Überholung LSM 105E

Diskutiere Überholung LSM 105E im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Habe ein neues Maschinchen auf der Werkbank stehen: Eine La San Marco 105E. Eine Brühgruppe soll defekt und wiederholte Reparaturversuche sollen...

  1. #1 Ski_Andi, 14.11.2012
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2012
    Ski_Andi

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    Habe ein neues Maschinchen auf der Werkbank stehen:

    Eine La San Marco 105E.
    Eine Brühgruppe soll defekt und wiederholte Reparaturversuche sollen erfolglos gewesen sein.
    Also, das hat natürlich meine Neugierde geweckt. Also musste ich fast zuschlagen, auch wenn die Belle etwas groß ist.

    [​IMG]

    Die Maschine ist schön aufgebaut und einfach zu strippen.

    Bis auf folgendes Problem:

    [​IMG]

    Ich bekomme zum T...el die Verschraubung der Thermosyphon Rückführung nicht auf. Die Mutter ist so festgebacken am Rohrstutzen, dass es immer das Rohr mitbiegt. Selbst zwei Tage Kriechöl nützen nichts.

    Gibt es da einen Trick?
     
  2. Fritzz

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    AW: Überholung LSM 105E

    Hi

    mit einer Wasserpumpenzange das Messingteil, von dem das Rohr abzweigt, festhalten.
    Ein Stück Leder (von einem alten Gürtel) unterlegen vermeidet Druckstellen.
    Vorher noch einen kurzen trockenen Schlag auf das Bauteil könnte auch noch helfen.

    "Fritzz"
     
  3. #3 Markenmehrwert, 14.11.2012
    Markenmehrwert

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    AW: Überholung LSM 105E

    Kannst du nicht alles Andere soweit möglich entfernen und dann mit Brenner und Hammerschlägen die Verkrustung zermürben?

    Ansonsten feines Maschinchen, wobei gerade dieses Modell immer recht abgerockt aussieht. Entweder liegt es an der Verkleidung oder den Nutzern.

    Gruß
    M.
     
  4. #4 Ski_Andi, 17.11.2012
    Zuletzt bearbeitet: 18.11.2012
    Ski_Andi

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    Die Maschine sieht nicht nur aussen abgerockt aus :shock:

    Sie ist aber obwohl sie groß ist kompakt aufgebaut, zumindest ist sie ziemlich voll innen.


    [​IMG]

    Der Motor ist übrigens vertikal hängend eingebaut, dafür liegt der Presso, ungewöhnlich

    [​IMG]


    [​IMG]

    Der Motor muss einen Montagefehler haben. Er ist nur an drei Gummipuffern befestigt. Nochdazu ist oben nur einer angebracht, ausgrechnet da wo das Kippmoment wirkt. Daher ist die einvulkanisierte Schraube ausgerissen. Die restlichen Puffer habens auch nicht unbeschadet überstanden. Das werde ich jedenfalls verbessern müssen, denke die Halteplatte gehört um 180° gedreht oder ein vierer Puffer verbaut.

    [​IMG]


    Die Wasserführung zum HX ist auch ungewöhnlich.
    von den Flowmetern geht der Wasserfluss erst durch den Brühkopf und dann zum HX.

    [​IMG]

    Das linke Steigrohr vom Flowmeter zum Brühkopf ist übrigens verstopft. Es sieht zwar nicht verkaltkt aus, lässt sich aber nicht durchblasen.
    Hoffe mal das war der beschriebene Fehler.

    Das dicke Anschlusskabel hat 5 Adern, also für 400V ausgelegt. Werde sehen ob sich die Bella auf 230V umbauen lässt.


    Goggle findet dieses Schema hier:

    [​IMG]

    Es ist ein zweiter Wärmetauscher verbaut im Brühkopf. Dieser soll den Brühkopf vor Überhitzung schützen und gleichzeitig bei hohem Durchsatz das HX Frischwasser vorwärmen.

    [​IMG]

    Vorbrühvolumen ist auch verbaut.

    Allerdings ist mir die Funktion des flexieblen Röhrchens oben im Brühkopf schleierhaft.
    In den Ersatzteilzeichnungen ist es als Gicleur bezeichnet. Dachte eigentlich Gicleur ist eine Einspritzdüse.
    Leide bekomme ich das Röhrchen auch nicht raus.

    [​IMG]
     
  5. #5 Ski_Andi, 17.11.2012
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2012
    Ski_Andi

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    Es sind für die 8 Jahre schon zahlreiche und erhebliche Undichtigkeiten in der Maschien gewesen.

