geröstet wird, die andere etwas langsamer und am Anfang heiß geröstet wird.

    Mein Vorschlag zur elektronischen Bestimmung des Röstgrads: Wenige Bohnen mahlen und das Mahlgut in einer immer gleich beleuchteten, lichtdichten Schachtel messen.
     
  3. #3 Cappu_Tom, 20.10.2021
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    Der Kleinröster meines Vertrauens und DLG sowie iTQi Prämierungen macht das schon seit Jahren sichtlich mit Erfolg.
     
  4. #4 cappucciner, 20.10.2021
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    Freut mich. Ich bezweifle aber, dass sein Erfolg auf der elektronischen Messung der Bohnenfärbung basiert. Klar, im immer gleichen Neonlicht (ohne Fenster), bei gleichen Bohnen, ähnlichem Röstprofil, nicht glänzenden Bohnen (helle und mittlere Röstung) kann man so vielleicht schon eine bessere Reproduzierbarkeit hinbekommen als mit einer Uhr.
     
  5. #5 Cappu_Tom, 20.10.2021
    Zuletzt bearbeitet: 20.10.2021
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    Wo habe ich das gesagt? Es geht um Reproduzierbarkeit und dazu ist die Kontrolle und Dokumentation des Röstgrads ein ein wichtiger Baustein.
    Wenn du die Arbeitsweise eines solchen Gerätes verstanden hast, dann wirst du sehen dass diese Faktoren ohne Einfluss auf das Messergebnis sind - im Gegensatz zur visuellen Beurteilung.

    Die Fragestellung von @Thomas_aus_Odenthal ist ohnedies eine andere:
    Da kann ich leider auch nicht weiter helfen - Farbräume sind nicht ohne ;)
    Zumindest kam ich beim Kalibrieren von Kamera/Scanner sowie Bildschirm/Drucker allein schon beim Verständnis all der Begriffe ganz schön ins Schleudern :rolleyes:
    Vielleicht kannst du bei Hunter Lab etwas finden oder einfach mal bei Nix nachfragen ...?

    Zu deinem Beispiel (m)eine laienhafte Überlegung:
    Bei gerösteten Bohnen ändert sich ja in erster Linie die Helligkeit und kaum die Farbe.
    Damit sollte der L* Wert die maßgebliche Zahl für den Röstgrad sein.
    Siehe dazu auch diese Diskussion auf HB oder Diagramm-1 und Diagramm-2 in diesem Artikel oder final die HCCI Definition (Hunter Lab):

    HCCI = [HCCI_slope * R%(640 nm)] + HCCI_offset
    where default coefficients for HCCI_offset = – 3.32 and HCCI_slope = 1.958

    Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg bei deinem ambitionierten Versuch, den Tonino "mit Nix" :D nochmals preislich zu unterbieten.
    lg Tom
     
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  6. #6 cappucciner, 21.10.2021
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    Macht das seit Jahren...sichtlich mit Erfolg.

    Habe mir das schicke Gerät genauer angesehen, wenn Du mich schon so freundlich aufforderst, mich tiefer mit dieser Materie zu beschäftigen. Ok, es ist unabhängig vom Umgebungslicht und von möglichem Ölglanz. Aber zu welchem Preis (und damit meine ich nicht die 649 €). Erkläre Du mir bitte, wie Du damit eine reproduzierbare Röstung hinbekommen willst! So?
    - Probenentnahme (mindestens 20 Gramm)
    - Etwas abkühlen lassen
    - Mahlen (mit Handmühle oder geeigneter Mühle ohne Totraum)
    - In einen Behälter füllen
    - Verdichten
    - Messen

    Mein Fazit: Gut vielleicht, um den Röstgrad (nach der Röstung) genau kategorisieren zu können. Die Skalierung ist eindimensional und ohne Einheit. Ich sehe da höchstens einen Röstgradindex. Für Profiröster mit kommerziellen Absichten vielleicht brauchbar um sich bei der Kategorisierung auf dieses 'Messgerät' zu berufen und an dieser Stelle dann auch über lange Zeiträume und unabhängig vom Personal, Licht u.s.w. genau zu bleiben. Für die Reproduzierbarkeit ist es nicht zu gebrauchen. Höchstens für die Kontrolle, ob die Reproduktion nach Röstgradindex gelungen ist.
     
  7. #7 Cappu_Tom, 21.10.2021
    Zuletzt bearbeitet: 21.10.2021
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    @Thomas_aus_Odenthal hier noch ein Nachtrag:

    Das habe ich gerade bei HB gefunden, wäre auch ein Workaround - ist allerdings die 'pro' Version:
    Farbkarten mit dem Nix messen und als Referenz nehmen, die App bestimmt dann den geringsten Abstand deiner aktuellen Messung zu den Farben deiner so erstellten Vorlagenbibliothek.

    Und hier noch eine Diskussion zum 'Roast Vision', vielleicht ist was dabei.

