20 Jahre Bezzera BZ99 – und sie läuft und läuft und läuft ...

Diskutiere 20 Jahre Bezzera BZ99 – und sie läuft und läuft und läuft ... im Espresso- und Kaffeemaschinen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Hallo in die Runde, vor genau 20 Jahren habe ich meine Bezzera BZ99 gekauft – Zeit für ein "kleines" technisches wie sentimentales Resümee....

  1. Wolko

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    Hallo in die Runde,

    vor genau 20 Jahren habe ich meine Bezzera BZ99 gekauft – Zeit für ein "kleines" technisches wie sentimentales Resümee.

    Zusammenfassung für die tl;dr-Fraktion:
    Super Maschine – schade, dass sie nicht mehr hergestellt wird.

    Spaßeshalber erstmal ein bisschen überschlägige Statistik:
    - ca. 25.000 Bezüge
    - ca. 50.000 Betriebsstunden
    - ca. 250 kg Kaffeedurchsatz
    - ein deutlich schlechtes Gewissen durch die Menge an Strom, die dafür draufgegangen ist – und daher keine Lust, diese genauer zu berechnen ...

    Die ersten Jahre mit der Bezzera (und die letzten Jahre mit meiner Krups Espresso Novo, die ich mir ca. 1992 als 16-jähriger Schüler geleistet hatte) fielen in meine kaffeemäßige Lern-, Spiel- und Experimentierphase; mehrere Jahre lang (so um die Jahrtausendwende) hatte ich fast ausschließlich selbst geröstet, was eine Menge Spaß gemacht hat, oft zu sehr guten, aber auch auch häufiger zu bescheidenen Ergebnissen geführt hat, und insgesamt schon fast als "Hobby" durchgegangen ist.

    Das hat sich dann aber irgendwann doch gelegt, und der Fokus lag fortan darauf, mit überschaubarem Aufwand zuverlässig sehr guten Kaffee zu produzieren – und zwar klassichen "italienischen" Espresso aus mitteldunkler, nicht-öliger Röstung mit ordentlichem Robusta-Anteil: erdig-nussig-schokoladiger, säurearmer Geschmack und wachgehaltene Italien-Erinnerungen aus den späten 1980er- und 1990er-Jahren ...

    Die damit einhergehende Routine ist nun seit mindestens 15 Jahren eine liebgewonnene Konstante in meinem Leben – an jedem einzelnen Tag, den ich zu Hause verbracht habe, habe ich mich darüber gefreut, und sie gleichermaßen als großen Luxus empfunden.

    Modifikationen:
    Die Maschine habe ich nur geringfügig anpassen müssen, damit sie meine Bedürfnisse erfüllte. Auch diese Modifikationen haben sich seit (fast) 20 Jahren sehr bewährt:
    - Kesseltemperatur am Pressostaten ein gutes Stück erhöht. Ich mache keinen kompletten "Cooling-Flush", sondern starte die Pumpe und hänge den Siebträger unter Beobachtung des austretenden Wassers (Dampfentwicklung) nach einigen Sekunden ins laufende Wasser ein, wenn die gewünschte Abkühlung eingetreten ist. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen in puncto Konstanz, und es ist ein schnelles, simples und wasssersparendes Procedere.
    - La Marzocco Eintassensieb statt des originalen von Bezzera. Funktioniert mit dem 41mm Tamper (den man damals noch nicht kaufen konnte, daher Auftragsarbeit vom edelstahlverarbeitenden Betrieb ...) nach wie vor hervorragend – ich brühe ganz überwiegend single shots. Auch mahlgradmäßig eine fast perfekte Kombination mit dem originalen Bezzera-Zweiersieb.
    - Dampfdüse ausgetauscht. Die ursprüngliche mit vier recht großen Löchern war etwas zu viel des Guten. Eine zweilöchrige (ECM?) hat sich bewährt und ist zudem dank runderer Form leichter zu reinigen.
    - Eine dünne Lage Styrofoam im Deckel des Wassertanks verhindert, dass sich dort Kondenswasser sammelt, das dann beim Aufklappen hinten in die Maschine läuft.