    Z.B. wurde der Brühdruck auch schon länger nicht mehr eingestellt :wink:

    [​IMG]


    Als nächstes kommt der Kessel raus zum Entkalken.

    [​IMG]
     
  6. #6 alterschwede, 17.11.2012
    alterschwede

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    Never touch a running system! :) Einmal perfekt eingestellt reicht doch!
     
  7. #7 gunnar0815, 17.11.2012
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    Interessante Technik hab ich so noch nicht gesehen.
    Das Vorbrühvolumen soll wohl alles stabiler machen.
    Und das Gicleur ist doch wie ein Einspritzröhrchen nur alles umgedreht.

    Gunnar
     
  8. #8 Ski_Andi, 24.11.2012
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    Weiter gehts! Heute habe ich mal wieder Zeit an der Bella zu schrauben.

    Zunächst wurde alles bis auf den Kessel entkalkt. Und dabei immer auf "Sortenreinheit" geachtet, also erst verchromte Teile, dann reines Messing und zum Schluss das "Gemisch" also die Rohre.

    Dann wollte ich den Kessel ausbauen.
    Hat schon genervt beim Rausheben, weil in den Heizungsflansch eine Art Kapilarrohr eingepresst ist, das Richtung Steuerung geht.
    Also Kessel schräg in den Rahmen gelegt und Heizungsflansch geöffnet.
    Beim Rausziehen dachte ich erst, die Heizschlangen sind verrostet, da sich dicke "Blätter" und "Lagen" von braunem Zeugs verklemmten. So wie halt dicker Rost aufblüht und sich Schichten lösen.
    Hat eine Zeitlang geklemmt, dann ging die Heizung doch raus und man konnte den Kessel aus dem Rahmen heben. Ein Blick in den Kessel und meine Verblüffung war groß. Nix weiß oder grau, alles rostbraun.

    Ein erstes Schütteln des Kessels brachte folgendes aus dem Kesselflansch:

    [​IMG]

    Nach dem Abschrauben des Kesselflansch:


    [​IMG]

    Lässt sich aber alles mit Schraubendreher problemlos abheben.

    Und das Ergebnis:

    [​IMG]

    Den Kessel braucht man glaube ich nicht entkalken, nur ausspülen und er ist blank.


    Was ist das? Maschine ist aus Berlin, ist es bei euch so rostig? (Nähe Nollendorfplatz)
     
  9. #9 hoernchen2009, 24.11.2012
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    Nicht schlecht :shock:
    Über das Berliner Wasser hört man zwar nicht viel Gutes, aber könnte das in dem Fall nicht auch durch einen defekten Entkalker zu Stande kommen? Also ausgespültes Entkalkerharz...
     
  10. #10 Ski_Andi, 24.11.2012
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    Harz meinst Du?

    Ich mache mal die Magnetprobe ob es Rost ist.

    Allerdings waren alle Eingangssiebe im Kaltwasserbereich verstopft. War zwar nicht das Entkalkergranulat das ich kenne, war aber zumindest sandartig.

    Mit Entkalkergranulat hatte ich auch schon unliebsame Erfahrungen sammeln müssen.
    Beim Spülen meiner Patrone kamm laufen Harz mit. Dachte erst das ist normal und lässt nach. Dem war aber nicht so. Der Auslassfilter war gerissen.
     
  11. #11 hoernchen2009, 24.11.2012
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    Zumindest farblich kommt es dem sehr nahe, was ich bei der zweiten Asso-Restaurierung aus den Boilern gekippt habe, die konsistenz war da aber eher die von Treibsand. Ursache war definitiv ein defekter Entkalker, das gröbere Harz war vor dem Eingangsfilter und hat einen 30cm-Flexschlauch komplett gefüllt.
     
  12. #12 Dieselweezel, 24.11.2012
    Zuletzt bearbeitet: 03.01.2013
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    Hi Ski_Andi,
    danke für den genauen Bericht über die Eigenheiten der Maschine. Es sind viele Sachen dabei, die hier noch nie aufgetaucht sind. So langsam wird mir klar, dass es mehr Unterschiede zwischen den einzelnen LSM-Baureihen gibt, als ich geahnt hatte...
    Zum Kesselinhalt fehlen mir die Worte, das schlägt ja wieder einmal alles...
     
