Gaggia Classic - wenig Wasser aus der Brühgruppe dafür um so mehr in den Auffangbehälter

Diskutiere Gaggia Classic - wenig Wasser aus der Brühgruppe dafür um so mehr in den Auffangbehälter im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Liebes Forum, ich habe eine Problem mit meiner Gaggia Classic, Baujahr 1997, für das ich hier im Forum keine rechte Antwort gefunden habe:...

  1. HW-FL

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    Liebes Forum,

    ich habe eine Problem mit meiner Gaggia Classic, Baujahr 1997, für das ich hier im Forum keine rechte Antwort gefunden habe:
    Gekauft habe ich die Maschine kürzlich bei eBay. Beim ersten Test fiel mir auf, dass ein Espresso anstatt 30 Sekunden etwa 3min. brauchte. Daraufhin habe ich mich im Internet schlau gemacht (vor allem hier) und gelernt, dass ich die Maschine wohl oder übel komplett zerlegen und alle Teile entkalken muss.

    Das Zerlegen gestaltete sich recht schwierig, da das Teil derartig verkalkt und angerostet war, dass mir beim Zerlegen des Kessel zwei von vier Schrauben abgebrochen sind (das ist aber nicht das Problem, da ich ein neues Gewinde geschnitten habe und trotzdem alles dicht ist). Da ich das Ganze möglichst nicht noch einmal machen wollte habe ich also alle Tips befolgt:
    • ALLES entkalkt (den Kessel sogar mit dem Dremel)
    • die Ventile über Nacht einweichen lassen und manuell nachgereinigt
    • Dichtungen erneuert
    • Schläuche getauscht
    • Duschsieb und das Portafiltersieb erneuert
    • die elektrischen Kontakte gereinigt
    • die Auflageflächen der Kesselteile wieder plan gefeilt
    • versucht, das Expansionsventil nach den Anleitungen einzustellen (eine Umdrehung ca. 3bar)
    Nach dem Zusammenbau funktionierte eigentlich alles:
    • die Heizung heizt
    • es kommt Dampf bzw. Wasser aus der Dampfdüse
    • das Magnetventil klackt
    • es kommt Wasser aus der Brühgruppe (wenn auch wenig)
    • es läuft Wasser aus dem "Überlauf" in den Auffangbehälter (viel Wasser mit viel Druck)
    Mein Problem ist folgendes: Ich würde das Verhältnis Wasser aus der Brühgruppe/Wasser in den Auffangbehälter gerne umkehren. Deshalb hätte ich ein, zwei Fragen:
    • liegt es an der falschen Einstellung des Expansionsventils?
    • oder ist das Magnetventil kaputt?
    • wie bekomme ich den Druck eingestellt, ohne dass ich 50€ für ein Portafilter-Manometer ausgeben muss?
    • beginnen die ca. 5 Umdrehungen (wenn eine Umdrehung wirklich 3bar entsprechen) bei der Einstellung des Expansionsventils bei "null" (also nachdem die Schraube greift) oder von "unten" (also wenn die Schraube vollständig eingeschraubt wurde)
    Wie gesagt, ich habe beide Ventile mehrfach auch manuell gereinigt (auch die kleinen Öffnungen). Bevor ich es aber in die Reparatur gebe oder 90€ für beide Ventile ausgebe, hatte ich die Hoffnung, dass mir einer von Euch weiterhelfen kann.

    Vielen Dank schon einmal im Voraus und sorry für den vielen Text ;-)

    Grüße,
    HW
     
  2. #2 S.Bresseau, 21.05.2018
    Zuletzt bearbeitet: 22.05.2018
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    Vermutlich das. Der Druck wird zu sehr abgeregelt.
    Schraube mal weiter rausreindrehen
     
  3. HW-FL

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    so sah der Kessel aus, nachdem ich ihn mit Gewalt auseinander genommen habe
     

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  4. HW-FL

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    werde ich mal ausprobieren, vielen Dank!
     
  5. #5 S.Bresseau, 21.05.2018
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    Den Druck genau einstellen geht nur mit einem Manometer. Du kannst den Doppelauslauf vom ST abschrauben: Passenden Schraubendreher durch das Verteilerloch stecken, evtl vorher erhitzen, die Verschraubung ist verklebt. dann mttles 3/8" Muffe ein passendes Manometer anschrauben, evtl mit Reduzierung. Ein fest verbautes Manometer ist aber auch nicht sooo viel teurer und lohnt sich meiner Meinung nach: 1/8"-T-Stück direkt oben auf die Pumpe, daran den Anschluss-Winkel vom Überdruckventil und das Kapillarrohr zum Manometer anschrauben. Beispiele gibt es hier im Forum ziemlich viele. Ich finde dieses chic und schön kompakt:

    Manometer Pumpe ø 39 mm 0÷16 Bar 24,95 € Günstige Ersatzteile
    .
     
