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  1. #1
    octabeer ist offline Erfahrener Benutzer
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    Beitrag Kurzbericht: Miss Silvia und Auber PID mit pre-infusion

    Hallo!

    Gestern traf nach sieben Tagen mein Auber PID mit pre-infusion Funktion in Valencia ein. Die Kaufentscheidung mischte sich aus den diversen Für und Wider des PIDs, wie sie in diesem Forum diskutiert wurden.
    Ich bin nicht sicher, aber ich glaube ich bin der erste hier im Forum mit dieser Zusatzfunktion, deswegen hier ein Kurzbericht über Einbau und Funktionsweise. (Edit: weil sich hier im folgenden eine Diskussion über Pre-Infusion entspann, habe ich direkt in diesem ersten Beitrag nochmal die Ergebnisse für potentielle Auberkäufer zusammengefasst!)
    Ich werde auch noch einen ausführlichen Bericht schreiben, wenn ich das neue Gimmick ausführlich ausprobiert habe.

    - Der Einbau war nicht schwierig, die Dampfkontrolle machte die kompliziertesten Schritte notwendig. Mit Geschick geht das alles sehr leicht, mit Kopfweh und mangelndem Talent im Notfall auch. Die Preinfusion scheint keine nennenswerte Verkomplizierung nach sich zu ziehen.

    - Die prinzipielle Steuerung der Pre-Infusion wurde mir aus der Beschreibung auf der Auber Homepage nicht genau klar ("User can also bypass the timer to use switch on the machine for manual controlling the brewing process").
    Die Steuerung ändert sich wie folgt:
    Espresso beziehen:
    1) Brühschalter an, Knopf auf PID löst frei programmierbaren (Dauer der Preinfusion, der Pause und des Bezugs) Bezug aus, d.h. die Preinfusion kann auf 0 gesetzt werden und man kann das als reinen Timer verwenden
    2) Brühschalter an, Knopf auf PID drücken (Brühprogramm startet), wieder auf PID Knopf drücken, um das Brühprogramm zu stoppen
    3) Brühschalter an, Heißwasserschalter wie früher den Brühknopf verwenden (Heißwasserventil natürlich geschlossen)
    Die Möglichkeit den Heißwasserschalter weiter verwenden zu können, gefällt mir gut.

    Heißwasser:
    Wie schon immer.

    Dampf:
    Wie schon immer.


    Der erste Espresso lief zu langsam durch, aber was das Brühprogramm aus der "Barista" Röstung (100% Robusta aus indischer Höhenlage, dazu schreibe ich auch nochmal etwas) rausholte konnte sich sehen lassen und erschien mir anders als sonst.

    Wenn irgendjemand etwas wissen möchte oder in meiner Beschreibung einen Fehler entdeckt, bin ich für jeden Hinweis dankbar. Anwürfe zu meiner ruinierten deutschen Grammatik natürlich auch ..

    Beste Grüße
    octa


    Edit: Zwischenbericht für Auberkäufer:
    Ich schreibe nur über die beiden zusätzlichen Gimmicks Steamcontrol und Timersteuerung aka "Pre-Infusion", weil die Temperaturstabilität in anderen Threads schon hinreichend gelobt wurde.

    Die Steamcontrol bringt keine Veränderung in der Heizperformanz, der vorherige Abschaltwert von 140° wird in exakt der gleichen Zeit erreicht.
    Das einzige was man machen kann ist, dass man zwei Temperaturpunkte festsetzt: Punkt 1 bis zu dem hochgeheizt werden soll und Punkt 2 ab dem nachgeheizt werden soll. Da der zweiter Punkt nur 1° darunter liegt, sorgt der PID dafür, dass beim Dampfbezug sehr viel schneller nachgeheizt wird. Da aber die meisten ohnehin früher den Dampfhahn öffnen und so dafür sorgen, dass die Heizung nie ausgeht, gibt es hier keinen echten Zusatznutzen.
    Dieses Gimmick hat im Vergleich zu einem normalen PID, der dann ja auch genauso die gerade vorherrschende Temperatur anzeigt und einem so genau verrät wann man den Dampfhahn aufdrehen will, keinen Zusatznutzen.
    Silvia schien ohne die Steamcontrol manchmal nachdem der Dampfknopf an war noch einen Moment zu schlafen, weil die Heizlampe erst nach zehn Sekunden anging oder man das Dampfrohr öffnen musste (ich hoffe ich habe das richtig in Erinnerung, korrigiert mich wenn ich mich irre). Die Steamcontrol erspart einem also gerade einmal diesen Handgriff.