    Reinigung und Wartung:
    Grundprinzip war immer "Don't fix it if it ain't broken!". Ich denke, ich bin gut damit gefahren, auch wenn ich die Reinigungs- und Wartungsintervalle, die hier und anderenorts empfohlen werden, bei weitem nicht eingehalten habe.

    Anfänglich war ich etwas enthusiastischer, aber in den letzten ca. 15 Jahren sah die Reinigungsroutine ungefähr so aus:
    - Betrieb nur mit Brita-Wasser (Handfilter). Allerdings bin ich sehr schlampig, was den Tausch angeht (alle 2-6 Monate, würde ich sagen ...). Das Berliner Wasser ist ziemlich hart, so dass ich der Maschine diesbezüglich sicherlich einige vermeidbare Unbill zugemutet habe.
    - Nach dem Tampen/vor dem Brühen sorgfältig darauf achten, dass der Rand des Siebs sauber ist.
    - Unmittelbar nach dem Bezug (bzw. nach einer Serie von Bezügen) Pumpe ohne Siebträger einschalten, drei, vier Sekunden laufen lassen, Siebträger ins laufende Wasser einhängen, weitere drei, vier Sekunden laufen lassen. Pumpe aus, Sieb in die Abtropfschale auskippen, Sieb und Brühkopf mit einem Frottier-Lappen kurz durchwischen.
    - Alle paar Monate Wassertank ausbauen, mit Spüli und Geschirrschwann durchwischen.
    - Ca. jährlich Großreinemachen: Ausbau Duschsieb, gründliches Rückspülen mit Kaffeelöser (mehrfach und mit Einwirkzeit), Zerlegen der Siebträger, alle losen Teile in heißem Kaffeelöserwasser komplett säubern. Dieses Intervall habe ich fauler Hund sicherlich auch schon mal auf zwei, drei Jahre ausgedehnt. Ist dann nicht mehr so hübsch und natürlich etwas mehr Arbeit, aber zu bleibenden Schäden scheint es noch nicht geführt zu haben.

    Defekte:
    Natürlich gab es hie und da mal technische Probleme. Glücklicherweise musste ich die Maschine aber nicht ein einziges Mal außer Haus geben. Von einigen der Reparaturen hatte ich hier detaillierter berichtet bzw. nach Tipps gefragt – die entsprechenden Details sind also nachzulesen.

    Elektrik:
    - mehrfach Netz- und Pumpenschalter ersetzt. Erstaunlicherweise häufiger (3x?) den Netzschalter, der fast nie bedient wird, da die Maschine von Anfang an fast nur per Zeitschaltuhr an- und ausgeschaltet wurde.

    Elektronik (Black-Box):
    - 2x Steuertrafo ersetzt
    - 1x Relais ersetzt
    - 1x Elkos ersetzt

    Pumpe:
    - 2x Rückschlagventil in der Fluid-o-tech-Pumpe repariert. Hier hatte sich das Glas-Ventilkügelchen jeweils in die Andruck-Spiralfeder "eingeschliffen". Ließ sich jeweils durch Zerlegen und vorsichtiges Engerbiegen des Feder-Endes beheben. Erstaunlicherweise beide Male spontan erfolgreich und dicht – ich hatte eigentlich mit Austausch der Pumpe gerechnet, aber sie hält bis heute durch.

    Sonstiges:
    - 1x Kessel-Entlüftungsventil getauscht. Außerdem regelmäßig zerlegt und dünn mit Hahnenfett versorgt.
    - 1x Kessel-Sicherheitsventil zerlegt, gereinigt und Dichtung umgedreht.
    - 1x Dichtung im Magnetventil Kesselfüllung ersetzt. Ziemlich kleines, selbstgeschnitztes Teil – ich hatte auch hier nicht unbedingt mit einem langfristigen Erfolg der Reparatur gerechnet, aber seit vielen Jahren keine Probleme mehr.
    - 1x Dichtung Heißwasserhahn ersetzt. Wird bei mir deutlich mehr benutzt als der Dampfhahn (morgens 2-3 Americanos; Geschäumtes gibt's meistens nur für Gäste, ich selbst habe selten Lust drauf). Ist bald mal wieder fällig (tropft hie und da ein bisschen).
    - 1x Wärmetauscher entkalkt. In situ Leitungen abgeschraubt, mechanisch vorgereinigt (abkratzen mit gebogener Fahrradspeiche, aussaugen mit dickem Strohhalm am Staubsauger), dann mit Säure den Rest erledigt.
    - ca. 5x Dreiwegeventil zerlegt und gereinigt.
    - ca. 25x verstopften Gicleur von Kalkbröseln befreit. Schaffe ich inzwischen komplett in unter 10 Minuten, was einerseits erfreulich ist, andererseits aber die anstehende nächste Entkalkung des Wärmetauschers aufschiebt, was das Problem an der Wurzel lösen würde. Die Faulheit siegt mal wieder ...

