Nach etlichen Modifikationen und Weiterentwicklungen in der Arbeit mit der Mühle halte ich es für sinnvoll, eine Neufassung einzustellen, da mein erster SJ-Thread mittlerweile etwas unübersichtlich geworden war.
Ziel und Vorbereitung:
Ziel der Übung ist es, die Dosierermühle als Portionsmühle mit "indirektem Direktbezug" zu nutzen. Warum kauft man dann nicht gleich eine Mini E? Weil ich die Elektronik und das zugehörige Kabelgewurschtel nicht mag. Außerdem haben sich mir Sinn und Nutzen eines Timers bis heute nicht erschlossen. Dazu kommt, dass ich den Dosierer hübsch und lustig in der Bedienung finde. Dosierermühlen sind in vielen Details schöner als Direktmahler, an denen mich vieles stört. Die Super Jolly ist für mich die schönste Mühle von allen und ich mag das Klickediklack mit dem Dosierer. Zudem verteilen Dosierer das Mehl effektiver als Direktmahler und neigen weniger zu Klumpenbildung – dies ist ihr Hauptvorteil!
Da ich die Mühle gebraucht, aber neuwertig in der Bucht gekauft hatte, habe ich sie als erstes gründlich gereinigt: Zunächst den Dosierer ausgesaugt, nachdem ich den Stern komplett herausgeschraubt hatte. Wenn ich die Staubsaugerdüse einige Sekunden lang in die Kammern halte, sind auch die letzten Reste des alten Mahlguts entfernt - es bleiben beim Herausklackern ohnehin nur wenige Krümel liegen. Ich denke, einmal in der Woche wird das Saugen des Dosierers eine gute Übung sein, um die Mühle sauber zu halten. Sehr hilfreich ist dabei eine schmale, biegsame Staubsaugerdüse, die bei Lidl für 2.79 € angeboten wird, und mit ihrem Universalanschluss an jeden Staubsauger passen dürfte.
Um auch das Mahlwerk reinigen zu können, habe ich den Stellkranz abgeschraubt und den Mahlschacht herausgenommen. Dadurch lagen die Mahlscheiben frei und ich konnte sie reinigen: zunächst mit dem Staubsauger die Krümel absaugen, dann mit einem harten Pinsel die hartnäckige Verkrustung lösen und noch einmal absaugen. Von oben kam ich nun leicht an den „Totraum“ und konnte auch den reinigen. Nach der Reinigung auch des großen Gewindes unter dem Stellkranz lässt sich die Mühle nun ausreichend leicht verstellen. Es scheint aber Unterschiede zu geben: ich habe schon mehrfach gelesen, dass sich der Mahlgrad zu schwer verstellen lässt. Offensichtlich habe ich Glück gehabt. Oder einfach nur das Gewinde gründlicher gereinigt.
Die Modifikationen:
Ich habe den Bohnentrichter abgenommen und den sinnlosen Tamper außen entfernt. Dann habe ich das Grillblech innen im Dosierer abgeschraubt und auch noch das Sektionsblech am Boden des Dosierers herausgenommen. Dazu musste ich nur die Schraube auf dem Stellrad in der Mitte lösen und den Stern abnehmen.
Der gesamte Umbau dauert nicht länger als 15 Minuten und lässt sich ebenso schnell wieder rückgängig machen. Also kein Problem, meine Technik auszuprobieren und wieder zur alten zurückzukehren, wenn man nicht zufrieden ist! Da diese Arbeiten auch für den schlimmsten Bastelmutanten kinderleicht auszuführen sein dürften, erspare ich mir eine detaillierte Darstellung. Die Mazzer-Mühlen mit ihrer überschaubaren Traktor-Technik erklären sich von selbst und es reicht dafür simpelstes Werkzeug, das wirklich in jedem Haushalt zu finden ist (in meinem Fall ein Pocket-Tool aus der Fahrradkiste).
Großer Vorteil des offenen Dosers: er lässt sich nun sehr leicht und gründlich reinigen!
Der nächste Schritt war schon etwas aufwändiger. Da ich aber die Vorarbeit bereits geleistet habe und jedem Interessierten zur Verfügung stellen will, kann sie in wenigen Minuten mit haushaltsüblichen Hilfsmitteln ausgeführt werden.
Damit kein Mehl auf dem Doserstern liegenbleibt (siehe Arbeitsbeschreibung später), brauchte ich einen Aufsatz, der verhindert, dass Kaffeepulver auf den Stern und die umgebende Platte fliegt und dort vor sich in modert. Kompliziert wird die Sache durch die 6 Ausschnitte des Sterns und dadurch, dass meine Mühle eine Nachmahlautomatik hat, deren Technik in den Dosierer ragt. Dadurch muss der Aufsatz auch noch konisch sein – irgendein passendes Rohr aus dem Baumarkt geht daher nicht. Da dieser Aufsatz jedoch keinerlei Belastungen ausgesetzt ist und einfach nur auf dem Stern halten muss, kam ich auf die Idee, ein kegelförmiges Rohr aus Pappe zu schneiden. Das würde mir den Einsatz von harten Materialien und entsprechendem Werkzeug ersparen und die passenden Ausschnitte am unteren Rand wären sehr einfach aufzuzeichnen und mit der Schere auszuschneiden.
SEHR viel leichter gesagt als getan! Erspart mir hier die Einzelheiten. Ich sage nur: versuche mal jemand, einen Kegelstumpf zu bauen – dann versteht Ihr, was ich meine!Kurz und gut: ich habe aus einfacher Pappe eine Schablone zum Testen und als spätere Vorlage geschnitten. Wenn mir jemand verrät, wie ich sie 1 : 1 in den Rechner bekomme und hier einstellen kann, kann sich mit ihrer Hilfe jeder innerhalb von 10 Minuten einen Aufsatz bauen!
Nach mehreren Anpassungen war die Schablone fertig und passte perfekt. Nun nahm ich einen starken Karton, der einseitig hochglanzbeschichtet ist, damit kein Kaffeepulver kleben bleibt. Die Schablone habe ich auf dem Karton nachgezeichnet, ausgeschnitten, und mit Pattex zusammengeklebt. Dann habe ich den Dosierstern in der Höhe so justiert, dass der Doserdeckel gerade eben schließt, aber den Aufsatz noch ganz leicht fixiert. Einstellen lässt sich dies, indem man den Klacker bedient und prüft, ob sich der Deckel durch den Kontakt zum Pappaufsatz beim Klackern mitdreht. Tut er das gerade eben nicht mehr, ist der Abstand zwischen Aufsatz und Deckel perfekt.
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