    Der Timer aka die nicht funktionierende Pre-infusion:
    Wie hier in diesem Thread dargelegt erfüllt die Timerfunktion nicht die funktion einer Preinfusion. Es gibt einen inneren Widerspruch bei der Konstruktion der Silvia, die diese Form von Pre-Infusion nicht ohne weiteres funktionieren lassen:
    Man braucht einen gewissen Druck um den Puck das erste mal zu durchfeuchten, sobald man aber diesen Druck nach 1-2 Sekunden erreicht und per Bezugsabbruch das Magnetventil öffnet, sprengt genau dieser Pre-Infusiondruck den Puck, weil er sich in die falsche Richtung ausdehnen kann. Unterhalb dieses Drucks keine Pre-Infusion, mit diesem Druck und geöffnetem Magnetventil Puck zerstört (für genaue Diskussionen siehe dieser Thread unten). Die Probleme mit Channeling sind nicht so leicht in den Griff zu bekommen und vergrößeren die Probleme, anstatt sie zu verkleinern.
    Als Timer finde ich persönlich diese Funktion super! Mich hat das auf Strahl und Uhr schauen genervt. Natürlich geht das nur, wenn alle Parameter eingestellt sind...



    Edit: Toller Support per E-Mail!
    Der Bericht ist mittlerweile etwas her, aber eine Sache möchte ich noch anfügen: Auber gibt nur 90 Tage Garantie auf seine Produkte. Allerdings erhält man auch danach noch einen tollen Support.
    Nachdem vor zwei Tagen meine nach unten Taste nicht mehr ging und die nach oben Taste nicht durchläuft, also bei 600° (!) stehen geblieben ist, dachte ich schon ich müsste den PID-Regler einschicken. Suyi hat auf alle meine E-Mails sehr schnell geantwortet und sich tatsächlich einen workaround ausgedacht, so dass ich jetzt ohne nach unten Taste die Temperatur nach unten verstellen kann. Der Support, nachdem meine Gewährleistung abgelaufen war und man zusätzliches Geld an mir hätte verdienen können, hat mich wirklich überzeugt!
    Geändert von octabeer (08.02.2010 um 18:48 Uhr)

  2. #2
    Ingo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kurzbericht: Miss Silvia und Auber PID mit pre-infusion

    Hallo octa,

    bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Funktion der Pre-Infusion mit dem Auber-Kit in deinem Bericht richtig verstanden habe.
    Mit dem Auber-Kit kann man also den Bezug starten, dann kurz anhalten, und nach einer Pause wieder fortsetzen, wobei man diese Zeiten beliebig vorprogrammieren kann?
    Dieses Vorgehen könnte man dann also auch durch entsprechendes manuelles betätigen der Bezugstaste erreichen? Ein solches manuelles Vorgehen zur Pre-Infusion bei der Silvia wurde hier schon mal in einem thread diskutiert, mit dem Ergebnis, dass es eigentlich eher eine Verschlechterung bringt. Ursache hierfür dürfte wohl im Öffnen des Magnetventilventils nach dem ersten Ausschalten zu sehen sein. Nach etwa 4-5 Sekunden Pre-Infusion ist doch schon einiges an Druck im Siebträger. Der dann plötzlich einsetzende Druckabbau über das Magnetventil kann dann den Kaffeepuck beschädigen.
    Oder wird mit dem Auber-Kit nach dem ersten Ausschalten das Magnetventil geschlossen gehalten?
    Bei der Pre-Infusion soll das Kaffeemehl bei niedrigem Druck ja erst mal etwas befeuchtet werden und dann bei vollem Druck extrahiert. Kann mir leider immer noch nicht vorstellen, wie das mit der Silvia zu bewerkstelligen sein soll.
    Geändert von Ingo (26.02.2009 um 18:51 Uhr) Grund: Magnetventilventil mit Expansionsventil verwechselt, wurde geändert
    Viele Grüße
    Ingo