    "Nicht-Defekte":
    Die beschriebenen Defekte dürften sich weitgehend im Rahmen des Erwart- bis Unvermeidbaren abspielen, bei einem Gerät, das unter den Bedingungen Hitze, Druck und Nässe über Jahrzehnte regelmäßig genutzt wird. Daher finde ich fast interessanter, dass alles, was oben nicht genannt wurde, tatsächlich klaglos durchgehalten hat. Dazu gehören insbesondere:
    - Die Siebträgerdichtung (!!!). Fühlt sich noch genauso an wie am ersten Tag, sofern man das bei schleichenden Veränderungen sagen kann, aber hart wirkt sie nicht. Der Siebträger lässt sich auch kaum weiter eindrehen als zu Beginn (er steht beim Bezug ziemlich genau auf 6 Uhr). Ich weiß nicht, aus was für einem Wundermaterial die Dichtung ist, aber ich finde die Lebensdauer mehr als verblüffend.
    - Siebe und Siebträger. Tadellos, selbst die Verchromung hat allenfalls ganz minimale Gebrauchsspuren.
    - Duschsieb und Diffusorscheibe. Sehen nach der Grundreinigung fast neuwertig aus.
    - Boiler und Heizung. Nie geöffnet, nie entkalkt (die Sonden hatte ich mal gereinigt, weil ich hier fälschlicherweise ein Problem vermutet hatte). Null Probleme.
    - Rohre und Schläuche. Kupfer, Kunststoff, Silikon: Null Probleme.
    - Plastikteile. Hier gilt "Nicht-Defekt" nur eingeschränkt, denn es zeigen sich inzwischen doch deutliche Versprödungszeichen. Der Wassertank hat einen kleinen Riss und ich behandle ihn mit Samthandschuhen, da er quasi "glashart" wirkt; werde ich demnächst mal tauschen. Abtropfschale dito, wird leider nicht mehr produziert. Außerdem sind sämtliche Flachstecker-Isolierhülsen im Innern weggebröselt. Aber im großen und ganzen kann man auch hier nicht klagen.

    Puh, lang geworden. Hat sich jemand durchgekämpft? ;)

    Viele Grüße und frohes Schwitzen allerseits!

    Wolfgang
     
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  2. #2 nextpresso, 11.08.2020
    nextpresso

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    nein, aber berichte sind immer gut. :)
     
  3. Sui77

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    Ich mag es, dass du dir die Zeit genommen hast.
    Jeder möchte etwas Neues, aber wenn man dann mal so etwas liest, oder selbst etwas so altes hegt, dann geht einem das Herz auf.
     
  4. #4 Kuckuck24, 11.08.2020
    Kuckuck24

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    Hi.
    Hat Spaß gemacht deinen Bericht zu lesen. Ob meine BZ10 auch so lange durchhält?

    Zeig doch mal ein Foto der Maschine!
     
  5. Wolko

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    Ich drück' die Daumen für die BZ10! :)

    Hier ein aktuelles Foto meiner Bezzera – es hätte sich übrigens absolut nicht von einem 15 Jahre alten unterschieden.

    Wolko_BZ99.jpg
     
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  6. #6 Londoner, 12.08.2020
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    Super, vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht!
    Find ihn sehr spannend und hab ihn mit großem Interesse gelesen.