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    Das scheint's leider nicht gewesen zu sein, habe mal verschiedene Sachen ausprobiert:
    1. Schraube weiter ausdrehen: je mehr, desto mehr Wasser geht zurück in den Tank -> nur noch Tropfen aus der Brühgruppe
    2. Schraube weiter eindrehen: je mehr, desto mehr Wasser geht in den Auffangbehälter -> etwas mehr Wasser durch die Brühgruppe
    Muss ich so lange weiter probieren, bis ich den richtigen Punkt erwische, an dem beide "Nebenabflüsse" aufhören, oder ist es doch etwas anderes???
     
  7. HW-FL

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    Danke für den Tip!
    Da brauche ich jedoch erst einmal einen neuen ST, ich habe einen ohne Verschraubung... wenn ich dann alles zusammenrechne: ST, Manometer, zusätzliche Teile, Porto usw. komme ich vermutlich auf den gleichen Preis, den ich für ein neues Expansionsventil ausgeben würde - und das ohne Garantie, dass es nicht doch das MV ist ;-)
     
  8. #8 S.Bresseau, 21.05.2018
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    Sorry reindrehen. Je weiter man reindreht, umso stärker wird die Feder zusammengepresst und umso mehr Druck muss aufgebaut werden, damit sie zusammengedrückt wird und den Weg zurück in den Tank freigibt.

    wieviel Wasser kommt aus der Dampflanze?

    ed
    der mit den zwei löchern? Sicher dass es eine Classic ist?
     
    st. k.aus gefällt das.
  9. HW-FL

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    nun ja... steht zumindest so drauf :-D
     

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    ein kräftiger Strahl wenn ich aufdrehe
     
  11. #11 S.Bresseau, 21.05.2018
    Zuletzt bearbeitet: 22.05.2018
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    Den mit den Löchern kannte ich bisher nur von anderen Modellen.
    Hat auch Vorteile, man kann größere Becher drunterstellen.

    Wenn aus der Dampflanze mehr kommt als aus der BG, dann ist oft noch das MV verstopft. Mal penibel mit einer Nadel freipulen, evtl. reicht auch Entkalken mit Amidosulfonsäure.
     
  12. HW-FL

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    So, Problem gelöst!

    Es war nicht der Kalk oder eine andersartige Verstopfung.

    Das Ganze hat mir keine Ruhe gelassen. Nachdem ich am Dienstag aus lauter Frust ein neues Magnetventil bestellt hatte, dachte ich mir, ich gebe dem alten noch eine letzte Chance - mehr als kaputt gehen kann es ja nicht. Dank der lahmen Zustellung der DHL hatte ich auch noch die Gelegenheit, es repariert zu bekommen, bevor das neue MV ankommt.
    Auf den Fehler kam ich, als ich nach den richtigen Widerstands-Meßwerten für das MV gegoogelt habe: die von mir gemessenen Werte waren OK (0.93k)Ohm, stutzig gemacht hatte mich dieser Beitrag:
    habe daraufhin gleich noch einmal alles auseinander gebaut und - siehe da, bei meinem Anker hatte sich auch ein Plättchen verabschiedet. Leider das Kleine, so dass der Trick mit dem Locher nicht ganz hinhaute. Hier eine kurze Zusammenfassung für alle, die das gleiche Problem haben:
    • Magnetventil auseinander schrauben (am besten im Schraubstock einspannen) und gründlich entkalken
    • prüfen ob im Anker beide Plättchen intakt sind
    • wenn nein: Locher und eine alte Plastikkarte nehmen (ich wollte zuerst eine alte Mensakarte nehmen, habe mich dann aber für die Ikea-Familykarte entschieden, die ist etwas flexibler) und ein Teil aus der Karte ausstanzen
    • wenn ja: weiter entkalken
    • beim kleinen Plättchen: klein schleifen
    • einbauen:
      • mit einem schmalen, flachen Gegenstand die Feder runterdrücken (bei mir war es ein alter Teelöffel, eine Nadel taugt nicht viel, da man eine flache Kante braucht)
      • das klein geschliffene Scheibchen rein fummeln - hier muss man viel Geduld mitbringen (mir ist das Teil bestimmt 20mal quer durch die Küche geflogen
      • auf die Flache Kante des Löffels (oder was auch immer) legen
      • mit eine Nadel o.ä. auf der gegenüberliegenden Seite versuchen, das Teil waagerecht zu legen
      • wenn alles gut gegangen ist, Löffel raus und das Scheibchen samt Feder ein paar mal runterdrücken (wichtig ist, dass alles leichtgängig ist)
    • alles wieder zusammen schrauben und hoffen, dass man nicht zu viel abgeschliffen hat :confused:
    • sich freuen, dass es geklappt hat ;-)

    Vielen Dank übrigens für die Erklärung.Jetzt habe ich nämlich endlich verstanden, wie genau das Expansionsventil funktioniert!

    Jetzt muss ich "nur" noch das mit dem guten Geschmack hin bekommen . Erst einmal ist eine neue Mühle fällig. Meine alte Krups Mühle lässt sich zwar gut als Flux-Kompensator verkaufen aber für Espresso ist die nicht wirklich gemacht. ;)

    Grüße aus dem äußersten Norden,
    Henry
     
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    kann man hier eigentlich die Überschrift so ändern, dass die Googler gleich sehen, dass sie hier eine Lösung erwartet?
     
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