    Rancilio Silvia (2007) mit Ulka EX4 + Auber PID
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  3. #3
    octabeer ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kurzbericht: Miss Silvia und Auber PID mit pre-infusion

    Hallo Ingo!

    Deine Nachfrage ist ein sehr guter Einwand. Ich habe das alles gestern abend fertig montiert und heute die ersten Cappuccini gemacht. Ich bin also nicht nur in Fragen der Preinfusion ahnungslos, auch in Fragen meines PIDs (mir bleibt also nichtmal Halbwissen zum Beantworten deiner Frage ).

    Bei dem Kauf ging es mir vorallem um die Temperatur und die pre-infusion plante ich, wenn ich nicht damit zurecht komme, einfach als "Timer" des Bezugs zu verwenden, die berühmten "nur 30$ mehr"...

    Ich wühle mich jetzt mal durch die Dokumentation und suche nach Antworten..

    sonnige Grüße
    octa

  4. #4
    octabeer ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Anleitung über pre-infusion

    Ok, die Auberanleitung gibt auch nicht viel mehr her, als das was ich schrieb:
    Die Preinfusion "activates the pump briefly to spray a small
    amount of water on the coffee powder"
    Die Pause "holds off the pump to let the water soak into coffee
    powder and form a tight matrix."
    "The third section starts the normal brew extraction"
    Die voreingestelten Parameter liegen unter dem was du an Zeit vorgeschlagen hast:
    Pumpe an für 1,2 Sekunden
    Pumpe aus für 2,5 Sekunden
    Pumpe an für 25 Sekunden

    Ich weiß nicht, ob das für Preinfusion noch Sinn macht, oder es sich hier um einen programmierbaren Timer handelt, der technische Limitationen von Silvia nicht aufheben kann.

    Soviel kann ich jetzt schon sagen: Der davor genau eingestellte Espresso ist mit den gleichen Parametern (Menge und Tamperdruck konstant), viel zu langsam durchgelaufen. Das Espresso ist erst in den letzten 20 Sekunden geflossen und hat es auf 19 Gramm gebracht. Der Puck war sehr trocken, wollte kaum aus dem Siebträger kommen und wirkte auf mich, als hätte er mehr Wasser sehen wollen.

    Wenn das hilft, kann ich nachher nochmal meine Freundin an den Schaltplan setzen, wie der Bezugsknopf geschaltet ist. Im Augenblick scheint es so zu funktionieren wie du sagst.

    Ein Experiment zur Bestätigung deines Einwands, wäre dann Pumpe an für 5 Sekunden, Pumpe aus für 5 Sekunden und dann Bezug für 25 Sekunden und hinterher hätte man einen Puck mit Mondoberfläche? Oder Manometer an den Siebträger, Programm laufen lassen und Druckkurve mitverfolgen?

    Vielen Dank für deinen Tipp! Wenn noch jemandem was einfällt widme ich mich gern der weiteren Erforschung..