    Toll mal einen Praxisbericht nach 20 Jahren zu lesen.
    ...und das sogar mit der gleichen Maschine....zum Trotz der genrell weit verbreiteten Upgrade-Aspirationen,
    von denen man so oft liest. Super!
    Einige Überraschung sind sicher dabei:
    Hätte z.B. nie gedacht, dass eine ST-Dichtung so lange mitmachen würde, dass die Chrombeschichtung an
    den ST auch nach 20 Jahren noch tadellos sein kann. Heizung und Kessel (auseinander gebaut) zu entkalken
    hätte ich auch für nötig gehalten, aber super, wenn es anscheinend problemlos auch so geht!

    Espressissimo hat dazu auf der Webseite einen passenden kurzen Artikel zur Maschine:
    Bezzera
    (Fast ganz runterscrollen bis "BZ99 - Dieser Maschine trauern wir noch nach").

    Ich konnte über die letzten Jahre einige BZ99 (versch. Baujahre) kennen lernen und kann dem nur
    zustimmen.


    Eine Frage (aus Nostalgiegründen):
    Würdest du uns verraten, was du damals für die Maschine (sicher noch in DM!) bezahlt hast?
    Hoffe das ist nicht indiskret!
     
  7. Hoba68

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    Sehr schöner Bericht, 20 Jahre rauher Alltag und sie läuft. So ungefähr stelle ich mir das mit meiner Pratika, die ja doch ein sehr ähnliches "Ausstattungsniveau" hat auch vor. Einfach, robust und funktionierend. An solchen Geräten erfreue ich mich meist mehr als an Upgraderitis. Vielen Dank, dass Du das mit uns geteilt hast.
     
  8. Wolko

    Wolko Mitglied

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    Freut mich, dass einige an meinen Erfahrungen teilnehmen und meine anhaltende Freude über die Maschine teilen.

    "Einfach, robust und funktionierend" ist die perfekte Zusammenfassung von Hoba68. So ist es wohl auch kein Zufall, dass ich auch schon immer mal auf die Pratika geschielt habe, falls mal ein Ersatz der Bezzera anstünde. Ich hoffe zwar, dass ich sie noch einige Jahre nutzen kann, aber irgendwann werden die Serviceintervalle dann vielleicht doch zu kurz und der Wunsch nach höherer Zuverlässigkeit gewinnt die Oberhand. Naja, wir werden sehen. Bei uns steht ohnehin demnächst ein Umzug an, danach kann man sich dann erneut Gedanken machen, was für die kommenden Jahrzehnte sinnvoll erscheint.

    Übrigens gehört die Bezzera in unserer Küche zu den jüngsten Geräten. Mir war beim Kauf von technischem Gerät schon immer wichtig, dass es einfach, nicht hässlich, langlebig und reparierbar ist. Vor einigen Wochen musste ich einen neuen Toaster kaufen (der alte Grossag aus den 1960ern hatte mich nach 25 Jahren unvermittelt im Stich gelassen). Ich bin durch mehrere Läden gezogen und habe die Onlinehändler rauf und runter durchforstet, ohne ein für mich akzeptables Gerät (und zwar ohne jedes Budgetlimit) zu finden. Es ist dann ein SHARP aus den 1970ern geworden – funktioniert perfekt, sieht gut aus, ist kompakt, komplett aus Metall und Duroplast und hält hoffentlich nochmal mindestens 20 Jahre. Dass er auf eBay nur vier Euro gekostet hat, ist dann nur das i-Tüpfelchen.

    SHARP.jpg

    @Londoner: Das mit der Siebträgerdichtung ist mir auch ein Rätsel. Aber hey, ich will mich nicht beschweren! :)

    Zum Preis: Ich meine mich zu erinnern, dass ich 1.350 DM für die Bezzera bezahlt hatte, was damals ein recht günstiger Preis war.
    Macht bis heute knappe 10 Cent pro Tag – da kann man sich doch nicht beschweren. Der verbrauchte Strom dürfte jedenfalls deutlich teurer gewesen sein. :/
     
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  9. #9 plempel, 12.08.2020
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  10. #10 AdvancedFabian, 12.08.2020
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    20 Jahre Erfahrung mit einem tollen Kaffee-Profil. Was sind denn nach dieser Zeit deine Standard-Bohnen die du brühst? Welche Sorten haben dich überzeugt, und sind Alltags-tauglich für dich?
    Ganz toller Bericht!
     