  13. #13 gunnar0815, 25.11.2012
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    Ich dachte immer das wäre Kesselstein
    Kesselstein
    Bei der Maschine lohnt es sich dann mal wirklich sie ganz auseinander zu bauen. :lol:

    Gunnar
     
  14. #14 Ski_Andi, 25.11.2012
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    Es mag schon Kesselstein sein, da kenne ich mich nicht so aus.
    Überaschend fand ich, dass die Schicht sehr leicht vom Kessel zu lösen ist. Es sieht auf der Rückseite aus wie verbrannter Zucker wenn man selbst Zucker kandieren lässt. Würde für Granulat sprechen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Harz aufschmilzt, sollte eigentlich ein Duroplast sein.

    Alle Verkalkungen im Syphonbereich scheinen normal kalkig zu sein.



    Ich hatte mich schon gewundert, dass der Motor aussen verkaltkt ist und eines der Magnetventile total verrostet:


    [​IMG]

    des Rätsels Lösung:

    [​IMG]

    Zwei Löcher haben sich in das Rohr gefressen. Die Vernickelung war aussen beschädigt, evtl. hat dann die elektrochemische Spannungsreihe zugeschlagen.
    Lässt sich das risikolos zulöten?
     
  15. #15 Ski_Andi, 03.01.2013
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    Mittlerweile ist ja gut Zeit vergangen und alle Teile sind entkalkt und gesäubert.

    Die ersten Weihnachtstage ist mir noch eine Rossi RR45 dazwischen gekommen, die ich komplett zerlegt und neu lackiert habe.
    Aber heute konnte es weitergehen.

    Rost war eigentlich nur auf dem Bodenblech ein Thema. Dauerhafte Nässe arbeitet sich durch jede Verzinkung.
    Ansonsen kleinere Ausblühungen an manchen galvanisch verzinkten Teilen.
    Da die Roststellen i.d.R. alle klein waren, wurden sie nur ausgeschliffen und die Teile dann ganzflächig lackiert.


    Ich finde die Konstruktion der Maschine wirklich sehr schön.
    Leicht zu fertigen und montieren.

    Z.B. werden die Seitenwangen mit den Quertraversen wie folgt verbunden:

    [​IMG]

    Die Wangen haben kleine Druchbrüche, in die schmale ausgestanzte Streifen der Traversen eintauchen. Dadurch kann man die Maschine schon zusammenstecken, ohne dass geschraubt werden muss.
    Zur Sicherung gibt es kleine T-förmige Blechstreifen mit Gewinden. Diese werden in einen Ausschnitt der Quertraverste gesteckt. Von aussen wird dann durch die Seitenwange geschraubt, so dass des die Quertraverse festzieht.
     
  16. #16 Ski_Andi, 27.01.2013
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    Anstatt des Kunststoffröhrchens im Thermosyphon der Brühgruppe habe ich mir jetzt die Gigleur aus den Schautafeln verbaut.
    Diese sind aus Messing und haben oben und unten am Röhrchen jeweils kleine Bohrungen.
    Vermutlich ein Quell der Verkalkung :lol:

    [​IMG]

    Die Verrohrung des Wasserzulauf hatte ich beim Zerlegen mit dem ganzen Dreck und Kabelgedöns nicht verstanden.
    Nun wo alles entkalkt und poliert ist, habe ich den Wasserfluss nachverfolgt.

    [​IMG]

    Eine ungewöhnlich umständliche bzw. aufwändige Konstruktion
     
  17. #17 thirdcrack, 29.01.2013
    Zuletzt bearbeitet: 29.01.2013
    thirdcrack

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    Sogar mit den Unterbrechungen geht es bei Dir wesentlich zügiger voran als bei mir. Kann mir jemand erklären, wie diese Präinfusionskammer funktioniert?
     
  18. #18 Dieselweezel, 29.01.2013
    Dieselweezel

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    Durch das zusätzliche Volumen in der Kammer läuft der Druckaufbau langsamer bzw. sanfter an, was zu einigen Sekunden Preinfusion führt, bis die Kammer gefüllt ist und der volle Druck auf dem Puck anliegt. Das ist zwar zeitlich in keinster Weise einstellbar, funktioniert dafür im Gegensatz zu den meisten anderen Systemen auch im Tankbetrieb.
     
  19. #19 Ski_Andi, 29.01.2013
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    das Volumen dürfte mit Luft gefült sein. Der Druckaufbau über dem Puck wird durch die Komprimierung der Luft verlangsamt
     
  20. #20 Dieselweezel, 29.01.2013
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    @ Ski Andi: Stimmt natürlich.
     
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