    Der erste Schritt wird aber sein: Preinfusion aus, über die neue Bequemlichkeit freuen, Preinfusion verstehen, rumspielen oder bleiben lassen =)

    Sonnige Grüße
    octa

  5. #5
    Ingo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kurzbericht: Miss Silvia und Auber PID mit pre-infusion

    Hallo octa,

    deine Beschreibung stimmt dann doch mit meiner Vermutung überein, dass das Auber-Kit einfach nur die Pumpe in bestimmten Intervallen an- und ausschaltet, was man notfalls auch per Hand durchführen kann (okay nicht mit einer Genauigkeit von 0,1 Sekunden). Nach den ersten 1,2 Sekunden ist der Druck bestimmt noch nicht allzu hoch und der Puck wird dann wohl auch noch nicht beschädigt beim wiederausschalten. Die Frage ist nur, ob die 1,2 Sekunden Pre-Infusion schon was bringen? Aber hier hast du ja die Möglichkeit jetzt mal zu vergleichen. Bin schon mal auf das Ergebnis gespannt.
    Viele Grüße
    Ingo

    Rancilio Silvia (2007) mit Ulka EX4 + Auber PID
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  6. #6
    Bane ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kurzbericht: Miss Silvia und Auber PID mit pre-infusion

    hält die preinfusions-funktion nur die pumpe an, oder schaltet auch das MV?

    wenn nur die Pumpe angehalten wird, dann wäre das ja ein vorteil gegenüber der Variante mit kurz Bezugstaste betätigen...
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  7. #7
    Ingo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kurzbericht: Miss Silvia und Auber PID mit pre-infusion

    Zitat Zitat von Bane Beitrag anzeigen
    hält die preinfusions-funktion nur die pumpe an, oder schaltet auch das MV?
    Hallo octa,

    das war eigentlich auch meine Frage. Habe in meinem Beitrag das Magnetventil mit dem Expansionsventil verwechselt. Ist oben schon korrigiert! Aber nach 1,2 Sekunden dürfte praktisch noch kein Druck vorhanden sein. Möchte man bei der Pre-Infusion aber längere Zeiten fahren, dürfte ein öffnen des Magnetventils hier Ärger verursachen.
    Die Sache mit dem durch einen Timer gesteuerten Bezug klingt erst mal recht interessant. Ich bin allerding beim mahlen und tampern nicht so genau. D.h. die Blondphase kann mal nach 23s oder 27s einsetzen. Da schalte ich den Bezug dann doch lieber von Hand aus. Ansonsten noch viel Spaß mit deinem neuen "Spielzeug".
    Viele Grüße
    Ingo

    Rancilio Silvia (2007) mit Ulka EX4 + Auber PID
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  8. #8
    gunnar0815 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kurzbericht: Miss Silvia und Auber PID mit pre-infusion

    Hab es auch so verstanden das der Bezug kurz angehalten wird. Sicherlich einer der schlechtesten Preinfusionen wenn nicht sogar eine Verschlimmbesserung.
    Die Lösung ist denke ich viel besser
    Preinfusion für Tankmaschinen


    Gunnar
    Carimali UNO E+ Preinfusions über Magnetventil + Mühlen= Elektra Nino + Mazzer Stark
    Büro: Nuova Simonelli MAC, Mühle Isomac Macinacaffe Stufenlos
    Röster:Genecafe CBR101+ Dimmer(Showtec Single MKII)
    Links:Sammlung technischer Daten aller Mühlen - Bezug aufteilen sollte jeder mal machen
    Preinfusion für Tank Maschinen
    Rossi RR 45 auf 80 Mahlkranz umbauen

  9. #9
    Bane ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kurzbericht: Miss Silvia und Auber PID mit pre-infusion

    hi gunnar,

    bin technisch leider nicht wirklich versiert, und so ganz seh ich bei deiner Konstruktion noch nicht durch. ich poste meine frage mal in dem entsprechenden thread, sonst driftet das wohl etwas zu weit ab.

    lg
    Georg
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  10. #10
    octabeer ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Expansionsventil und Magnetventil

    Hei!

    Ja, das mit Expansions und Magnetventil hatte mich verwirrt. Aus dem Schaltplan werde ich auch nicht schlau. Ich suche mir mal den Thread mit der Diskussion zu dem Thema und mache am Wochenende mal eine Testreihe mit Manometer und Timerprogramm und schreibe vielleicht noch eine E-Mail an Auber.

    Viele Grüße
    octabeer

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