  11. #11 Dale B. Cooper, 13.08.2020
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    Schöner Bericht über eine sehr schöne Maschine. Ist absolut bedauerlich, dass Bezzera dann den Weg zu immer langweiliger en e61- oder imho noch schlimmer eigenen offenen BG gegangen ist.

    Wartungstechnisch scheint die Bezzi bei Dir ja in besten Händen zu sein. :)

    Auf die nächsten 20,
    Dale.
     
  12. #12 Holger Schmitz, 13.08.2020
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    Hallo zusammen, meine Bezzi 99 müsste jetzt fast volljährig sein, eine Heizung und 5-6 Brühgruppendichtungen, 1 Relais in der Blackbox, 1 Schalter, 1 Pumpe mussten getauscht werden, das dritte Entlüftungsventil(jetzt von LaMarzocco) dürfte ewig halten. Bubikopf hat meine Maschine mit allen nur möglichen Modifikationen gepimpt, einmal vollentkalkt, Gunnar0815 war so freundlich und hat mir das typische Relais in der Blackbox getauscht und dabei den Wärmetauscher entkalkt, 2-3 mal habe ich die Reduzierdüse entkalkt, bei Verwendung von Britafiltern die ich regelmäßig tausche allerdings durch Nachbauten, mittlerweile BWT. Mein Nutzungsprofil war gut 10 Jahre ganz weit außerhalb der Spezifikationen als ich sie noch für meine mobile Kaffee-Bar genutzt habe. 2kg Kaffee und 20 Liter Milch an einem Wochenende waren nicht unüblich, d.h. ich schätze 500 kg Kaffee wird sie schon verarbeitet haben. Die nächste Vollentkalkung in 2-3 Jahren traue ich mir selbst nach Entkalkung einer BZ10 eines/mit einem Nachbarn alleine zu. Fotos sind dabei unerlässlich, ebenso Flüssigdichtung. Ich hoffe dass die Maschine noch lange hält, mit „Defender“ habe ich gestern noch drüber philosophiert welche Maschine die Nachfolgerin wird. Vermutlich eine Strega oder Bosco.

    Grüße Holger
     
  13. Wolko

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    @AdvancedFabian: Danke für die Blumen! :)

    Meine Standardbohnen sind – ich schätze seit mindestens 12 Jahren – die Hausmarke eines sehr engagiert geführten selbstständigen Supermarkts hier in Berlin (nah und gut Delikatessen-Discounter, Uhland- Ecke Güntzel und Ecke Düsseldorfer). Der kleine Aufkleber auf dem schwarzen Beutel sagt nicht viel mehr als "Italienischer Espresso", aber ich habe vor vielen Jahren mal vom Scheffe erfahren, dass er die Bohnen über Mocambo (Drago Mocambo, Radevormwald) bezieht, sie aber in Italien geröstet werden. Ob das so (noch?) stimmt, vermag ich nicht zu sagen, aber als die Bohnen dort mal eine Zeitlang ausgelistet waren, hatte ich sie – über den Suchbegriff "Mocambo" und den wiedererkennbaren unbedruckten schwarzen Beutel – bei mycoffeedealer.de unter der Bezeichnung "Mocambo Crema Bar Bohne" gefunden. Dort seit einigen Jahren nicht mehr gelistet, dafür hat sie nun aber mein Supermarkt wieder im Programm, so dass zwischenzeitlich kein bedrohlicher Versorgungsengpass entstanden ist. ;)

    Die Bohnen sind eigentlich nichts Besonderes, liefern mir aber, über die Jahre beeindruckend konsistent, wonach ich bei einem Espresso suche. Ich probiere daher selten andere Kaffees, aber zwischenzeitlich hatte ich mal den "Rocinante" von Quijote in HH und war sehr angetan. Könnte ich die Quijote-Röstungen ebenfalls in Fahrraddistanz bekommen, würde ich vermutlich darauf umsteigen, nicht zuletzt weil dort fair gehandelt wird.