    Ich sehe schon, ich bin neugierig geworden ;)
     
  8. #8 jetset, 16.01.2022
    Zuletzt bearbeitet: 16.01.2022
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    ganz einfach. wir nutzen Messgeraete um reproduzierbare Ergebnisse zu bekommen:
    (Lineal, um reproduzierbar gleich lange Stuecke abzusaegen, Messbecher, um reproduzierbar gleich schmeckende Brote zu backen, ml-skala auf der Spritze um reproduzierbare Heilerfolge zu erzielen...)
    waeren unsere Augen besser, braeuchten wir keine Messgeraete. Koennte ich auf hundertstel Gramm abschaetzen braeuchte ich kein Waage mehr. etc.
    eins der ersten Geraete, das in die Kaffee welt Einzug gehalten hat ist die Waage. (niemand schaetzt ab, ob ich 17g oder 18,2g im Siebtraeger habe. schon gar nicht morgens, wenn ich dringend einen Kaffe brauche)

    beim Roesten werden hauptsaechlich zwei Dinge gesteuert: 1. Temperatur und 2. Zeit. (3.Luftstrom lassen wir mal aussen vor, das ist feintuning)
    wenn ich zB "15 min bei 220C" roeste sagt mir die Farbskala: 7,5 (zB) - das kann jetzt alles moegliche heissen.

    das siehst du richtig! denn das Geraet misst erst mal nur die Farbe der Bohnen (einfach ausgedrueckt)

    wenn man nur auf den wert schaut, magst du recht haben.
    nicht aber, wenn du diesen Wert hernimmst, um das Roestergebnis zu steuern.
    Roester aber sind bekanntermassen control freaks und testen ihren Kaffe im Anschluss. dh. die Roestung wird dabei auf GESCHMACK abgestimmt.
    es wird getestet, probiert, angepasst, vor allem geschmeckt, um sich fuer EIN Roestverfahren zu entscheiden (welches im Anschluss reproduziert wird) es soll sogar welche geben, die heimlich dabei Notizen machen) lol
    und hier kommt die Farbskala ins spiel.

    der Roester weiss nun, wenn er an den Raedchen seines Roesters dreht, wie sich der Geschmack veraendert und kann GENAU bestimmen, ob es immer noch 7,5 sein muss oder er evtl auf 8,2 geht. (zB)

    eben. es ist ein Messgeraet, welches "unsere Sinne erweitert"

    Warum das Farbmess-geraet weglassen, wenn ein normaler Mensch 7,5 farblich nicht von 8,1 unterscheiden kann, fuer manche aber (geschmacklich gesehen) Welten dazwischen liegen?
    Du hast richtig gesagt, dass man absolut identische Gegebenheiten braucht, um Farbe genau bestimmen zu koennen. Roeste ich morgens, mittags, mit Deckenlicht oder mit anderen Lampen, die Farbe wird immer anders ausschauen. (ergo: Farbmess-geraet)

    anderes Beispiel:

    wenn er entscheidet, er muss die 7,5 genau einhalten, da er den Roest-grad nicht veraendern will, kann das ein sehr hilfreiches Mittel fuer eine genaue Kontrolle sein. Ist er aber der Meinung, einen Tick dunkler zu roesten (weil es zB. eine andere charge ist und die selbe Bohne nun etwas anders reagiert) dann ist das Farbmess-geraet genau so unentbehrlich.
    Waage, Timer, Temp-sensor, Farbmess-geraet haben alle eine unterschiedliche Bedeutung und werden hergenommen, um reproduzierbare Ergebnisse zu bekommen, die letztendlich in Geschmack muenden.


    Der Kunde im Laden braucht das nicht, der Roester sehr wohl.
    (obwohl fuer 69Euro sehe ich eine menge Coffee freaks sich so ein ding zulegen, was dann neben dem Single Dose Grinder in der Kueche steht) lol

    Frohes Neues!
     
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  9. jetset

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    beim Roesten werden 2 Seiten gegeneinander gewertet.

    -------input: Bohnensorte, Gewicht, Temp, Zeit, Drum-speed, Air-flow,
    -----output: Geschmack

    nicht wirklich viel auf der output Seite(!)


    vor allem wenn man sieht, was beim mehrmaligen Roesten alles so veraendert werden kann. (man dreht auch nicht an allen Raedchen gleichzeitig)
    Roesten ist nicht ein-dimensional. - Ich schmeisse Bohnen rein, roeste und bin fertig -
    In dem Fall waere die Farbnummer wirklich egal. (da stimme ich zu)


    Roesten ist ein Vorgang der so oft wiederholt wird, bis das Ergebnis (Geschmack) stimmt. ergo: je mehr ich auf der output Seite habe, desto einfacher kann ich den Roest-vorgang anpassen.

    ein weiterer output: Gewichtsverlust (das sagt zB. wie feucht oder trocken die Bohnen waren)
    normalerweise auch "nicht wichtig" nur wenn ich feststelle, die Bohnen waren zu trocken.
    Dann weiss ich, wo das Geschmacksproblem evtl herkommt und muss nicht weiter probieren.
    unterschiedliche Chargen reagieren unterschiedlich. (Feuchtegrad) In dem Fall kann output Gewicht sehr wohl aufschlussreich sein.
     
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