    @Holger Schmitz: Klasse – ich bin sicher, es gibt noch viele weitere BZ99, die mehr oder weniger klaglos ihren Dienst verrichten und dabei schon eine Menge mitgemacht haben ... :)

    Die Frage einer Nachfolgemaschine stelle ich mir auch hin und wieder, ohne aber so eine richtige "Traummaschine" zu sehen. Umso besser, so kann ich hoffentlich noch ein paar glückliche Jahre mit der Bezzera verbringen.

    W.
     
  14. michhi

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    Die Bezzi ist schon eine schöne klassische Espressomaschine.
    AC581F93-8D1E-4194-A155-40F7539B57CC.png


    Daher konnte ich mich von Ihr beim Neuerwerb einer La Spaziale nicht trennen, und habe Sie eingemottet.

    Sehr schön, dass sich hier im Board auch erneut wieder einige mit der Aufrüstung (Manometer) beschäftigen.

    Gruß
    michhi
     
  15. Two

    Two Mitglied

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    Dagegen ist meine BZ 99 ja richtig jung. Baujahr 2005 und seit 2012 in meinem Besitz. Anfangs musste ich den Trafo auf der Platine neu einlöten und einen defekten Pressostat austauschen. Damit lief sie erst mal gut. Später habe ich die Fluidotech gegen eine Ulka EX4 getauscht, einen ordentlichen Bypass gelegt und mit dem Isomac Ventil den Brühdruck vernünftig einstellbar gemacht. Ausserdem von Panda ein Set Manometer mit Blenden gekauft, aber bisher nicht eingebaut, da die Maschine so problemlos läuft.
    Ich bin mit der Bezzi restlos zufrieden, man kann damit einen grossartigen Kaffee machen und sie ist auch äusserlich sehr hübsch. Ich habe über die Jahre, in denen ich hier mitlese, nie verstehen können, warum so viele User hohe vierstellige Eurobeträge in irgendwelche Modemaschinen stecken (und diese dann oft nach wenigen Monaten wieder verkaufen)....
     
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  16. #16 Fischers Panda, 13.08.2020
    Fischers Panda

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    Die haben ja kein Verfallsdatum und erleben ja wieder ein Revival:D Holger hat seine Blenden imho auch noch nicht verbaut.
    Meine erste Bezzi (Bj 2006) war übrigens auch nach Update eines KN-Member auf eine La Spaziale über.
    Zur Zeit macht sie demontiert und entkalkt eine langen Winterschlaf und wird durch eine Xenia (wo auch sehr viel Herzblut drinsteckt) anstandslos ersetzt.
    Mich juckt es aber immer wieder sie zu reaktivieren und noch einige geplante Modifikationen fertigzustellen.
     
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  17. Tara

    Tara Mitglied

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    Ich hab meine Bezzi auch immer noch lieb. Die hat mich gesucht und gefunden.
    Zwischendrin hab ich auch schon von größerem geträumt, dann gedacht, sie ist doch eigentlich überdimensioniert für die 4 Cappuccino am Wochenende...
    aber trennen bring ich auch nicht übers Herz, weil sie mit den von Bubikopf angeregten Modifikationen und Festwasser für mich perfekt ist. muckt nicht, läuft einfach.
    Mehr Spaß hat sie aber auf jeden Fall gemacht als Bubikopf noch da war, der hat mir die Seele und Funktion meiner Bezzi immer so schön erklärt.
    Alle ein zwei Jahre erneuere ich hier die Siebträgerdichtung und das war’s die letzten Jahre.
    Sie ist ne tolle Maschine und ich finde es mehr als bedauerlich, dass sie nicht mehr gebaut wird (ich hätt ja immer noch gerne den durchgängigen Deckel für ne Festwassermaschine, aber das kann ich wohl knicken)
     
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  18. #18 Holger Schmitz, 24.08.2020
    Holger Schmitz

    Holger Schmitz Mitglied

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    Natürlich sind die Manometer drin... oder ist ein anderer Holger gemeint ?
     
  19. jdorr

    jdorr Mitglied

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    Toller Bericht, die Bezzi fand ich schon damals sexy und sie hat immer noch Charme.
     
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